Turnen Philipp Boy erhält grünes Licht für die EM

Philipp Boy erhält grünes Licht für die EM (Foto)
Philipp Boy erhält grünes Licht für die EM Bild: dpa

Kienbaum - Wegen einer hartnäckigen Schlüsselbein-Entzündung stand der Start von Philipp Boy bei den Turn-EM in Montpellier lange infrage. In seinem ersten Mehrkampf des Jahres empfahl sich der Cottbuser nun aber für einen EM-Start, auch wenn er von der Olympia-Form noch entfernt ist.Noch schmerzt die Schulter ein wenig.

«Das war ein deutlicher Schritt vorwärts. Aber er weiß auch, dass einiges noch nicht im grünen Bereich ist. Wir brechen jetzt nicht in Euphorie aus», gab Heimtrainer Karsten Oelsch die Gefühle seines Schützlings nach dem ersten Sechskampf der Saison wieder.

Cheftrainer Andreas Hirsch hatte zehn Turner ins Leistungszentrum Kienbaum eingeladen, um die optimale Besetzung für die EM im französischen Montpellier herauszufiltern. Mit 88,45 Punkten setzte sich der Vize-Weltmeister aus Cottbus auf Anhieb wieder an die Spitze der deutschen Riege. «Er hat trotz kleinerer Fehler am Reck einen vernünftigen Mehrkampf geturnt», schätzte Hirsch ein und nominierte sein Zugpferd für die Titelkämpfe. Bislang war fraglich, ob sich Boy nach seiner quälenden Entzündung am Schlüsselbein und dem damit verbundenen Trainingsausfall in den vergangenen Monaten überhaupt der EM-Belastung stellen kann.

«Die Entzündung ist noch nicht weg, aber sie ist auch nicht schlimmer geworden. Aber natürlich gibt es vor allem mit Blick auf Olympia noch viel zu tun. Dort will er schließlich eine Medaille», sagte Oelsch. Und auch Boy weiß: «Es gibt noch einige Baustellen.» Laut Oelsch liefen vor allem die Übungen an Pferd und Boden sehr gut, an allen anderen Geräten müsse «er sich verbessern, wenn er in London etwas reißen will». Dass der Mehrkampf-Europameister von Berlin auch aus Montpellier nicht mit leeren Händen zurückkehren will, ist bei seinem Ehrgeiz völlig klar. Zwar steht der Sechskampf in Montpellier nicht auf dem EM-Zeitplan. Dafür haben die Deutschen den Team-Titel von Birmingham 2010 zu verteidigen.

In den Medaillenkampf eingreifen wollen in Frankreich auch der WM-Achte Marcel Nguyen (Unterhaching), Sprung-Talent Matthias Fahrig (Halle/Saale), Pauschenpferd-Spezialist Sebastian Krimmer (Stuttgart) und Routinier Eugen Spiridonov (Bous), die ebenfalls von Hirsch nominiert wurden. Ex-Weltmeister Fabian Hambüchen konzentriert sich hingegen voll auf die Olympia-Vorbereitung und hatte schon vor Wochen auf einen EM-Start verzichtet.

Nguyen turnte in Kienbaum trotz einer Halswirbelblockade mit 16,00 Punkten und Schwierigkeit 6,8 ein Klasseübung am Barren, mit der er durchaus seinen Titel von Berlin erfolgreich verteidigen könnte. An Spiridonov kam Hirsch erneut nicht vorbei, weil der 30-Jährige mit 87,95 Punkten auf den zweitbesten Mehrkampf kam. Fahrig wies an Sprung und Boden nach, dass er bei der EM erneut in Medaillennähe kommen könnte.

news.de/dpa

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