Fußball:Bundesliga Duell der Torjäger: Lewandowski gegen Gomez

München - Der Unterschied beim Marktwert ist riesengroß, die Differenz bei der Bundesliga-Trefferquote vergleichsweise gering. Im Liga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt es zum möglicherweise spielentscheidenden Duell zwischen Robert Lewandowski und Mario Gomez.Von einer solchen Sicht der Dinge hält Gomez jedoch wenig: «Ich sehe das nicht als Spiel zwischen mir und Lewandowski, sondern als Spiel gegen den BVB.

Duell der Torjäger: Lewandowski gegen Gomez (Foto)
Duell der Torjäger: Lewandowski gegen Gomez Bild: dpa

Ich will gewinnen, da ist es mir egal, wie der Vergleich mit Lewandowski ausgeht.»

Die Torjäger stehen für die verschiedenen Systeme ihrer Teams. Lewandowski lebt hauptsächlich vom bedingungslosen Einsatz, sein Münchner Pendant vor allem von herausragender Effizienz. Beide Profis stimmten sich am vorigen Spieltag mit Doppelpacks auf den Hit mit Finalcharakter ein. Der in der Bundesliga-Torjägerliste führende Münchner Gomez verbesserte beim 2:1 über Augsburg seine Trefferzahl auf 25, der Dortmunder traf beim 3:1 in Wolfsburg zum 19. Mal ins Schwarze. Gomez wandelt auf den Spuren von Gerd Müller und gilt als bester FCB-Torjäger seit 38 Jahren, Lewandowski als erfolgreichster BVB-Torschütze seit Manfred Burgsmüller vor 30 Jahren.

Dabei standen beide Angreifer in ihren Clubs zwischenzeitlich fast schon im Abseits. Der einstige Bayern-Coach Louis van Gaal machte dem 2009 für mehr als 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichteten Gomez schnell klar, dass dieser in der Stürmer-Hierarchie ganz unten angesiedelt war. Der 26-Jährige aber biss sich durch - und belohnt sich längst mit Toren wie am Fließband. Ein ähnliches Schicksal durchlitt Lewandowski: Erst eine Verletzung von Lucas Barrios zum Saisonbeginn ebnete der lange Zeit als «Chancentod» verspotteten polnischen EM-Hoffnung den Weg in die BVB-Stammelf.

Ein Vergleich auf internationaler Ebene fällt deutlich zugunsten von Gomez aus. Der deutsche Nationalstürmer erzielte in dieser Champions-League-Saison elf Tore und liegt damit knapp hinter Barcelonas Superstar Lionel Messi (14). Diese Abschlusssouveränität erklärt den Transferwert von geschätzten 42 Millionen Euro und machte sich bei den in der Vorwoche abgeschlossenen Verhandlungen bezahlt. Voller Stolz gab der FC Bayern die Vertragsverlängerung mit dem Ausnahmestürmer bis 2016 bekannt. «Ich werde in der Bundesliga für keinen anderen Club als für Bayern München spielen», kommentierte Gomez am Dienstag.

Dagegen fiel die Bilanz des drei Jahre jüngeren und für rund zwölf Millionen Euro gehandelten Lewandowski in der Königsklasse bescheiden aus. Nur beim 1:3 in Piräus traf der 2010 für 4,5 Millionen Euro aus Posen verpflichtete Profi. Diese magere Ausbeute trug dazu bei, dass sich der BVB nach den Gruppenphase sang- und klanglos aus Europa verabschiedete. Über diesen Frust könnte der erneute Gewinn der Meisterschale hinweghelfen - vielmehr als der Gewinn der Torjägerkanone. «Wenn es so kommen sollte, könnte ich es locker verschmerzen, wenn Mario am Ende mehr Tore hätte», sagte Lewandowski der «Bild».

news.de/dpa

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