BVB vs. FC Bayern Klopp vergleicht Mega-Hit mit Clásico

Der BVB empfängt den FC Bayern zum Ligagipfel der Fußball-Bundesliga. Der Ansturm war riesig: 450.000 Fans wollten ein Ticket für den Megahit. BVB-Coach Jürgen Klopp erwartet ein Spektakel und vergleicht das Duell gar mit dem Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona.

BVB-Coach Klopp vergleicht Bayern-Spiel mit Clásico (Foto)
So will BVB-Coach Jürgen Klopp auch gegen den FC Bayern jubeln. Bild: dapd

«Giganten-Treffen», «Fußball-Fest», «Spiele, die wir lieben» - Karl-Heinz Rummenigge & Co. schwärmen schon seit Tagen vom Liga-Gipfel des FC Bayern am Mittwoch bei Borussia Dortmund (ab 20 Uhr im news.de-Liveticker). Auch bei Jürgen Klopps Meistertruppe, zuletzt dreimal in Serie im direkten Duell siegreich, ist die Vorfreude regelrecht greifbar. «Das ist erneut ‹Mia san Mia› gegen ‹Wir sind Fußball›. Das ist hochspannend», erklärte Klopp.

450.000 Fans wollten Tickets

«Wir wollen den 80.000 ein Spektakel bieten.» Der Hype um den Mega-Hit am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga erinnert an den Clásico in Spanien zwischen Real Madrid und FC Barcelona; mehr als 450.000 Karten-Bestellungen gingen beim BVB ein. Auch Dortmunds Coach verglich die Partie mit dem Clásico. Vor eineinhalb Jahren hätte er sich gemeinsam mit seinen Spielern das Duell in der Primera Division noch auf einem Laptop im Livestream angesehen - mit «fürchterlichem Ruckelbild».

Fußball: Die Publikumslieblinge der Bundesliga

Nun würde der BVB selbst so ein legendäres Spiel bestreiten. «Wenn wir uns jetzt vorstellen, dass vielleicht auch der eine oder andere spanische Fußballer da sitzen wird und darauf schaut, wie dieses Spiel ausgehen wird, dann ist das schon etwas Spezielles. Dem kann man sich nicht entziehen», sagte Klopp gegenüber Welt Online.

FC Bayern kann mit Sieg am BVB vorbeiziehen

Mit einem Sieg beim Meister können die Bayern selbst wieder die Tabellenspitze übernehmen. Kassieren die Münchner erneut eine Pleite, ist die Chance auf den 23. Titel wohl dahin. «Wir dürfen uns auf keinen Fall eine Niederlage erlauben, sonst wäre die Meisterschaft abzuhaken», warnte Vorstandschef Rummenigge und hofft, am Mittwochabend nach dem Schlusspfiff «keine Bauchschmerzen» zu haben.

Jürgen Klopp: «Bundestrainer wäre eine Ehre»
Video: mik/news.de/dapd

Von einer Vorentscheidung mag Klopp aber selbst im Falle eines Sieges auf keinen Fall sprechen. «Eine Vorentscheidung hat noch nirgends im Sport eine Relevanz gehabt», sagte der Coach einen Tag nach dem kühlen 3:1 beim VfL Wolfsburg am Dortmunder Trainingsplatz.

Geheimtraining beim Rekordmeister

Die Münchner trainierten am Montag hinter verschlossener Tür, mit zum Teil individuellem Programm. So arbeitete Toni Kroos im Leistungszentrum und ließ sich pflegen. Er freut sich auf den Hit gegen den BVB. «Es wird viel Wirbel um dieses Spiel gemacht. Aber das ist ganz normal», sagte der Nationalspieler und berichtete von topmotivierten Mitspielern. «Man merkt in der Mannschaft, dass jeder weiß, wie wichtig dieses Spiel ist.»

Trotz des auf drei Zähler geschrumpften Vorsprungs haben die Dortmunder aber die besseren Karten im Titelkampf. Die Abteilung Attacke des FC Bayern blieb auch nach dem 2:1-Pflichtsieg über den FC Augsburg wie schon vor einer Woche still. Zum einen haben die Münchner mit ihrer «Wir-schauen-nur-auf-uns»-Strategie gerade Erfolg. Zum anderen ist man nach den imponierenden Dortmunder Auftritten nicht sicher, tatsächlich deren Fußball-Tempel zu stürmen.

