Fußball Reus, Rehhagel, Raúl und Co.: Gesichter der Saison

Frankfurt/Main - Die Bundesliga-Saison ist fast zu Ende. Sie hinterlässt außer Toren, Punkten und Tabellenständen vor allem Gesichter und Geschichten.

Reus, Rehhagel, Raúl und Co.: Gesichter der Saison (Foto)
Reus, Rehhagel, Raúl und Co.: Gesichter der Saison Bild: dpa

Nicht nur mit diesen Namen ist 2011/2012 untrennbar verbunden:

Marco Reus: Borussia Mönchengladbachs erstaunlicher Aufschwung hat ein Gesicht - und einen kessen Haarschnitt. Der wieselflinke Angreifer stürmte endlich auch in die Nationalelf und wechselt nun für 17 Millionen Euro nach Dortmund. Reus, 22, dürfte auch bei der Wahl zum «Fußballer des Jahres» ziemlich weit vorne landen. Und kann sich bei der Europameisterschaft international einen Namen machen.

Jürgen Klopp: Zum zweiten Mal nacheinander darf der erst 44 Jahre alte Coach von Borussia Dortmund die Meisterschale hochhalten. Seine Seriensieger um Kapitän Sebastian Kehl spielten - immer noch oder wieder? - sensationell. Wenn «Kloppo», der Medienprofi und -liebling, seinen bis 2016 verlängerten Vertrag erfüllt, dann würde er als Rekordhalter beim BVB Ottmar Hitzfeld übertrumpfen.

Ralf Rangnick: Der Trainer von Schalke 04 warf am 22. September das Handtuch - ausgebrannt. Inzwischen hat er sich erholt zurückgemeldet. Kurzerhand rausgeworfen wurden Michael Oenning (Hamburger SV), Markus Babbel (Hertha BSC), Marcus Sorg (SC Freiburg), Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim), Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern), Robin Dutt (Bayer Leverkusen) und Stale Solbakken (1. FC Köln).

Otto Rehhagel: Mit markigen Sprüchen («Ab Montag bin ich das Gesetz») kam er. Mit Parolen und Plattitüden («Die Hoffnung stirbt zuletzt») schleppte er sich und Hertha BSC durch. Mit 73 war der Trainer nach zwölf Jahren in die Bundesliga zurückgekehrt, dort gibt es kein Renteneinstiegsalter. Die Mannschaft konnte er nicht kitten. Rehhagel darf aber am letzten Spieltag noch auf den Relegationsplatz hoffen.

Babak Rafati: Der Suizidversuch des Schiedsrichters aus Hannover sorgte für die Absage des Spiels 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 - und zwei Jahre nach dem Freitod von Robert Enke für große Betroffenheit im Profigeschäft. Rafati hat seine Depressionserkrankung nach eigener Aussage inzwischen überwunden und sagt: «Ich bin froh, dass ich überlebt habe.» Auf den Platz zurückkehren wird er nicht.

Arjen Robben: Thomas Müller musste schon mal mit ihm schimpfen, weil er nicht mit seinen Mitspielern beim FC Bayern München jubelte. In Dortmund verschoss der niederländische Egozentriker einen Elfer und schnappte sich in Madrid wieder den Ball: «Ich schieße!» Einstecken musste er auch: kritische Worte von Franz Beckenbauer und - Bildbeweise gibt es nicht - einen Faustschlag von Franck Ribéry.

Raúl: Am Ende marschierte der ganze Nachwuchs von Spaniens Altstar auf. Die Zwillinge Mateo und Hector (6), Hugo (9) und Jorge (12) winkten ins Publikum, Maria (2) trug der Profi des FC Schalke 04 auf dem Arm. Nach zwei Jahren geht es für alle wohl nach Katar. Die Kollegen standen Spalier für den stolzen Señor, der eine Legende bei Real Madrid ist und nun auch in Gelsenkirchen.

Klaas-Jan Huntelaar: Der «Hunter» vom FC Schalke 04 jagte die ganze Saison Mario Gomez, jetzt hat er ihn einge- und überholt. «Einzelpreise sind auch schön», sagt der niederländische Stürmer vor dem abschließenden Preisschießen. Mit 27 Toren (und zehn Vorlagen) liegt er vor dem Bayern-Profi (26/3). Die Torjägerkanone wäre die Krönung nach 5 Treffern im DFB-Pokal und 14 in der Europa League.

Christian Streich: Zum letzten Heimspiel spielte das SWR-Sinfonieorchester auf. Der Klassenerhalt mit dem SC Freiburg - ein echtes Gesamtkunstwerk, das der Trainer da ablieferte. Weil der Club 270 Angestellte hat, will der einstige Teamkollege von Joachim Löw den Ruhm nicht alleine ernten. Selbstdarstellungen sind dem Trainer verhasst. Dabei ist er eine echte Nummer.

Lukas Podolski: Die Spielführerbinde nahm man ihm, nicht jedoch die Torgefährlichkeit. Aber auch mit bisher 18 Treffern konnte der Nationalstürmer nicht verhindern, dass der 1. FC Köln bis zuletzt um den Klassenverbleib zittern muss. Jetzt will sich der 26-Jährige wieder mal außerhalb des Dunstkreises des Doms beweisen: «Prinz Poldi» sucht sein Glück im britischen Königreich bei Arsenal London.

news.de/dpa

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