Biathlon Neuners letzter Sprintsieg - Peiffer Herren-Zweiter

Chanty-Mansijsk - Die Genugtuung stand Magdalena Neuner ins Gesicht geschrieben. Mit einem breiten Grinsen kommentierte die Rekord-Weltmeisterin ihren Sieg im Sprint von Chanty-Mansisjk und schickte dabei gleich noch eine Kampfansage in Richtung ihrer Dauerrivalin Darja Domratschewa hinterher.

Neuners letzter Sprintsieg - Peiffer Herren-Zweiter (Foto)
Neuners letzter Sprintsieg - Peiffer Herren-Zweiter Bild: dpa

«Cool, heute die Darja so abgezogen zu haben. Ich habe richtig Bock, dieses Wochenende noch mal Gas zu geben und ihr zu zeigen, wer hier der Chef ist», sagte Neuner. Kurz zuvor hatte sie noch den zweiten Platz ihres Teamkollegen Arnd Peiffer über die zehn Kilometer bejubelt.

In der Mixed-Zone bei den Journalisten verfolgte Magdalena Neuner über die Videoleinwand den Zieleinlauf ihrer letzten Kontrahentin Wita Semerenko, nachdem sie zuvor Domratschewa bereits bezwungen hatte. Als ihr 34. Weltcuperfolg feststand, klopfte sich die 25-Jährige erstmal selbst auf die Schultern und lachte lauthals. «Es hat so viel Spaß heute gemacht. Ich habe richtig gemerkt, dass es gut war, dass die WM vorbei ist und der ganze Druck abgefallen ist», bekannte die Wallgauerin.

Begeistert war sie vor allem von ihrer phänomenalen Laufleistung. Denn trotz zweier Strafrunden hatte sie am Ende 3,2 Sekunden Vorsprung auf Semerenko und viel wichtiger - 16,2 Sekunden auf Domratschewa. Die Weißrussin hatte Neuner in dieser Saison regelmäßig die Laufbestzeiten abgeluchst. «Das ist schon eine brutale Genugtuung», erklärte die zweimalige Olympiasiegerin. Zweitbeste Deutsche wurde Andrea Henkel (0 Fehler) auf Rang sechs.

Mit ihrem zehnten Saisonsieg baute Magdalena Neuner zudem die Führung im Gesamtweltcup vor Domratschewa auf 67 Punkte aus. Vor den letzten beiden Wettkämpfen ihrer Sportkarriere sieht sich die zweimalige Olympiasiegerin schon fast am Ziel ihrer Träume. «Jetzt sind es doch schon einige Punkte, die ich vorne bin und ich glaube nicht, dass jetzt noch groß was passiert», sagte Neuner. Für sie wäre es nach 2008 und 2010 die dritte Große Kristallkugel - es ist ihr letztes sportliches Ziel.

Auch für den Verfolgungswettkampf am Samstag sieht sich Magdalena Neuner bestens gerüstet. Sie geht als Führende in die Loipe. «Für mich ist es eine komfortable Situation, da ich weiß, dass ich läuferisch mit der Darja mithalten kann», sagte sie. Der krönende Abschluss ihrer Karriere soll dann der Massenstart am Sonntag werden: «Wenn es wirklich dort mit einem Sieg klappen würde, werde ich mich definitiv in der Disco vollkommen verausgaben, natürlich nur beim Tanzen. Ich hoffe, ich finde dann noch ein paar Männer aus unserem Team, die mich heim bringen.»

Bis auf ihren 18. Sprint-Sieg insgesamt, es war der zehnte Weltcup-Erfolg in diesem, ihrem letzten Winter, war in Sibirien für Magdalena Neuner nichts, wie es immer war. Schon beim ersten Training auf der Strecke, erzählte sie in ihrem Blog auf yahoo.eurosport.de, habe sie einen «sentimentalen Moment» gehabt. Sie habe an die erfolgreiche WM hier (dreimal Gold und zweimal Silber), an die tolle WM in Ruhpolding (insgesamt vier Medaillen) und an das endgültige Ende nach diesen Wettkampftagen denken müssen. «Aber ich wollte auf dem Höhepunkt aufhören. Jetzt werde ich woanders Siege feiern», meinte die zwölfmalige Weltmeisterin.

Zuvor hatte auch Peiffer via Videoleinwand die Entscheidung um den Herren-Tagessieg verfolgt. Der dreimalige Ruhpolding-Weltmeister Martin Fourcade verlor auf der Schlussrunde zwar Sekunde um Sekunde, vermasselte am Ende jedoch Peiffer dessen siebten Weltcuperfolg um 5,3 Sekunden. «Martin ist der beste Biathlet der Welt, deshalb ist es nicht schlimm, von ihm geschlagen zu werden», sagte Peiffer. Dritter wurde der Schwede Fredrik Lindström.

Vor einem Jahr hatte Peiffer in Sibirien mit Sprint-Gold seinen ersten WM-Sieg gefeiert. «Chanty ist einfach mein Ding. Aber ich bin auf der letzten Rille ins Ziel gekommen.» Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag will der Harzer am Samstag in der Verfolgung den Spieß umdrehen: «Die Ausgangsposition ist sehr gut.»

news.de/dpa

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