Fußball Finalsperren trüben Bayern-Glück - Löw-Kritik

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Finalsperren trüben Bayern-Glück - Löw-Kritik Bild: dpa

Madrid - Der ganz große Schmerz wird bei Holger Badstuber, Luiz Gustavo und David Alaba erst am 19. Mai einsetzen. Ein Jahr lang hatten sie für den Traum vom Champions-League-Finale im eigenen Stadion alles gegeben - jetzt muss das Trio ausgerechnet gegen den FC Chelsea Gelb-Sperren abbrummen.«Das ist für die Jungs eine Katastrophe», stöhnte Bayern-Präsident Uli Hoeneß und fügte hinzu: «Die anderen müssen jetzt einfach für sie mitkämpfen.» Alaba erwischte es gegen Real Madrid schon nach wenigen Minuten, als sein unglückliches Handspiel im Strafraum mit Elfmeter plus Gelb vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai bestraft wurde.

«Natürlich ist es bitter», meinte der 19-Jährige geknickt.

Badstuber und Gustavo wurden nach der Pause verwarnt. «Sie haben keine bösen Fouls gemacht. Da sind normale Zweikämpfe geführt worden, die mit Gelben Karten bestraft wurden», kritisierte Bundestrainer Joachim Löw. «Es wird bitter sein, wenn ich auf der Tribüne sitze beim Finale», ahnte Badstuber: «Ich finde, das kann es einfach nicht sein. Eigentlich ist das eine dumme Regelung, man sollte sie schleunigst ändern», forderte der Nationalspieler.

Doch die Europäische Fußball-Union denkt derzeit nicht daran, eine Streichregelung für Gelbe Karten in der Champions League oder Europa League einzuführen. «Das Thema wird noch nicht diskutiert», sagte ein UEFA-Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Bei Europameisterschaften hat die UEFA bereits die Regel eingeführt, dass alle Verwarnungen vor dem Halbfinale gestrichen werden. Damit kann kein Spieler wegen einer Gelb-Sperre das Endspiel verpassen. Eine entsprechende Regelung für die Club-Wettbewerbe müsste die UEFA-Exekutive verabschieden.

Die Bayern-Verantwortlichen um Präsident Hoeneß und auch der Bundestrainer sprachen sich indes vehement für eine Streichung von Gelben Karten im laufenden Wettbewerb aus, um Spieler möglichst nicht ums Finale zu bringen. «Diese Regelung ist einfach blödsinnig», schimpfte Löw in Madrid. «Nach der Gruppenphase müssten die Gelben Karten weg sein», forderte auch Hoeneß.

Jupp Heynckes steht nun gegen Chelsea vor einem kapitalen Problem in seiner Defensivabteilung. «Dass wir drei so wichtige Spieler nicht dabei haben, ist sehr bitter. Holger Badstuber spielt eine überragende Saison. Alaba ist auf der linken Abwehrseite richtig gut. Und Luiz Gustavo steigert sich seit Wochen. Sie werden uns natürlich fehlen», klagte der Trainer. Besonders im Abwehrzentrum steht ihm aktuell in Jérome Boateng nur ein gesunder Innenverteidiger gegen Chelseas robusten Stürmerstar Didier Drogba zur Verfügung.

Auch der Club aus London muss in der Allianz Arena drei Akteure wegen Gelb-Sperren ersetzen. Die Spieler Ramires, Raul Meireles und Branislav Ivanovic waren im Halbfinal-Rückspiel beim FC Barcelona verwarnt worden. Außerdem fehlt dem Club aus London gegen den FC Bayern Kapitän John Terry, der allerdings die Rote Karte sah und selbst schuld ist, dass er das Endspiel verpasst. «Auf beiden Seiten fehlen sieben von den besten Spielern in einem Finale - das kann ja nicht im Sinne des Fußballs sein», resümierte Löw.

news.de/dpa

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