Champions League So stürmt Bayern ins Finale

Bayern München träumt vom Endspiel im eigenen Stadion: Um das tatsächlich im Rückspiel in Madrid zu schaffen, müssen sich jedoch einige Bayern-Spieler steigern. News.de nimmt die Schwachstellen im Bayernspiel unter die Lupe.

Champions League: Gomez trifft und Bayern träumt vom Finale

Paul Breitner hatte es vor der Partie richtig gesagt. «Wenn wir es schaffen, dass jeder Spieler 95 bis 100 Prozent seiner Leistung abruft, können wir Real Madrid schlagen. Wenn wir das in beiden Spielen schaffen, können wir auch ins Finale kommen», sagte der Finalbotschafter, der einst für Bayern München und Real Madrid auflief.

Trotz des 2:1-Sieges (das Spiel samt aller Statistiken zum Nachlesen im news.de-Liveticker) ist das nicht allen Bayern-Kickern gelungen. Während vor allem Franck Ribéry, Toni Kroos, Holger Badstuber, David Alaba und Mario Gomez eine starke Partie ablieferten, haben andere noch Steigerungspotenzial:

Jerome Boateng:

Der Innenverteidiger an der Seite von Abwehrchef Holger Badstuber machte gegen Real nicht viel falsch - aber auch nichts besonders gut. In zwei, drei Situationen, wie etwa bei einem Missverständnis mit Manuel Neuer, stockte einem der Atem, wenn Boateng am Ball war. Meist erledigte er seine Aufgabe jedoch unauffällig. Dabei sollte ein Innenverteidiger moderner Prägung hin und wieder auch versuchen, in der Offensive Akzente zu setzen. Da sind ihm Kollege Badstuber sowie DFB-Konkurrent Mats Hummels deutlich voraus. Wenn sich Boateng in puncto Sicherheit und Spieleröffnung steigern kann, wäre das ein wichtiger Baustein für das Rückspiel im Bernabéu-Stadion.

Bastian Schweinsteiger:

Er war bei seiner Auswechslung sichtlich gefrustet, sauer auf Trainer Jupp Heynckes, der ihn in der 61. Minute gegen Thomas Müller austauschte und wohl auch sauer auf seine Leistung. Denn nach seiner monatelangen Verletzungsserie mit Schlüsselbeinbruch, Außenbandriss und Knöchelverletzung kann der Bayern-Dirigent derzeit dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.

Stattdessen verlor Schweinsteiger vor dem 1:1 in der 53. Minute den Ball am gegnerischen Strafraum und lud Real zum Konter ein. Gegen Werder Bremen soll sich der emotionale Leader am Wochenende weiter Spielpraxis holen, um für das Rückspiel am kommenden Mittwoch seinen Spielrhythmus zu finden. Doch ob das so schnell geht, darf bezweifelt werden. Vielleicht sollte Heynckes eher auf Variante B mit Toni Kroos im defensiven und Thomas Müller im offensiven Mittelfeld setzen. Denn Bastian Schweinsteiger hilft dem Team nur, wenn er topfit ist.

Luiz Gustavo:

Auch Schweinsteigers Nebenmann erwischte einen durchwachsenen Abend und hatte bei einigen überharten Aktionen in der zweiten Hälfte noch Glück, dass ihn Schiedsrichter Howard Webb nicht verwarnte oder gar vom Platz stellte. Anfangs wirkte Gustavo fahrig und fehlerhaft, in der Spieleröffnung unterliefen ihm einige Fehlpässe. Gustavo absolvierte keineswegs eine schleche Partie, doch gegen ein Weltklasseteam wie Madrid wirkte der Brasilianer bisweilen überfordert. Seine Zweikampfquote (8 von 17 gewonnen) lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

Arjen Robben:

In den ersten zehn Minuten lief das Spiel komplett an Arjen Robben vorbei. Der Niederländer musste lange auf seinen ersten Ballkontakt warten. Dann wurde er etwas präsenter und lieferte sich ein aggressives Duell mit seinem Gegenspieler Fábio Coentrão. Insgesamt blieb Robben jedoch blass, brachte nur einen Torschuss zustande und hatte keine einzige zwingende Aktion. Gegen seinen Ex-Klub Real Madrid ist Bayern dringend auf mehr Initiative des Flügelflitzers angewiesen.

Fazit: Wenn die Leistungsträger das Niveau im Rückspiel halten können und die vier Schwachpunkte den Anschluss an dieses Level finden, muss dem FC Bayern auch in Madrid nicht bange sein. Dass es die Münchner gegen Bremen ruhig angehen lassen können, während Real beim Clásico gegen den FC Barcelona voll gefordert ist, kann ein entscheidender Vorteil für das Rückspiel sein. Es spricht einiges dafür, dass der Finaleinzug im eigenen Stadion - der große Traum von Bayern-Boss Uli Hoeneß - keine Utopie bleibt.

kru/rut/phs/news.de

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