Randale in Düsseldorf Geisterspiele statt Massentumulte

Massenpanik und Randale
Todesfalle Stadion

Von news.de-Redakteur
Chaos in Düsseldorf: Vor Abpfiff des Relegationsspiels gegen Hertha stürmten Tausende das Spielfeld. Nicht die bekannte Klientel, sondern die graue Fanmasse begehrt auf. Falls sich die Fantumulte nicht legen, werden Spiele vor leeren Rängen zum Alltag.

ARD-Reporter Tom Bartels war fassungslos: «Das ist doch Sport, hier kann nicht jeder machen, was er will», sagte der Fußballkommentator. Die Düsseldorfer Fans konnten. Als sie kurz vor Ende des Relegationsspieles zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC zu Tausenden den Platz stürmten, waren die Regel- und Ordnungshüter im Stadion machtlos - anarchische Zustände im Profifußball. Ausgelöst nicht von Hooligans oder Ultras, sondern einer unbekannten, grauen Masse auf der Suche nach Spektakel und Selbstinszenierung.

Weil der sogenannte Platzsturm nicht vordergründig aggressiv motiviert war, gab es keine Verletzten oder gar Tote. Doch es braucht in solch aufgeladenen Situationen nur ein Fünkchen, das eine Massenpanik auslösen kann. Wären etwa auch Hertha-Anhänger in den Stadioninnenraum gedrängt, hätte es eine gigantische Massenschlägerei gegeben.

Die Fans schließen sich selbst aus dem Stadion aus

Die Sicherheitsexperten von Deutscher Fußball-Liga (DFL) und Deutschem Fußball-Bund (DFB) müssen nun mit Hilfe der Wissenschaft schleunigst auf dieses neue Fanphänomen reagieren. Sonst, so befürchtet Fanforscher Thein, finden die Normalo-Tumulte schnell Nachahmer. Doch welche Sicherheitsmaßnamen sollten die Verantwortlichen ergreifen, wenn ein solch riesiger Mob plötzlich durchdreht? Kurzfristig helfen da nur harte Sanktionen.

Fantumulte in Düsseldorf
Fortuna-Fans verlieren die Kontrolle

Es gab im Laufe dieser Saison bereits Geisterspiele ohne Zuschauer, in Rostock und in Dresden; ebenso Spiele ohne Auswärtsfans. Aktuell hofft Hertha auf ein Wiederholungsspiel vor leeren Rängen. Die Fußball-Anhänger sollten sich der Ernsthaftigkeit der gegenwärtigen Situation bewusst sein. Zwar gehören die Emotionen in den Kurven genauso zum Fußball wie das Spektakel auf dem Platz. Doch wenn sich das Krawallfieber im Profifußball nicht legt, schließen sich die Fans künftig selbst aus den Stadien aus. Es ist zu gefährlich, das Leben von Spielern und anderen Zuschauern durch Massentumulte zu gefährden. Falls es jedoch Alltag würde, Bundesligaspiele regelmäßig ohne Publikum auszutragen, wäre das eine Bankrotterklärung für den Fußball und unsere Gesellschaft.

ham/news.de

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