Fußball EM-Nominierung von Löw ohne große Inszenierung

München - Joachim Löw verzichtet bei der Nominierung seines Kaders für die EM-Titelmission am 7. Mai auf einen spektakulären Schauplatz mit Symbolcharakter für das Turnier in Polen und der Ukraine.Der Bundestrainer wird sein Aufgebot zwei Tage nach dem Bundesligafinale nahe seines Wohnortes Freiburg im badischen Rastatt benennen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekanntgab.Vor dem erst von Spanien im Finale gestoppten Gipfelsturm beim EM-Turnier 2008 in den Alpenländern Österreich und Schweiz hatte die Kadernominierung auf der Zugspitze stattgefunden.

EM-Nominierung von Löw ohne große Inszenierung (Foto)
EM-Nominierung von Löw ohne große Inszenierung Bild: dpa

Diesmal wird der Bundestrainer sein Aufgebot wie schon vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wieder in einer Niederlassung des DFB-Generalsponsors (Mercedes-Benz) benennen. Entscheidend sei «die Qualität der Spieler», betonte Löw, allerdings müssen die Spieler auch in sein System und Schema passen: «Wir müssen schauen, dass bei uns unsere Vorstellungen umgesetzt werden, dass die Spieler unsere Vorgehensweise verstehen, unsere Philosophie begreifen, wie wir spielen wollen.»

Es wird erwartet, dass Löw wie schon vor der EM 2008 und der WM 2010 zunächst wieder mehr als 23 Spieler berufen wird und überzählige Kandidaten bis zum Meldeschluss bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am 29. Mai streicht. Die Größe des vorläufigen Kaders wird sich auch daran bemessen, ob Bayern München gegen Real Madrid den Einzug ins Champions-League-Finale schafft.

«Dann werden wir den Kader für die EM-Vorbereitung vergrößern müssen», hatte Löw in der «Bild am Sonntag» angekündigt. Acht Nationalspieler des FC Bayern würden bei einer Endspielteilnahme am 19. Mai in München die erste Phase der EM-Vorbereitung verpassen. Sollte Real Madrid ins Finale einziehen, würden nur Mesut Özil und Sami Khedira mit erheblicher Verspätung zum Kader stoßen.

Die Nationalmannschaft startet am 11. Mai mit einem ersten Trainingslager auf Sardinien in die Turniervorbereitung. Bei der Abreise wird sich nur ein Rumpfkader in Frankfurt einfinden, da Meister Borussia Dortmund und der FC Bayern am 12. Mai zunächst noch das DFB-Pokalfinale in Berlin bestreiten. Von Sardinien reist der DFB-Tross am 18. Mai weiter nach Südfrankreich. Am 26. Mai erfolgt aus dem Trainingscamp ein Abstecher nach Basel zu einem Testspiel gegen die Schweiz. Am 31. Mai folgt die EM-Generalprobe in Leipzig gegen Israel. «Die Entscheidung, wer bei der EM spielt, fällt nach den zwei, drei Wochen Vorbereitung», erklärte Löw.

Der 23-köpfige Kader wird sich weitgehend aus den etablierten Spielern der erfolgreichen EM-Qualifikation zusammensetzen. Einige Stammkräfte wie Abwehrchef Per Mertesacker (FC Arsenal) und Torjäger Miroslav Klose (Lazio Rom) müssen nach schwereren Blessuren in der Vorbereitung aber ihre Top-Fitness erst noch wiedererlangen. «Wenn ich merke, dass ein Spieler nach einer längeren Verletzung nicht in Form ist, dann kann es gut sein, dass ich mich für einen anderen entscheide», betonte Löw. Frühere Verdienste seien zweirangig.

Das richtige EM-Unternehmen beginnt für die DFB-Auswahl am 4. Juni mit dem Bezug des EM-Quartiers vor den Toren von Danzig. In den drei Gruppenspielen sind Portugal (9. Juni/Lwiw), die Niederlande (13. Juni/Charkow) und Dänemark (17. Juni/Lwiw) die Gegner. Löw rechnet sich mit seinem jungen Team gute Chancen auf den EM-Titelgewinn aus: «Diese Generation der letzten zwei, drei Jahre ist extrem jung und lebendig, aber auch ehrgeizig, zielstrebig und erfolgshungrig.»

news.de/dpa

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