Fußball Dante wie einst Matthäus - «Keine Zeit zum Weinen»

Dante wie einst Matthäus - «Keine Zeit zum Weinen» (Foto)
Dante wie einst Matthäus - «Keine Zeit zum Weinen» Bild: dpa

Mönchengladbach - Sogar Uli Hoeneß schüttelte den Kopf. «Ich habe an Matthäus gedacht. Ich denke, es war nicht sehr klug ihn schießen zu lassen», meinte der Präsident des FC Bayern München nach der Elfmeter-Fahrkarte des vom Rekordmeister umworbenen Gladbacher Innenverteidigers Dante.

An den legendären Fehlschuss von Lothar Matthäus im Pokalfinale gegen den FC Bayern 1984 erinnerte sich fast jeder der 54 049 Zuschauer im Borussia-Park. In seinem letzten Spiel für die Borussia vor dem Wechsel nach München hatte Matthäus im Elfmeterschießen den ersten Strafstoß über das Tor gejagt - der Rekordmeister gewann das Endspiel.

Der sonst so fröhliche Brasilianer flüchtete zunächst wortlos in die Kabine, ehe er sich nach Mitternacht einem großen Medienpulk stellte. «Ich war so sicher, dass ich das Tor mache. Aber Elfmeterschießen ist Glück, da geht es nicht um Qualität», sagte Dante, der den Ball aus elf Metern - wie damals Matthäus - über das Tor schoss.

«Die ganze Zeit habe ich gesagt, wir wollen nach Berlin. Wir alle haben vom Finale geträumt. Heute bin ich traurig, aber im Fußball hat man keine Zeit zum Weinen», sagte der Gladbacher Abwehrchef, der im letzten Elfmeterschießen in der 2. Runde beim 1. FC Heidenheim noch traf. «Jetzt müssen wir noch mehr Gas geben um den Champions-League-Platz zu bekommen.»

Trotz aller Hinweise halten sich die Dementis zum bevorstehenden Wechsel nach München hartnäckig. «Das sind Spekulationen. Ich weiß nichts von einem Kontakt», sagte Dante. Auch der FC Bayern hielt sich bedeckt. «Da wird der Vorstand eine Erklärung abgeben, ob er kommt und wenn, dann wie», meinte Hoeneß. Sportdirektor Christian Nerlinger sagte zu einem möglichen Transfer: «Nein, das kann ich noch nicht bestätigen».

Auch wenn alle Zeichen auf Abschied deuten, Dante ist im Team der Borussia weiterhin ein Leader und äußerst beliebt. Klar, dass seine Kollegen ihn, der sonst immer andere Spieler aufmuntert und aufbaut, jetzt unterstützen. «Die Mannschaft steht hinter mir. Alle haben mich getröstet», sagte er. Selbst Bayern-Coach Jupp Heynckes zeigte Verständnis. «So etwas kann jedem passieren. Aber Dante ist sicher nicht der Elfmeterschütze, das hat er heute auch gezeigt.»

Bei aller Enttäuschung kann die Elf von Trainer Lucien Favre auch ein bisschen stolz sein. Schließlich war es ein spannendes und packendes Pokal-Halbfinale und trotz des Ausscheidens haben es die Gladbacher geschafft, dass die großen Bayern in drei Spielen gegen sie nicht gewinnen konnten - in der Statistik wird das Halbfinale als Remis verbucht. «Die Mannschaft hat eine fantastische Leistung gezeigt. Sie hat Deutschland und der Welt gezeigt, dass sie an guten Tagen fußballerisch mit den Bayern mithalten kann. Das ist das Positive», befand Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Trainer Favre verarbeitete das Ausscheiden schnell. «Es ist schwer diese Niederlage zu akzeptieren. Aber für mich ist das schon vorbei, meine Gedanken sind bereits am Samstag beim Spiel gegen Hoffenheim», meinte der Borussen-Coach schon kurz nach dem Spiel.

news.de/dpa

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