Fußball Augsburger stecken trotz Niederlage nicht auf

Augsburger stecken trotz Niederlage nicht auf (Foto)
Augsburger stecken trotz Niederlage nicht auf Bild: dpa

Augsburg - Augsburgs Vorzeige-Abstiegskämpfer Axel Bellinghausen stand noch minutenlang nur in Shorts völlig abgekämpft im Kabinentrakt und versuchte die erste Heimpleite seit fünf Monaten zu begreifen.Das 1:3 (1:2) im Schwaben-Derby gegen den ausgebufften Europa-League-Anwärter VfB Stuttgart hatte seine Spuren beim bayerischen Bundesliga-Neuling hinterlassen und die Schwierigkeit der Mission Klassenverbleib unterstrichen - wenngleich Manager Andreas Rettig zu beschwichtigten versuchte: «Wir haben noch vier Spiele, wir können es immer noch aus eigener Kraft schaffen.»Noch sieht es gar nicht so schlecht aus für den FCA; noch liegt der Aufsteiger auf Rang 15, einem Nichtabstiegsplatz.

Allein das Restprogramm spricht gegen das beständig aufopferungsvoll kämpfende Fußballteam von Trainer Jos Luhukay: Augsburg spielt noch gegen die Champions-League-Kandidaten Schalke und Gladbach, die wiedererstarkten Wolfsburger und den HSV. Zwei Siege sind wohl noch nötig, um den unteren drei Plätzen sicher fern zu bleiben. Ob das gegen diese Hochkaräter gelingen kann? «Die Situation ist brenzlig. Aber wir haben es uns erarbeitet, dass wir noch um den Klassenerhalt kämpfen», befand Torwart Simon Jentzsch.

Der unermüdliche Bellinghausen zumindest ist zuversichtlich vor seinen vier letzten Auftritten im FCA-Trikot - am Saisonende wechselt der Mittelfeldrackerer zu Fortuna Düsseldorf. «Ich denke auf keinen Fall, dass das ein Genickbruch war», beteuerte der 28-Jährige. «Wir werden versuchen den Kopf soweit hinzubekommen, dass wir am Samstag gegen Wolfsburg wieder ein gutes Spiel machen.»

Auch gegen den VfB waren die Gastgeber - wie immer vor heimischer Kulisse - couragiert und mit viel Einsatz zur Sache gegangen, hatten nach Nando Rafaels Elfmetertor (5.) sogar lange geführt. Dann aber meldete sich Stuttgart sehenswert zurück: Serdar Tasci (24.), Martin Harnik (34.) und Vedad Ibisevic (84.) drehten die Partie und sorgten für die erste FCA-Heimpleite seit dem 1:2 gegen den FC Bayern Anfang November vergangenen Jahres.

«Wir hatten vielleicht das Gefühl gehabt, dass wir alles im Griff haben - und dann haben sie eiskalt zugeschlagen», klagte Verteidiger Sebastian Langkamp, dem selber einige vermeidbare Fehler unterliefen. Alle drei VfB-Treffer hätten durch ein entschiedenes Eingreifen wohl verhindert werden können. «Wir können uns nichts vorwerfen - außer, bei den Gegentoren total gepennt zu haben», bekannte Keeper Jentzsch.

Das erkannte schließlich auch der Gegner: Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia, nach acht Partien ohne Niederlage und einem «geilen Sieg im Stile einer Spitzenmannschaft» lobte sogar den Verlierer: «Was Augsburg inzwischen nicht nur kämpferisch, sondern auch fußballerisch leistet, ist schon stark!»

Und trotzdem lange noch nicht gut genug, um unten wirklich mal herauszukommen. «Für uns hat sich die Situation jetzt nicht geändert. So wie die ganzen Siege zuletzt nichts bedeutet haben, bedeutet auch die Niederlage nichts», sagte Abwehrmann Langkamp. In der Hinrunde holte der FCA gegen seine vier Restgegner immerhin sieben Punkte - das würde nach der aktuellen Tabellensituation mit Sicherheit für ein zweites Jahr in der 1. Bundesliga reichen.

news.de/dpa

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