Bahrain-Rennen Erster Toter bei Formel-1-Protesten

Die Grenzen der Moral: Formel 1 in Bahrain (Foto)
«Unsere Forderung: Freiheit. Nicht: Formel 1» steht auf einem der Transparente, die Demonstranten vor den Toren des Bahrain International Circuits zeigen. Bild: dpa/Mazen Mahdi

Nach nächtlichen Ausschreitungen ist in Bahrain am Formel-1-Wochenende ein Demonstrant tot aufgefunden worden. Angehörige des Opfers erklärten, Salah Al-Kattan sei erschossen worden. Die Polizei untersucht den Vorfall.

Bei den Protesten für eine Demokratisierung der Golfmonarchie und gegen das Formel-1-Rennen in Bahrain hat es möglicherweise ein Todesopfer gegeben. Die Regierung kündigte heute eine Untersuchung des Vorfalls an. Dabei geht es um den toten Salah Al-Kattan, der in der Nähe eines Ortes gefunden wurde, an dem es am Freitag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen war.

Die Opposition erklärte, der Mann sei von Bereitschaftspolizisten getötet worden. Seine Leiche wurde auf dem Dach eines Gebäudes in der Stadt Schakura nördlich von Manama gefunden. Für den heutigen Samstag wurde zu neuen Protesten aufgerufen. Vor dem Autorennen hat die Polizei ihre Präsenz deshalb auf den Straßen von Manama zur 30 Kilometer entfernten Rennstrecke erhöht.

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In sozialen Netzwerken hieß es, die Opposition müsse die internationale Aufmerksamkeit nutzen, um größeren politischen Einfluss zu fordern. Die Mehrheit der Schiiten in Bahrain sieht sich durch die sunnitische Monarchie diskriminiert, die enge Beziehungen zu westlichen Staaten unterhält. Bahrain ist auch Hauptquartier der 5. US-Flotte.

Bei Protesten kamen in Bahrain seit Februar 2011 mindestens 50 Menschen ums Leben. Die Herrscher von Bahrain haben angekündigt, dass das Rennen am Sonntag ungeachtet der Proteste stattfinden werde. Die meist schiitische Opposition wirft dem sunnitischen Königshaus vor, den Grand Prix politisch zu instrumentalisieren. Im vergangenen Jahr wurde das Rennen wegen der Unruhen abgesagt.

Das heutige Qualifying verlief indes ohne Unterbrechungen. Der deutsche Sebastian Vettel holte die Pole Position.

zij/news.de/dapd/dpa

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