Champions League Mourinho gratuliert Bayern gleich dreimal

José Mourinho
Der Gentleman-Rüpel

Von news.de-Redakteur Philip Seiler
José Mourinho gilt als Rüpel. Im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern München zeigte sich der Trainer von Real Madrid von einer anderen Seite. Und zwar als fairer Verlierer. Mourinho gratulierte dem FC Bayern gleich dreimal - sogar in der Kabine.

José Mourinhos Spitzname ist «The Special One». Denn Genie und Wahnsinn liegen beim Trainer von Real Madrid seit jeher nah beisammen. Der 49-Jährige gilt als einer der besten Fußballtrainer und gewann bereits zweimal die Champions League. Er gilt aber auch als arrogant und ist für seine Ausraster bekannt. So provoziert Mourinho seine Gegner gerne mit abfälligen Bemerkungen, schimpft auf Journalisten und Schiedsrichter oder wittert nach verloreren Spielen wilde Verschwörungstheorien.

Am Mittwochabend hat sein Klub Real Madrid verloren. Im Champions-League-Halbfinale. Zum zweiten Mal in Folge unter Mourinho. Nach einem dramatischen Rückspiel mit Elfmeterschießen im Bernabeu-Stadion scheiterten die «Königlichen» am FC Bayern München. Und was machte Mourinho? Er pöbelte nicht, er haderte nicht und er kritisierte auch nicht. Er gratulierte den Bayern zum Sieg. Und zwar nicht nur einmal.

Elfer-Sieg gegen Real Madrid
Bayern macht seinen Finaltraum wahr

Mourinho gratuliert Bayern in der Kabine

Bereits nach dem Ende der Verlängerung - Real hatte den 2:1-Sieg der Bayern im Hinspiel egalisiert - zeigte Mourinho die erste große Geste. Er ging zu Bayern-Coach Jupp Heynckes, klatschte mit ihm ab und zeigte den Daumen nach oben für die bislang gezeigte Leistung.

Nachdem Bayerns Bastian Schweinsteiger seinen Elfmeter verwandelte und damit das Aus der Spanier besiegelte, verschwand Mourinho schnell in den Katakomben. Dort zeigte er kurze Zeit später die nächste große Geste. Der Real-Coach ging in die Bayern-Kabine und gratulierte dem Gegner zum Sieg. Und zwar offenbar jedem einzelnen Spieler. Das behauptete Bayern-Coach Heynckes später im Interview bei Sat.1.

Heynckes: «Das hat Stil, das hat Klasse»

«Das hat Stil, das hat Klasse. Deswegen teile ich nicht immer die Meinung, die man da draußen über José Mourinho hat», lobte Heynckes das Verhalten seines Kollegen, der den Bayern-Coach im Jahr 2000 einst als Trainer bei Benfica beerbt hatte.

Auf der Pressekonferenz gab es dann die dritte faire Geste Mourinhos. «Ich respektiere diese Mannschaft und Herrn Heynckes sehr. Bayern München hat das Finale gegen mich (0:2 gegen Mourinhos Ex-Klub Inter Mailand 2010, Anm. d. Red.) auf sehr faire Weise verloren. Deshalb muss ich genauso fair verlieren», sagte «Mou».

Und dann gab es da noch ein Bild, dass Mourinho von einer anderen Seite zeigte.  Es war das Bild, als Mourinho während des Elfmeterschießens am Spielfeldrand kauerte und mit seiner Mannschaft mitfieberte. So kannte man den sonst so coolen Real-Coach bislang nicht. Und dieses Bild dürfte ihm sogar bei seinen Kritikern Sympathien eingebracht haben.

Bayerns Triumph in Madrid
Aus ewigen Zweiten werden Siegertypen
Video: kru

phs/kru/news.de

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