Klopp vs. Heynckes Duell der Generationen

Duell der Generationen (Foto)
Holt Klopp den Pott in den Pott oder Heynckes seinen ersten DFB-Pokal als Trainer? Bild: dpa

Von Heinz Büse und Christian Kunz
Es ist das Aufeinandertreffen der Gegensätze. Anders als der impulsive Dortmunder Fußball-Lehrer Klopp gilt Bayern-Coach Heynckes eher als kühler Analytiker. Jeder ist auf seine Art erfolgreich. Aber keiner von Beiden hat bisher als Trainer den DFB-Pokal gewonnen.

Leidenschaft gegen Erfahrung, Newcomer gegen Routinier. Die beiden Fußball-Lehrer personifizieren die unterschiedlichen Spielsysteme der Finalgegner Dortmund und München. Und doch haben Jürgen Klopp und Jupp Heynckes eines gemein: Weder der eine noch der andere hat als Trainer bisher den DFB-Pokal gewonnen. Selbst dem hochdekorierten Bayern-Coach, mit Madrid Champions-League-Sieger (1998) und mit München Deutscher Meister (1989, 1990), ist dieser Erfolg bisher verwehrt geblieben. Das soll sich am Samstag ändern. «Mir würde der Pokal schon viel bedeuten. Aber ich sehe die ganze Angelegenheit relativ gelassen», sagte Heynckes am Freitag: «Dieser Titel fehlt noch in meiner Sammlung.»

Lesen Sie zum DFB-Pokalfinale auch die news.de-Kolumne von Thomas Helmer.

Bayern gegen BVB
Wer hat die besseren Stars?

Die Zeiten, in denen er mit hochrotem Kopf am Spielfeldrand wild gestikulierte, sind lange vorbei. Im Gegensatz zu Klopp hält sich Heynckes während des Spiels zumeist zurück. «Mir fällt als erstes seine Gelassenheit ein, die sich der Jupp über die Jahre angeeignet hat», antwortete der BVB-Coach in einem DFB-Interview auf die Frage, welche Eigenschaften seines Kollegen er gern hätte.

Klopp: «Berlin ist wie Wimbledon»

Die Replik von «Kloppos» 67 Jahre altem Kollegen: «So wie ich ihn an der Seitenlinie beobachtet habe, ist er sehr sprintstark und sprunggewaltig», witzelte Heynckes am Freitag in Berlin, wo sich die beiden Trainer gegenseitig viel Respekt entgegen brachten. Schon bei der Begrüßung schüttelten sie herzlich die Hände, dazu gab es noch einen anerkennenden Klaps von Heynckes für den jüngeren Kollegen.

Heynckes hielt den DFB-Pokal immerhin als Spieler von Borussia Mönchengladbach nach dem Erfolg über den 1. FC Köln 1973 in Händen. Doch als Trainer scheiterte er im Endspiel 1984 mit den Gladbachern an den Bayern. Für Klopp ist es das erste Finale. Seine bisher beste Pokal-Ausbeute war das Viertelfinale 2005/06 mit Mainz - und das ging ausgerechnet gegen die Münchner verloren. «Für mich ist das Finale hier in Berlin vergleichbar mit Wembley ... oder Wimbledon», schwärmte Klopp.

Dank des 44-Jährigen blieb die Meisterschaft des BVB kein One-Hit-Wonder. Wie schon im Vorjahr übertrug der selbst ernannte Fußball-Verrückte seinen Enthusiasmus auf die Profis. Vor allem sein Umgang mit Talenten sucht seinesgleichen. Unter der Regie des Diplom-Sportlehrers schafften Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Marcel Schmelzer, Mario Götze, Ilkay Gündogan und Sven Bender den Sprung in die Nationalelf. Kein Profi stellt seine auf Opferbereitschaft und Gemeinsinn basierende Philosophie infrage. «Er hat mit Hingabe, Leidenschaft und Können eine junge Mannschaft geformt, die sehr guten Fußball spielt und uns seit Jahren ziemlichen Ärger bereitet», lobte Heynckes.

Bundesliga-Finale
Die irrsten Spiele der Saison 2011/12

Heynckes: «Kloppo hat genug. Jetzt bin ich wieder dran»

Anders als Klopp taugt Heynckes nur bedingt als medienkompatibler Entertainer. Der eher klassische Fußball-Lehrer überzeugt durch Sachverstand, Umsicht, Erfahrung und der richtigen Tonart im Umgang mit arrivierten Stars. Wer sowohl als Spieler und als auch als Trainer wichtige internationale Titel gewann, genießt bei einem Verein wie dem FC Bayern höhere Akzeptanz. «Jupp Heynckes hat über Jahre bewiesen, dass er national und international zu den ganz großen Trainern gehört», befand Klopp.

Im direkten Saison-Vergleich mit Heynckes liegt der BVB-Coach mit zwei Siegen über den FC Bayern vorn. Wohl auch deshalb wirkte Klopp in den Tagen vor dem Finale gelassener: «Von diesem Spiel habe ich schon als kleiner Junge geträumt. Ich empfinde pure Vorfreude und maximale Lust.» Dagegen steht Heynckes stärker unter Druck. Augenzwinkernd hofft er auf eine Ende der Dortmunder Erfolgsserie: «Der Kloppo hat ja bereits voriges Wochenende feiern dürfen. Bei mir ist das länger her. Also bin ich jetzt wieder dran.»

kru/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 1
  • 12.05.2012 15:21

Wer der bessere Trainer ist ? Dazu gibt es doch wohl nichts zu sagen , denn alle beiden Trainer sind SUPER GUT ! Aber ich glaube aus meiner Sicht sagen zu duerfen das der BvB heute diesen Pokal holen wird ,aber den FCB Muenchen wuerde ich es auch Liebend gern wuenschen aber ich glaube nicht daran !!!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige