Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Der Krise folgt die Trendwende, folgt die Krise undsoweiter. Der FC Bayern München stolpert im Sinuskurvenkurs durch die Bundesliga-Rückrunde. Vor dem K.o.-Spiel in der Champions League gegen den FC Basel fragen sich Fans und Experten: Was ist das 7:1 gegen Hoffenheim wert?
Die Statistiken haben etwas Barceloneskes. 66 Prozent Ballbesitz, 19 zu 4 Torschüsse und 13 zu 4 Ecken. Und das Wichtigste: 7 zu 1 Tore. Torjäger Mario Gomez kletterte mit einem Dreierpack gar auf Rang zwei der erfolgreichsten Bundesliga-Torschützen dieses Jahrtausends. Der FC Bayern war der TSG Hoffenheim am Samstagnachmittag so überlegen, wie das sonst nur der FC Barcelona schafft (das Spiel zum Nachlesen und alle Statistiken im news.de-Liveticker).
Weil der FC Bayern München nun zufällig ebenso hoch gewonnen hat wie Barca gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Mittwoch, skandierten die Fans «Who the fuck is Barcelona?» Um die Gemütslage der Bayernfans ist es derzeit offenbar ähnlich flatterhaft bestellt, wie um das Leistungsvermögen des FC Bayern. Denn im Unterschied zu Barcelona fährt Bayern München seit Beginn der Rückrunde einen schwindelerregenden Jojo-Kurs: Der Auftaktniederlage gegen Borussia Mönchengladbach folgte der Sieg gegen Wolfsburg; dem Remis gegen den HSV ein Erfolg in Stuttgart; dem Unentschieden beim SC Freiburg eine Pleite beim FC Basel undsoweiter. In den zehn Spielen seit dem Rückrundenstart hat es das Team von Trainer Jupp Heynckes bislang nur ein einziges Mal geschafft, das Ergebnis des vergangenen Spiels zu bestätigen (zwei 2:0-Siege hintereinander gegen Stuttgart und Kaiserslautern).
Robben beschwört die Abkehr vom Sinuskurs
Über solch mangelnde Konstanz können sie beim Deutschen Meister in Dortmund nur lächeln. Die Siegesserie des BVB riss zwar am Wochenende beim 0:0 in Augsburg. Doch weiterhin stehen für die Borussia 19 (!) Spiele ohne Niederlage zu Buche. In der Rückrunden-Tabelle belegt der FC Bayern trotz des Torfestivals gegen Retortenklub Hoffenheim hinter den weit enteilten Dortmundern (22 Punkte) und Borussia Mönchengladbach (15 Punkte) nur Rang drei (14 Punkte).
Der FC Bayern ist im Rückspiel des Achtelfinales in der Champions League nun unweigerlich in der Pflicht, dem 7:1 gegen Hoffenheim einen weiteren Sieg gegen den FC Basel folgen zu lassen. «Es kann jetzt nicht sein, dass wir am Dienstag und am kommenden Wochenende wieder anders spielen als heute», sagte Doppel-Torschütze Arjen Robben. Gelänge kein Erfolg, wäre der FC Bayern München nach dem 0:1 im Hinspiel ausgeschieden - der Traum vom Champions-League-Finale im eigenen Stadion ausgeträumt.
Wert des Bayern-Sieges zeigt sich erst gegen Basel
Zwar könnte man meinen, dass der Rekordmeister nun mit breiter Brust in das Spiel gegen den Underdog aus der Schweiz gehen wird. Doch wie es tatsächlich um das Nervenkostüm von Gomez, Robben & Co. bestellt ist, zeigt die Tatsache, dass Bayern München immer dann hoch gewann, wenn ein Tor bis zur 20. Minute glückte. Doch wehe die einstigen Dusel-Bayern treffen das Tor nicht - so wie gegen Leverkusen oder Basel. Dann beißen sich die hochbezahlten Fußball-Künstler die Zähne an der gegnerischen Abwehr aus und Heißsporne wie Thomas Müller und Jerome Boateng geraten teamintern aneinander. «Wir haben ein frühes Tor erzielt und dann schnell noch eins nachgelegt, das ist etwas, was uns in den vergangenen Spielen nicht immer gelungen ist», sagte der wiedergenesene Bastian Schweinsteiger. «Und dann wird es schwierig gegen uns zu gewinnen.»
In das Match gegen den FC Basel geht der Tabellenzweite der Bundesliga nun bereits mit einer Hypothek von einem Tor. Es wird spannend zu beobachten sein, ob die nervösen Bayern es schaffen, die Hinspielniederlage auszublenden und sich in einen Rausch wie gegen Hoffenheim zu spielen. Doch es ist nicht zu erwarten, dass die starken Schweizer so taktisch unklug und wenig kämpferisch wie das Team von Markus Babbel auftreten werden. Was der Kantersieg gegen den Klub aus dem Kraichgau wert ist, zeigt sich also erst am Dienstag. «Das ist doch immer so: Wenn wir hoch gewinnen, dann heißt es, dass der Gegner schwach gewesen wäre. Dabei hat Hoffenheim zuletzt fantastisch gespielt», machte sich Mario Gomez Mut. «Wir wollen die restlichen Spiele in dieser Saison gewinnen.» Eine mutige Ansage angesichts der Jojo-Rückrunde des FC Bayern.
phs/news.de
??? Wer wird Deutscher Meister 2012 ??? !!!RICHTIG BVB Dortmund heisst der Deutscher Meister 2012!!!
Kommentar melden@ Lee: Wir beide sind uns da einig. Aber sagen Sie das mal den Fans des FC Bayern!
Kommentar meldenKönnte man es evtl. unterlassen so ne GURKEN Truppe wie den FC-Bayern mit so weltfußballern wie Messie und Co. zu vergleichen ? Da dreht sich mir der Magen um bei solch behauptungen. Laßt die beiden Vereine in Ihrer jetztigen Form gegeneinander Spielen und ihr seht wie weit weg Bayern vom Niveau eines FC-Barca wech ist !!!!
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