Schwimmen Glania überrascht bei Schwimm-DM mit Rekord

Glania überrascht bei Schwimm-DM mit Rekord (Foto)
Glania überrascht bei Schwimm-DM mit Rekord Bild: dpa

Berlin - Den Rekord seines Vorbildes hatte Jan-Philip Glania gar nicht im Kopf, dafür aber schon recht früh klare Vorstellungen. Als der 15-jährige Jan-Philip nach einem Training in Frankfurt mit Helge Meeuw unter der Dusche stand, sagte er zu dem damals schon etablierten Rückenschwimmer: «Irgendwann stehe ich mal über dir, wenn's drauf ankommt.» Acht Jahre später muss Glania selber lachen, als er diese Anekdote zum Besten gibt.

Doch er hat es geschafft: Die Überraschung der deutschen Meisterschaften verbesserte über 200 Meter Rücken nicht nur Meeuws nationalen Rekord aus dem Jahre 2006, sondern katapultierte sich mit 1:55,87 Minuten auf Platz zwei der aktuellen Weltrangliste.

«Natürlich war es eine besondere Ehre, den Rekord von Helge zu knacken, weil ich ihn sehr gut kenne und wir auch befreundet sind. Er war auch einer der Ersten, der mir gratuliert hat», berichtete der Frankfurter Glania vom Vize-Weltmeister über 100 Meter von 2009. «Mit dem Helge habe ich früher immer mitgefiebert, immer vor dem Fernseher gesessen und ihn angefeuert.» Meeuw erkannte die Leistung des Konkurrenten als gewohnt fairer Sportsmann an: «Den Rekord hat der Richtige.» Im direkten Duell über 100 Meter Rücken setzte sich Glania vor dem einstigen Vorbild Meeuw durch.

Weder Glania noch sein Trainer Michael Ulmer hatten direkt nach dem Anschlag begriffen, dass der deutsche 200-Meter-Rekord gefallen war. «Ich bin nicht derjenige, der das Maul aufreißt und große Ansagen macht», sagte der Zahnmedizin-Student. Die EM-Quali im März hatte der Militär-Weltmeister von 2009 krank verpasst, somit er nur eine Chance, sich für Olympia zu qualifizieren. Für sein großes Ziel legte er ein Urlaubssemester ein.

Bei der Kurzbahn-EM 2011 war er als Vierter nah dran am ersten zählbaren Erfolg. Trainer Ulmer sieht seinen Schützling trotz der zweitschnellsten Zeit weltweit jedoch (noch) nicht als potenziellen olympischen Medaillenkandidaten. «Auf die Weltrangliste gebe ich gar nichts», sagte Ulmer und hat dabei auch seinen anderen Schützling Marco Di Carli im Kopf. Dieser reiste 2011 als Freistil-Schnellster zur WM - und schied in Shanghai im Vorlauf aus.

Di Carli, Glania und andere pushen sich gegenseitig in der Frankfurter Trainingsgruppe. Besonders hat Ulmer an Glanias Delfinbeinschlag in der Tauchphase nach Start und Wenden gearbeitet. An die Qualität von Weltmeister Ryan Lochte, der in den USA seine Trials erst Ende Juni bestreitet, reichen die Tauchphasen Glanias aber noch lange nicht heran. «Das sind Welten», sagt Ulmer.

Früher war Meeuw deutscher Alleinunterhalter auf der Rücken-Lage, heute muss er sich gegen jüngere Konkurrenz strecken. So schwamm über 200 Meter Yannick Lebherz (Potsdam) in 1:56,84 Minuten auf Platz fünf der Weltrangliste, Teamkollege Felix Wolf muss trotz unterbotener Olympia-Norm zusehen. «Es hat sich eine Schar um Helge herum gebildet, die immer stärker wurde», meinte Glania.

news.de/dpa

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