Marco Reus Das schwerste Spiel seiner Karriere

Erster Auftritt beim neuen Arbeitgeber: Bevor sich Marco Reus aus Mönchengladbach verabschiedet, will er mit seinem Team beim BVB in Dortmund eine erfolgreiche Saison krönen. BVB-Trainer Jürgen Klopp bereitet hingegen die optimistische Stimmung im Kader und bei den Fans Kopfzerbrechen.

Marco Reus (Foto)
«Da ist schon viel Wehmut dabei»: Marco Reus verlässt Gladbach nach einer tollen Saison. Bild: dpa

Zweimal blieb es ihm erspart, doch jetzt kommt Marco Reus nicht am ersten Duell mit seinem neuen Klub vorbei. «Ich mache keinen Hehl daraus, dass das für mich kein normales Spiel ist», sagte der Noch-Mönchengladbacher Fußballprofi vor dem Auftritt am Samstag bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr/Sky und im news.de-Liveticker). Beim Wintercup im Januar in Düsseldorf gingen sich beide Teams noch aus dem Weg, im DFB-Pokal ebenso - ausgerechnet zur möglichen Meister-Kür tritt Reus nun gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber an. Für Reus der schwerste Spagat seiner noch jungen Karriere.

«Das Spiel wird in jedem Fall sehr schwer. Es treffen zwei Teams mit sehr viel Qualität aufeinander. Natürlich fahren wir dorthin, um etwas mitzunehmen», sagte Reus. Die Meisterschaft könne man den Dortmundern nicht verderben. «Es ist doch zu 99 Prozent schon entschieden», befand der 22-Jährige. Auch sein Trainer Lucien Favre betonte, dass der Titelkampf beendet sei. «Dortmund ist schon Meister», sagte der Gladbacher Coach.

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Favre schwärmt von Reus: «Wie auf der Playstation»

Dreimal tritt Reus noch für die Gladbacher Borussia an, dann endet seine dreijährige Zeit am Niederrhein. Sein letztes Heimspiel im Borussia-Park bestreitet Reus am übernächsten Samstag gegen den FC Augsburg. Die direkte Qualifikation für die Champions League ist das große Ziel. «Wir spielen eine überragende Saison, mit der so keiner gerechnet hat. Jetzt wollen wir die auch krönen», sagte der Jung-Nationalspieler.

Für knapp eine Million Euro hat Sportdirektor Max Eberl den Shooting Star vor drei Jahren aus Ahlen verpflichtet, jetzt spült der wieselflinke Angreifer mehr als 17 Millionen Euro in die Gladbacher Vereinskasse. Reus hat sich zunächst unter Trainer Michael Frontzeck, später unter Favre kontinuierlich entwickelt. In 94 von bislang 99 möglichen Bundesligaspielen erzielte der Torjäger 34 Treffer und steuerte 20 Assists bei. «Wie auf der Playstation», schwärmte Favre. In den fünf Spielen ohne Reus gewann Gladbach nicht.

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Bevor der gebürtige Dortmunder die nächste Stufe der Karriereleiter erklimmt, steht der schwere Abschied von den Mitspielern an. «Die Trainingseinheiten werden weniger, die Stunden mit den Jungs auch. Da ist schon viel Wehmut dabei», sagte Reus. Am Donnerstag musste der Torjäger das Vormittagstraining wegen einer Knöchelverletzung allerdings vorzeitig abbrechen und sich untersuchen lassen. Einem Einsatz am Samstag dürfte dennoch nichts im Weg stehen.

Gladbach erstmals seit 16 Jahren wieder im Europapokal dabei

Für die Gladbacher beginnt nach dem Weggang von Reus, Roman Neustädter und wohl auch Dante eine neue Zeitrechnung mit neuem Personal. Eberl bestätigte, dass man bezüglich der Dante-Position parallel plane und somit eventuell auch einen neuen Abwehrchef benötige.

Erstmals seit 16 Jahren spielen die Borussen bis Dezember wieder mindestens sechsmal international - am liebsten natürlich in der Champions League. Dabei würde ein Erfolg beim BVB enorm helfen. Nicht, um die Dortmunder zu ärgern, sondern aus Eigennutz. «Der BVB hat den Titel total verdient, und wir fahren nicht nach Dortmund, um ihnen in die Suppe zu spucken, sondern um dort für uns zu punkten», sagte Eberl.

BVB-Trainer Jürgen Klopp reagierte auf die vielen vorzeitigen Gratulationen zur Meisterschaft zuletzt allergisch. «In der ganzen Woche kamen Leute, die mir erklären, dass die Entscheidung bereits gefallen ist. De facto ist sie das aber noch nicht», kommentierte der Fußball-Lehrer mit Verweis auf das schwere Spiel des Spitzenreiters. Die komfortable Ausgangsposition soll laut Klopp aber niemanden dazu verleiten, es im Saisonfinale ruhiger angehen zu lassen: «Ich erwarte von jedem Spieler und von jedem Zuschauer 100 Prozent Wettkampfbereitschaft.»

kru/iwi/news.de/dpa

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