Fußball-Paare Taugt eine Spielerfrau als Beraterin?

«Ehefrau als Managerin? Sollte mal wieder eine versuchen!» (Foto)
Prototypen der neuen Spielerfrauen-Generation: Sarah Brandner (l.) und Silvia Meichel, die Lebensgefährtinnen von Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez. Bild: dapd

Taffe Beraterinnen und schnuckelige Rassehasen: Christine Eisenbeis hat ein Buch über den Mythos Spielerfrau geschrieben. Im Interview spricht die Autorin über die Generation Martina Effenberg, heutige Spielerfrauen und den Platz für die Liebe in prominenten Fußball-Beziehungen.

Frau Eisenbeis, Ihr Buch hat natürlich ein Kapitel über Gaby Schuster, Martina Effenberg und Bianca Illgner, die als knallharte Managerinnen ihrer Ehegatten gefürchtet waren. Anscheinend gibt es diese Rolle heute nicht mehr und warum?

Christine Eisenbeis: Das Feld ist zu komplex geworden, und die talentierten Spieler haben schon mit 17 professionelle Berater. Die genannten Frauen haben das damals sehr schlau gemacht, das Beste für die Familie herauszuschlagen. Die Manager, mit denen sie zu tun hatten, haben sich später sehr respektvoll geäußert. Vielleicht sollte es mal wieder eine versuchen und wahrscheinlich würde sie nicht so angefeindet wie die Frauen damals, sondern eher bewundert.

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Trotzdem machen viele die Manager-Ehefrau der 1980er-Jahre für den schlechten Ruf der Spielerfrauen verantwortlich.

Eisenbeis: Das waren sie zum Teil auch, wobei die Optik, das Auftreten auch eine Rolle gespielt haben. Heute denkt man eher an die Gucci-tragende, nach Prominenz gierende Frau, die das Geld ausgibt und eine eigene Medienkarriere im Auge hat, als Model oder Sängerin.

Wie das Vorbild Coleen Rooney, die durch ihre Ehe mit einem Fussballprofi selbst zur Bestsellerautorin, Kolumnistin und Werbeträgerin geworden ist ...

Eisenbeis: Ja, wobei man es ihr auch nicht vorwerfen kann, dass sie diese Angebote annimmt. Warum sollte sie es nicht machen? Ich frage mich eher, warum es einen Markt dafür gibt, warum Menschen die Biografie einer 23-jährigen Spielerfrau lesen wollen.

In England sind die «Wags», Spielerfrauen und Freundinnen, ein Teil der Popkultur, mit TV-Soaps und viel Platz in Boulevard-Zeitungen und People-Magazinen. Ist Deutschland auch auf dem Weg dorthin?

Eisenbeis: Ich glaube nicht. In England ist der Traum vom sozialen Aufstieg an der Seite eines Stars sehr ausgeprägt. Wenn ich in Deutschland zwölfjährige Mädchen nach ihren Zielen frage, würde kaum eine ‹Spielerfrau› sagen. In England kann das passieren. In England ist die Serie Footballers Wife ein absoluter Erfolg; in Deutschland wurde Das geheime Leben der Spielerfrauen nach vier Folgen wieder abgesetzt.

Ist das Ziel ‹Spielerfrau› eine gute Idee?

Eisenbeis: Es kann ein schönes Leben sein, wenn man für dieses Leben geeignet ist und sich für den Partner zurücknehmen kann. Sich aus Kalkül einen Fußballer zu angeln, diese Rechnung wird meist nicht aufgehen. Die glamouröse Seite wird überschätzt, so viele Veranstaltungen sind es ja nicht, wo man an seiner Seite glänzen kann. Ansonsten ist man viel allein, muss viel auf ihn warten, und weiß nicht, wo man nächstes oder übernächstes Jahr leben wird. Eine schwierige Rolle, auf Dauer.

Kann es sein, dass so ein Profi auch ziemlich pflegeintensiv ist?

Eisenbeis: Sicher. Die sind so auf ihre Sache fokussiert und so erfolgsabhängig, dass die Partnerin ihre eigenen Ansprüche oft zurückstellen muss.

Sie argumentieren, die schmückende Spielerfrau mit teurer Handtasche sei ein Klischee. Aber auch ihre Interviewpartnerinnen sehen blendend aus, haben oft bei einer Miss-Wahl mitgemacht und modeln freiberuflich. Ein Zufall?

Eisenbeis: Nein. Erfolg macht sexy, heißt es, und das stimmt. Ein umschwärmter Star ist attraktiver und hat dann auch eine attraktive Partnerin. Zumal, seit die Jungs auch äußerlich mehr auf sich achten.

Und wo bleibt die Liebe?

Eisenbeis: Die Liebe ist vorhanden oder stellt sich ein, da bin ich sicher. Diese Glamour-Paare spielen ja nicht dauernd etwas vor. Wie haltbar das ist, ist eine andere Frage. Spieler und Spielerfrau machen ja früh massive Entwicklungen durch, eine ist sicher das Ende seiner Karriere.

Autor: Christine Eisenbeis
Titel: Im nächsten Leben werd' ich Spielerfrau. Ein Phänomen wird abgschminkt
Umfang: ca. 200 Seiten
Verlag: Die Werkstatt
Preis: 9,99 Euro

kls/kru/news.de/dapd

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