Fußball Ribéry: Kein Pardon mit «OM» - Heynckes pokert

Marseille - Franck Ribéry wurde in Marseille von seinen Landsleuten gleich in Manndeckung genommen. Am Flughafen, im Hotel - überall stürzten sich die Franzosen auf den prominenten Heimkehrer.«Ich war nicht überrascht über den Empfang, aber ich weiß nicht, was mich im Stadion erwartet, was da passiert», sagte Ribéry.

Ribéry: Kein Pardon mit «OM» - Heynckes pokert (Foto)
Ribéry: Kein Pardon mit «OM» - Heynckes pokert Bild: dpa

Es könne aber kein Pardon mit seinem Ex-Club geben, im Gegenteil: Der kleine Franzose hat sich gegen Olympique Marseille mit den Bayern im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League eine triumphale Rückkehr ins Stade Vélodrome vorgenommen. «Ich spiele nicht mehr für Marseille, ich spiele für Bayern. Ich hoffe, wir gewinnen», sagte er im Quartier der Bayern direkt an der malerischen Mittelmeerküste.

Der Dortmund-Bezwinger soll auf keinen Fall zum Stolperstein werden auf dem schon ausgelegten Roten Teppich ins Halbfinale gegen die «Königlichen» von Real Madrid mit den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedria. «So weit denken wir noch gar nicht. Wir würden einen großen Fehler machen, wenn wir Marseille unterschätzen würden», verkündete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

«Das kann ein großer Fight werden», warnte auch Jupp Heynckes. Der Trainer sorgte sich nicht, dass gerade Ribéry übermotiviert zu Werke gehen könnte: «Ich habe ein gutes Gefühl. Franck hat sich Marseille gewünscht. Er spielt in dieser Saison auf Top-Niveau. Ich würde mir wünschen, dass er etwas ganz Großes mit der Mannschaft gewinnt.»

Gemeint war die Champions League. «Der Kopf ist nicht schon bei Real», versicherte aber auch Ribéry. Der 28-Jährige, der von 2005 bis 2007 für «OM» spielte, weiß am besten, was seine Kollegen und ihn am Mittwochabend erwartet: «Hier lebt man nur für Fußball. Die Situation von Marseille in der Liga ist schwer, okay. Aber die Spieler werden sehr motiviert, sehr aggressiv sein. Und die Atmosphäre im Stadion wird hitzig sein.» Falls er ein Tor erzielen sollte, würde er allerdings nicht groß jubeln, kündigte Ribéry an: «Ich habe sehr viel Respekt vor den Olympique-Fans.»

Zumindest die Anreise nach Südfrankreich klappte beim FC Bayern schon mal problemlos. Vom Warnstreik am Münchner Flughafen blieb der Bayern-Tross unbehelligt. Überraschend saß auch Bastian Schweinsteiger im Flieger. Nach den überstandenen neuen Wehwehchen an seinem rechten Fuß könnte er sogar als «Joker» auf der Bank sitzen. «Bastian ist seit zwei Tagen beschwerdefrei. Ich werde am Spieltag entscheiden, ob ich ihn ins Aufgebot nehme», erklärte Heynckes.

Richten soll es erst einmal die Erfolgself der letzten Spiele. «Rausgehen, Gas geben und aggressiv spielen», lautet der Matchplan von Kapitän Lahm. «Wir müssen von der ersten Minute an da sein», betonte auch Arjen Robben. Olympique steckt im Formtief, zudem fehlen der gesperrte Nationaltorhüter Steve Mandanda, der durch den dritten Keeper Elinton Andrade ersetzt werden soll, und der verletzte Innenverteidiger Souleymane Diawara (Kreuzbandriss).

Trotzdem mahnte Rummenigge, nicht an «einen Selbstläufer» zu glauben: «Die Spieler haben die Siege von Marseille gegen Dortmund gesehen. Das sollte uns Warnung genug sein.» Und zugleich Ansporn, dem Bundesliga-Rivalen vorzuführen, wie man gegen Marseille besteht.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß wünscht sich ein Unentschieden, «weil das reicht», um am nächsten Dienstag im Heimspiel alles klar zu machen. Olympique hat seine Stärken in der Offensive. Die Bayern vertrauen auf Nationaltorhüter Manuel Neuer, der am Dienstag 26 Jahre alt wurde. «Er ist in einer super Verfassung», lobte Rummenigge das Geburtstagskind. Vorne sollen Ribéry, Robben, Müller und nicht zuletzt Mario Gomez, der schon zehn Tore in dieser Saison in der Königsklasse erzielte, wirbeln. Ein weiteres Torfestival erwartet Heimkehrer Ribéry aber nicht: «Man kann nicht immer 6:0 gewinnen.»

Voraussichtliche Aufstellungen

Olympique Marseille: Andrade - Azpilicueta, Fanni, N'Koulou, Morel - Diarra, Mbia - Amalfitano, Valbuena, André Ayew - Brandão

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba - Luiz Gustavo, Kroos - Robben, Müller, Ribéry - Gomez

Schiedsrichter: Velasco Carballo (Spanien)

news.de/dpa

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