Fußball:England ManCity will Ära starten - Parade durch Manchester

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ManCity will Ära starten - Parade durch Manchester Bild: dpa

Manchester - Der Geld-gewinnt-doch-Titel soll für Manchester City erst der Anfang sein. Nach der berauschenden Feier zur ersten Meisterschaft seit 44 Jahren plant der neureiche Scheichclub die Machtübernahme im englischen Fußball.«Hoffentlich ist das der Beginn von etwas Großem», sagte Siegtorschütze Sergio Agüero nach dem Herzschlagfinale zu den Zukunftsvisionen des Vereins.In langen Scheich-Gewändern und mit angeklebten Bärten feierten zahlreiche City-Anhänger bis in den frühen Morgen.

Sogar im fernen Abu Dhabi zelebrierten die Fans den Citizens-Titel mit einem Hupkonzert. Am Montagabend folgte eine Parade durch das Stadtzentrum von Manchester. «Ihr solltet stolz sein auf diese Spieler. Sie haben die Meisterschaft für euch gewonnen», rief Coach Roberto Mancini den tausenden City-Fans auf dem Albert Square vor dem Rathaus zu. «Wir hatten die besten fünf Minuten in unserem Leben!»

Die himmelblaue «City-Parade» durch Manchester war vor allem für den geschlagenen Stadtrivalen United eine Seelenqual. «Goodbye zu den Geistern von 44 Jahren an Elend», titelte der «Daily Mirror».

Nach dem Meister-K.o. für den Rekord-Champion in der Nachspielzeit wurde die Industriestadt im Nordwesten Englands zur «Paradise City» («Guardian»). Als die ewig scheinende Durststrecke endlich überwunden war, suchte Coach Mancini zunächst nach den passenden Worten. «Football incredible», stammelte der Italiener - das ist Fußball, unglaublich. Mit etwas Abstand formulierte er gleich das künftige Ziel: «Jetzt ist es wichtig, dass wir einen zweiten Titel gewinnen. Wir haben die Geschichte dieses Clubs verändert.»

Sein United-Kollege Alex Ferguson will an eine Zeitenwende in der Premier League allerdings noch längst nicht glauben. «Sie werden ein Jahrhundert brauchen, um unser Level zu erreichen», ätzte der Schotte, der nach der titellosen Spielzeit seine Mannschaft verstärken will. Dafür hatte er Stunden vor der Demütigung in der Heimat im Berliner Pokalfinale die Dortmunder Helden, allen voran den Japaner Shinji Kagawa, beobachtet.

Das Fernduell gegen den ungeliebten Nachbarn war nicht nur für «Sir Alex» besonders «brutal». Bis zur 90. Minute glaubten die Red Devils durch ihr 1:0 beim AFC Sunderland fest an den Gewinn der 20. Meisterschaft. Im Etihad Stadium lag City 1:2 gegen Fast-Absteiger Queens Park Rangers zurück - ehe plötzlich der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (91.) und Maradona-Schwiegersohn Agüero (93.) trafen und City nur dank eines Acht-Tore-Vorsprungs der Coup gelang.

«Wir haben nie aufgehört, zu glauben. Das Leben ist zu kurz, umso eine Chance wegzuwerfen. Ich habe vorher gesagt, dass in Manchester Wunder passieren. Aber diesmal ist es auf der anderen Straßenseite», sagte der Ex-Hamburger Vincent Kompany und blickte optimistisch nach vorn: «Ich will mehr gewinnen. Ich bin hungrig.» Es wäre die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Vor zehn Jahren waren die Sky Blues noch in Liga zwei rumgedümpelt. Im September 2008 übernahm Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabis Herrscherclan das Zepter und pumpte rund 620 Millionen Euro in den Club.

Inzwischen ist nach anfänglichem Chaos etwas zusammengewachsen unter dem menschelnden Mancini, der sich auch mit den streitbaren Sorgenkindern Carlos Tévez und Mario Balotelli rumschlagen musste. Zudem war Agüero ein Riesen-Erfolgsfaktor. Der Argentinier kostete zwar 43-Millionen-Euro-Ablöse von Atlético Madrid, hat aber nichts Divenhaftes. Der 23-Jährige ist ein leiser Teamplayer, der in seiner ersten Saison in England 23 Tore schoss. Der «Daily Mirror» bezeichnete ihn nach seinem Meistertreffer als «Der Fuß Gottes» in Anspielung auf den Schwiegervater. Agüero selbst nannte das Tor in der 93. Minute «mein wichtigstes in meiner Karriere». Vorerst.

news.de/dpa

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