Watzke: «Unsere Spieler lachen sich kaputt»

Beim BVB wurden die Münchner Sticheleien vergangener Wochen ohnehin eher mit Amüsement hingenommen. «Mit Psychostrategien gewinnst du kein Spiel. An uns prallt es definitiv ab. Man sieht es auch an den Resultaten. Unsere Spieler lachen sich darüber kaputt», sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Sky und meinte mit Blick auf Präsident Uli Hoeneß. «Ich schätze ihn ja total, aber deshalb muss man trotzdem nicht alles ernst nehmen, was er sagt.»

Bundesliga-Flops: Die Fehleinkäufe der Bundesligisten

Für Watzke zählen nur Taten auf dem Platz, und da ballern die Torjäger beider Klubs derzeit in Meisterform. Robert Lewandowski steuerte beim 3:1 in Wolfsburg neben dem einfachen Torschützen Ilkay Gündogan zwei Treffer für die Borussia bei. Mario Gomez schoss sich mit den Saisontoren 24 und 25 für den Bundesliga-Schlager und die anstehenden «fünf Endspiele» warm. «Wir müssen alle fünf gewinnen. Wenn wir das tun, werden wir Deutscher Meister», betonte der Nationalstürmer, dessen 1:0 in der 25. Sekunde das schnellste Tor der Saison war. Mit dem 2:1 unterstrich der in dieser Woche mit einem neuen Millionen-Vertrag bis 2016 an den Klub gebundene Torschützenkönig seine enorme Bedeutung im Titelkampf.

Nerlinger: «Respekt, aber keine Angst»

«Zwei lebenswichtige Tore im sehr wichtigen und schweren Spiel. Ich glaube, da haben beide Seiten alles richtig gemacht», sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, früher auch im Borussen-Trikot im Einsatz. Nerlinger wagte sich vor dem BVB-Match noch am weitesten vor. «Das wird für alle Fußball-Fans ein großer Festtag! Es treffen die beiden überragenden Mannschaften der Saison aufeinander. Ich bin überzeugt, dass wir den Titelendspurt für uns entscheiden werden.»

Die Art und Weise bei «neun Siegen wettbewerbsübergreifend in Folge» macht Nerlinger große Hoffnung, aber diese Serie wirkt angesichts von 23 Bundesligaspielen der Dortmunder nacheinander ohne Niederlagen bescheiden. «Wir haben Respekt, Angst brauchen wir nicht haben», sagte Rummenigge, der sich beim Ausgang des «Giganten-Treffens» nicht als «Kaffeesatzleser» betätigen wollte. Froh war er, dass Bastian Schweinsteiger erstmals seit seiner Sprunggelenksverletzung aus dem Februar wieder über 90 Minuten spielte. Dagegen musste beim Titelverteidiger Mario Götze noch warten.

Acht Punkte waren die Westfalen schon enteilt, jetzt sind es nur noch drei Zähler Vorsprung auf die Münchner, die ihrerseits schon einmal fünf Punkte vorne lagen. «Wir können in Dortmund einen großen Schritt machen. Jetzt kommen die großen Spiele, und da muss jeder top vorbereitet sein», sagte Münchens Nationalverteidiger Holger Badstuber und sprach den Fußball-Fans aus den Herzen. «Diese Spiele lieben wir.»

phs/boi/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • putinfanatiker
  • Kommentar 2
  • 10.04.2012 15:28

??? Wer wird Deutscher Fussballmeister ??? RICHTIG BvB DORTMUND HEISST ER DER DEUTSCHE FUSSBALLMEISTER 2012 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar melden
  • Kritiker
  • Kommentar 1
  • 10.04.2012 12:53

Redaktioneller Fehler: Der BVB war max nur 7 Pkt enteilt, aber nicht 8 wie im letzten Abschnitt behauptet. Und München war schon weit mehr als 5Pkt von Dortmund enteilt.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig