Fußball Köln nach 1:4 gegen Bayern zum fünften Mal abgestiegen

Köln nach 1:4 gegen Bayern zum fünften Mal abgestiegen (Foto)
Köln nach 1:4 gegen Bayern zum fünften Mal abgestiegen Bild: dpa

Köln - Unter unwürdigen Umständen hat sich der 1. FC Köln beim 1:4 (0:1) gegen Champions-League-Finalist Bayern München zum fünften Mal aus der Fußball-Bundesliga verabschiedet.

«Ich bin zutiefst getroffen. Das ist ein schwarzer Samstag», sagte der neue FC-Präsident Werner Spinner nach Ausschreitungen von Hooligans. Energisches Eingreifen von Sicherheitskräften und Polizei verhinderte eine drohende Eskalation. Auf den Rasen stürmende Unbelehrbare wurden schnell auf die Tribüne zurückgedrängt.

«Das, was heute passiert ist, ist nicht akzeptabel» - mit ernster Stimme kommentierte Spinner die Vorkommnisse. Fans zündeten Rauchbomben, Pyrotechnik wurde abgebrannt. Schiedsrichter Florian Mayer musste Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit abpfeifen.

«Es ist eine Schande, was hier im Stadion abgegangen ist. So etwas gehört nicht ins Fußballstadion. Ich hoffe, dass niemandem etwas passiert ist. Der Schiedsrichter hat uns bereits 30 Sekunden vor dem Abpfiff mitgeteilt, dass wir direkt nach dem Abpfiff in die Kabine gehen sollen. Das sind keine Fans, das sind Idioten, die die Fußballbühne nutzen», sagte Münchens Nationalspieler Mario Gomez im TV-Sender Sky.

Für Podolski, der für rund zwölf Millionen Euro zum FC Arsenal wechselt, war das 1:4 «eine der bittersten Niederlagen». FC-Interimstrainer Frank Schaefer hielt die Essenz des schlimmen Geschehens auf den Rängen und der den Abstieg bedeutenden Schlappe in einem Satz fest: «Das ist ein ganz bitterer und schwarzer Tag für den 1. FC Köln.»

«Wir haben den Schiedsrichter gefragt, ob er nicht zehn Sekunden eher abpfeifen kann, damit wir sicher in die Kabine kommen. Das hat er auch gemacht», schilderte Doppel-Torschütze Thomas Müller die Situation kurz vor dem Ende. Weil Hertha BSC gegen 1899 Hoffenheim gewann, rutschten die Kölner auf den direkten Abstiegsplatz.

Köln steigt nach 1998, 2002, 2004 und 2006 zum fünften Mal ab und steht vor einem kompletten Neuanfang. Im damit letzten Pflichtspiel Podolskis für seine «große Liebe» verloren die Kölner nach Treffern von Müller (34./84.) und Arjen Robben in der 54. Minute auch das Fernduell gegen Hertha BSC. Zu allem Unglück unterlief Kölns Kapitän Pedro Geromel zum vorentscheidenden 0:2 (52.) ein Selbsttor. Milivoje Novakovic konnte das Debakel trotz des 1:3 (63.) nicht mehr abwenden.

«Wir trauern um den 1. FC Köln», war auf einem Spruchband zu lesen. Der Gang in die Zweitklassigkeit wurde zwar am Samstag besiegelt, ist aber die Folge einer chaotischen Saison, in der die Kölner mit 20 Niederlagen und 75 Gegentreffern zwei Negativmarken bilanzierten. «Wir sind nicht heute abgestiegen», hielt Schaefer nach nur zwei Rückrundenerfolgen fest. Bayern-Chefcoach Jupp Heynckes pflichtete bei: «Das Spiel des FC war ein Spiegelbild der Saison. Sie sind nicht heute abgestiegen.»

Vor der Partie herrschten noch Hoffnung und Zuversicht, zumindest den 16. Platz zu retten. Die Kölner Anhänger im ausverkauften Stadion verabschiedeten Podolski mit lang anhaltendem Applaus. Wehmut kam auf, als das Präsidium den Fan-Liebling und künftigen Arsenal-Profi gen London entließ. Solange Podolski, der eine Magen-Darm-Verstimmung rechtzeitig vor der Partie gegen seinen ehemaligen Club überwand, Fußball spielt, wird der FC die «10» nicht mehr vergeben.

Köln begann, angetrieben von den Fans, flott und drängte die im Vergleich zum 2:0 gegen Stuttgart vor einer Woche mit sieben Neuen angetretenen Bayern für kurze Zeit in deren Hälfte. Schaefers Elf setzte in dieser Phase das um, das der Trainer gefordert hatte: «Entscheidend wird sein, dass wir den Mut haben, die reelle Chance zu ergreifen, zwei weitere Spiele zu erzwingen.»

Doch nach dem 0:1 durch den sträflich freistehenden Müller und dem Geromel-Selbsttor war für Schaefer alles gelaufen: «Ich habe in diesem Moment empfunden, dass wir abgestiegen sind.» In Podolskis 181. Pflichtspiel für Köln setzte Schaefer nach der Pause alles auf Offensive und brachte Novakovic als weiteren Stürmer. Es war vergebens, weil mit dem Eigentor Geromels alles Fußball-Unglück auf einmal kam und Robben die Kölner nur zwei Minuten später endgültig abschoss.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 38,9 - 61,1

Torschüsse: 7 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 61,2 - 38,8

Fouls: 13 - 19

Ecken: 2 - 5

Quelle: optasports.com

news.de/dpa

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