Handball Verlieren ist für Hildesheim normal

Verlieren ist für Hildesheim normal (Foto)
Verlieren ist für Hildesheim normal Bild: dpa

Hildesheim - Selbst das Kellerduell nahm für die Handballler von Eintracht Hildesheim den gewohnten Verlauf. 22:24 hieß es am Schluss gegen den Vorletzten TV Hüttenberg - und die 24.

Pleite im 25. Bundesliga-Spiel war perfekt.

«Es passt zu dieser Saison, dass wir den möglichen Ausgleich vom Siebenmeterpunkt vergeben haben.» So kommentierte Trainer Gerald Oberbeck «tief enttäuscht» ein Resultat, an das sich Spieler und Fans des abgeschlagenen Schlusslichts längst gewöhnt haben.

Verlieren gehört zum Standardrepertoire der Hildesheimer. Hoffnungen auf den Klassenverbleib macht sich hier keiner mehr, selbst der Trainer nicht. «Wir haben schon Ende vergangenen Jahres gewusst, dass es nicht mehr reichen wird», sagte Oberbeck, der zugleich Geschäftsführer ist. Der Doppelfunktionär weiß nur zu gut, wie es ist, den Gang in die 2. Liga antreten zu müssen. Dreimal (1968, 2000, 2006) verirrte sich die Eintracht bereits in die höchste deutsche Spielklasse. Dreimal ging es direkt wieder runter.

Dabei waren die Niedersachsen verhältnismäßig euphorisch in ihre vierte Bundesligasaison gestartet. «Zu Beginn der Spielzeit waren wir davon überzeugt, einen bundesligatauglichen Kader zu haben», erklärte Oberbeck. Er wurde aber schnell eines Besseren belehrt.

Nach der Trennung von Trainer Volker Mudrow im Januar übernahm das Hildesheimer Urgestein wieder selbst das Kommando auf der Bank. Bessere Resultate gab es aber nicht. Dennoch lobte der 55 Jahre alte Coach die Dauerverlierer für ihre Einstellung, die Lustlosigkeit früherer Tage könne er nicht erkennen: «Die Mannschaft kämpft und trainiert gut.»

Die Voraussetzungen für einen längeren Bundesliga-Aufenthalt sind in Hildesheim eingeschränkt. «Von den finanziellen Möglichkeiten her sind wir ein Zweitligaverein», urteilte Oberbeck. Den Volleyballern des Nachbarclubs TSV Giesen/48 Hildesheim geht es ähnlich, sie mussten im Vorjahr wegen Geldmangels auf den Bundesliga-Aufstieg verzichten.

Die Handball-Fans halten der Eintracht trotz der Pleitenserie die Treue. «Es ist schön zu sehen, wie uns die Zuschauer trotz der aussichtslosen Situation unterstützen. Sie sind auch der Anreiz dafür, immer alles zu geben», sagt Oberbeck. Immerhin 2059 Zuschauer kamen noch zum Kellerduell gegen Hüttenberg.

Den personellen Neuaufbau hat die Eintracht bereits eingeleitet. Von Morten Slundt und Vladica Stojanovic trennte sich der Club, um den Etat frühzeitig zu entlasten und für die anstehende Zweitligasaison zu sparen. Mit drei anderen Akteuren hat der Verein die Verträge verlängert, darunter auch mit Leistungsträger Michael Qvist. «Mir gefällt es in Hildesheim und bei der Eintracht», begründete der Däne seine Unterschrift.

«Wir wollen auch nächstes Jahr eine gute Rolle spielen», sagte Oberbeck zu seinen Personalentscheidungen. Ob er auch als Trainer weitermacht, ist noch nicht entschieden. «Schauen wir mal», meinte der wichtigste Mann des Hildesheimer Handballs.

news.de/dpa

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