Volleyball Neue Volleyball-Ära: Berlin regiert in Deutschland

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Neue Volleyball-Ära: Berlin regiert in Deutschland Bild: dpa

Unterhaching - Der Ritterschlag für den neuen Volleyball-Champion kam aus Friedrichshafen. «Berlin hat uns als Zweiten ausgeschaltet und sich auch gegen den Tabellenersten Haching durchgesetzt», sagte Stefan Mau, der Manager des entthronten Serienmeisters vom Bodensee.

«Sie sind verdient Meister geworden, Gratulation!», lobte Mau. Mehr als ein Jahrzehnt war der VfB Friedrichshafen das Maß aller Dinge im deutschen Volleyball mit zwölf Titelgewinnen. Diesmal war im Halbfinale gegen die Berlin Volleys Schluss. Das Team von Ex-Bundestrainer Stelian Moculescu muss sich nun auch einer starken nationalen Konkurrenz stellen. «Das war eines der besten Finals, das ich je erlebt habe», schwärmte der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbands, Werner von Moltke, am Montag.

Nicht nur von Moltke war beeindruckt vom hochklassigen und spannenden fünften Finale. Nach einem mehr als zweistündigen Krimi hatten die Berliner erst zwei Matchbälle abgewehrt und dann ihren ersten zum 16:14 im Tiebreak zum 3:2-Sieg verwandelt. «Ich glaube schon, dass diese beiden Mannschaften Rivalen für Friedrichshafen bleiben werden», befand der Verbandschef. Auch am Bodensee wird das neue Kräfteverhältnis als Anreiz betrachtet. «Es ist gut so, dass es jetzt drei Mannschaften gibt, die um Titel spielen können», sagte Moculescu.

In der kommenden Spielzeit dürfen die Berlin Volleys nach der nationalen Meisterschaft auch erstmals in der Champions League aufschlagen. «Wir wollen uns da als Neuling gut schlagen», sagte Manager Kaweh Niroomand und kündigte an: «Wir werden das Team entsprechend verstärken.» Auch Friedrichshafen könnte über eine Wildcard noch in der Königsklasse dabei sein.

Nicht nur mit der vierten Meisterschaft nach acht Jahren Pause haben die Berliner ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Umzug von der gemütlichen Sömmeringhalle in Charlottenburg in den neuen deutschen Volleyball-Tempel Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg war nicht ohne Risiko. Allein die Heimspiele kosteten den Meister von 1993, 2003, 2004 und 2012 etwa 200 000 Euro, erstmals stieg der Etat auf über eine Million Euro. Der Mut wurde belohnt: 63 224 Fans kamen - kein anderes Bundesligateam lockte zuvor so viele Zuschauer.

Bei einer italienischen Meisterfete in einem Schöneberger Lokal feierten die Berliner gemeinsam mit den vielen ehrenamtlichen Helfern vor allem auch den Meistermacher Mark Lebedew. Der Australier hatte nach einer nur durchwachsener Punkterunde das Kunststück fertiggebracht, trotz vieler angeschlagener Spieler sein Team rechtzeitig zu den Playoffs in Topform zu bringen. «Wir haben nie aufgegeben, das war unsere größte Stärke», sagte Lebedew. Auch in den entscheidenden Spielen brachte er immer die richtigen Spieler. Beim Meistertriumph in Unterhaching in Björn Höhne, Ricardo Galandi und Felix Fischer drei deutsche Auswahlakteure auf dem Parkett.

«Ich denke, es war ein großes Finale für jeden», sagte Volleys-Profi Scott Touzinsky. Der Amerikaner war erst Anfang dieses Jahres als Joker zurückgeholt worden. In Haching war er mit dem entscheidenden Block der Matchwinner.

news.de/dpa

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