Eishockey DEB rechnet nicht mit Entzug der WM in Weißrussland

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DEB rechnet nicht mit Entzug der WM in Weißrussland Bild: dpa

Stockholm - Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwartet vom Weltverbandskongress in Helsinki Diskussionen über die umstrittene Austragung der WM 2014 in Weißrussland, aber keine Änderung der Entscheidung.

«Unsere Meinung ist im Moment die, dass man hingehen, aber auch Klartext reden sollte», sagte DEB-Präsident Uwe Harnos vor dem Abflug nach Helsinki. In der finnischen Hauptstadt findet von Donnerstag an am Rande der aktuellen WM in Finnland und Schweden der obligatorische Abschlusskongress des Weltverbandes IIHF statt. Dort stellt Weißrussland sein Konzept für die WM 2014 vor. Dadurch wird das Turnier automatisch zum Thema.

DEB-Generalsekretär Franz Reindl kündigte lebhafte Diskussionen an. «Dass man drüber reden muss, ist klar und logisch. Man muss das wirklich ordentlich diskutieren», sagte der frühere Nationalspieler. Wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen in dem osteuropäischen Land waren in den vergangenen Wochen und Monaten Stimmen aus der Politik laut geworden, Weißrussland das Turnier zu entziehen. Dies hatte unter anderem Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) nach der Hinrichtung von angeblichen U-Bahn-Attentätern gefordert.

«Wir hatten im Vorfeld Kontakt mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, mit dem Innenministerium als Sportministerium und wir hatten auch Kontakt mit dem Auswärtigen Amt, und auch von vielen, vielen Abgeordneten Schreiben bekommen», sagte Harnos zu den Gesprächen im Vorfeld des Kongresses. Einen Entzug der WM schlossen beide Funktionäre aber aus. «Ich bin jetzt lange dabei. Bislang waren politische Themen bei einem sportlichen Kongress die komplette Ausnahme. Ich erwarte auch hier nicht, dass es zu tief in den politischen Bereich geht», sagte Reindl.

Der DEB vertrete den Standpunkt, gerade wegen der vielen Kritik nach Weißrussland zu gehen. «Ich denke, es ist der bessere Weg, statt das Ganze zu boykottieren, sich den Begebenheiten zu stellen», sagte Harnos und Reindl ergänzte: «Ich glaube auch, dass es der ganzen Bewegung in Weißrussland hilft, wenn wir eine WM dort haben. Ohne eine WM in Weißrussland würden wir uns doch gar nicht über das Thema unterhalten.»

Harnos ermutigte zudem die Sportler, ihre Meinung klar zu äußern: «Meine persönliche Sicht ist, dass der Sport zwar unpolitisch ist, sich auf diesen Standpunkt aber nicht zurückziehen kann. Das gilt auch für die Sportler. Die muss man reden lassen, wie sie empfinden.»

news.de/dpa

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