Bundesliga Die Vertragspoker der Stars

Der Vertragspoker der Stars (Foto)
Bleibt Schalkes Sturmduo Klaas-Jan Huntelaar und Raul? Noch scheint alles offen. Bild: dapd

Von Stefan Tabeling
Raúl, Huntelaar, Farfan, Robben, Pizarro, Kagawa: Im EM-Jahr zocken die Starkicker der Bundesligisten eifrig um neue Verträge. News.de nimmt die interessantesten Personalien unter die Lupe.

Die Chefetage von Meister Borussia Dortmund kann dem Endspurt in der Fußball-Bundesliga ein wenig entspannter als die Konkurrenz entgegenblicken - so das denn angesichts der höchst spannenden Tabellenkonstellation überhaupt möglich ist. Die Hausaufgaben für die kommende Saison haben die Schwarz-Gelben jedenfalls gemacht. Jungstar Marco Reus wurde bereits im Winter als Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet, die sportliche Führung um Erfolgstrainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc ist längst mit neuen Verträgen bis 2016 ausgestattet, und erst am vergangenen Dienstag setzte der wiedergenesene Shootingstar Mario Götze seine Unterschrift unter einen Kontrakt mit ebenso langer Laufzeit. Einzig die Vertragsverhandlungen mit Shinji Kagawa (läuft 2013 aus) stehen noch mit Priorität A auf der Agenda. 

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So hat sich Ihr Klub verstärkt

«Der Ball liegt bei Shinji. Wir würden gerne mit ihm verlängern, machen aber keinen Druck», sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Ob der 23 Jahre alte Japaner das Angebot einer vorzeitigen Verlängerung bis 2016 annimmt, ist allerdings noch unklar. Kagawa ist von Fußball-Clubs aus der englischen Premier League umworben, in Dortmund wolle ihm der BVB aber nicht die «Pistole auf die Brust setzen», hieß es aus dem Verein.

Horst Heldt spielt den Worst Case durch

Insgesamt also paradiesische Verhältnisse beim Meister. Das kann Horst Heldt beim Revierrivalen Schalke 04 nicht von sich behaupten. Der Sportdirektor hat alle Hände voll zu tun, droht ihm doch sein Traumsturm im Sommer ganz oder in großen Teilen abhandenzukommen. Die Verträge von «Senor» Raul und Jefferson Farfan laufen aus, dazu stehen knifflige Gespräche mit Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar an. Der Niederländer könnte 2013 ablösefrei wechseln.

«Es ist wichtig, so einen Worst Case einmal zu betrachten. Das spielt man durch. Aber Schalke hat einiges zu bieten, wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind», sagt Heldt. Fall für Fall will er die Personalien abarbeiten. Angefangen hat er bereits mit Chinedu Obasi, beim aus Hoffenheim ausgeliehenen Nigerianer wurde die Kaufoption gezogen. Mit Rauls Berater gab es nach dem Europa-League-Spiel bei Athletic Bilbao am vergangenen Donnerstag ein zweites Treffen, auch bei Farfan ist die Tür noch nicht zu.

Dabei könnte Heldt die sportliche Situation in die Karten spielen. Als Tabellendritter befinden sich die Schalker auf direktem Weg in Richtung Champions League. Das wäre dann auch bei Huntelaar hilfreich, der erst nach der Europameisterschaft im Sommer verhandeln will. «Wir sagen jetzt nicht, um Gottes Willen, wie geht es jetzt weiter?», ergänzte Heldt.

Bayern verlängert mit Gomez und ringt um Robben

Auch bei Rekordmeister Bayern München wird mit Hochdruck an den brisanten Personalien gearbeitet. Sportdirektor Christian Nerlinger konnte erst am Mittwoch stolz verkünden, den 2013 auslaufenden Vertrag mit Torjäger Mario Gomez bis 2016 zu verlängern. «Mario Gomez ist in den letzten Jahren zu einem der besten Torjäger Europas geworden», sagte Christian Nerlinger, «wir freuen uns, dass er seine Tore weiter für den FC Bayern schießen wird. Mit den Vertragsverlängerungen von Mario und weiteren aktuellen Nationalspielern haben wir nun die langfristige Basis für die kommenden Jahre des FC Bayern geschaffen.»

Für Sturmkollege Ivica Olic dürfte am Ende der Schluss beim FC Bayern für den siebenmaligen Königsklassen-Torschützen der Final-Saison sein. Sein Wechsel zum VfL Wolfsburg gilt als fix, wenngleich Olic betonte, dass er erst nach der Saison eine Entscheidung treffen werde. Ohnehin muss dann vielleicht noch mal verhandelt werden: Denn ab einer bestimmten Anzahl von Pflichtspieleinsätzen verlängert sich der Vertrag des 32-Jährigen automatisch.

Noch komplizierter liegen die Dinge bei bei Arjen Robben. Die Egoismus-Debatte um den Niederländer und die teils harsche Medienschelte nach seinen schwachen Leistungen zum Rückrundenstart haben Robben offenbar nachdenklich gemacht. «Es ist viel passiert in der ganzen Zeit, aber ich bin mir sicher, dass er bei Bayern bleibt», sagte Präsident Uli Hoeneß.

Gladbach geht auf Shoppingtour, Zukunft der Bremer und Hamburger Stars völlig offen

Planungssicherheit, wenngleich in negativer Hinsicht, hat Gladbachs Sportchef Max Eberl. Reus, Roman Neustädter (Schalke 04) und wohl auch Innenverteidiger Dante (Bayern München) müssen ersetzt werden. Das nötige Kleingeld hat er bei der Suche nach neuen Spielern aber zur Verfügung. Für mindestens 20 Millionen Euro darf Eberl auf Shoppingtour gehen.

Unklar ist die Zukunft des Spitzenpersonals bei Werder Bremen. Claudio Pizarro kündigte seinen Kontrakt fristgerecht und hielt sich damit alle Optionen offen. Zuletzt war der peruanische Torjäger mit seinem Ex-Klub Bayern München in Verbindung gebracht worden. Außerdem laufen die Verträge bei Nationaltorhüter Tim Wiese und Kapitän Clemens Fritz aus.

Beim Nordrivalen Hamburger SV liegt angesichts der ungewissen Zukunft alles auf Eis. So wird Nationaltorhüter René Adler (Bayer Leverkusen) erst bei gesichertem Ligaverbleib sein Ja-Wort geben. Lediglich Stürmer Mladen Petric ist einen Schritt weiter, sein Abschied nach vier Jahren ist beschlossene Sache. Einen neuen Klub hat er noch nicht gefunden, und ein Empfehlungsschreiben waren seine Leistungen in den letzten Wochen auch nicht. Und beim 1. FC Köln? Da muss erst einmal ein Sportdirektor gefunden werden, der überhaupt Vertragsgespräche führt.

kru/news.de/dapd/dpa

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