Historische 1:7-Pleite Die Schmach von Nou Camp

Leverkusen: Die Schmach von Nou Camp (Foto)
Genügend Platz zum Zaubern: Lionel Messi düpiert Torhüter Bernd Leno. Bild: dapd

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Vorgeführt und gedemütigt: Barcelona und Lionel Messi haben Leverkusen im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League komplett auseinandergenommen. Hätte Bayer-Trainer Dutt die epochale Blamage verhindern müssen?

Robin Dutt war sich sicher. «Ich glaube, dass wir nichts zu verlieren haben, aber sehr, sehr viel zu gewinnen», hatte Leverkusens Trainer vor dem Auftritt seiner Elf beim FC Barcelona gesagt. Auch Rudi Völler träumte, wenn schon nicht mehr vom Einzug in die nächste Runde, dann doch von der Anerkennung, die Bayer nach einem ordentlichen Spiel im Baskenland zuteil werden könnte.

Doch Dutt und Völler haben sich fatal geirrt. Beim 1:7 (0:2) blamierte sich Bayer gegen Lionel Messi & Co. bis auf die Knochen. Bayer ließ Barcelona nach Belieben zaubern, nicht ein einziges Mal wurde etwa Lionel Messi während der 90 Minuten unsanft gestoppt. So schenkte der Fußball-Floh Leverkusen Tor um Tor ein - eines demütigender als das andere.

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Nur Köln war 1962 noch schlechter

Wie das Team, das am vergangenen Bundesliga-Spieltag den FC Bayern München mit 2:0 bezwungen hatte, in der zweiten Hälfte auseinanderbrach, war bemitleidenswert. Wie Torhüter Bernd Leno nach starken Szenen in der ersten Halbzeit patzte, war deprimierend. Und wie die verzweifelten Bemühungen der Leverkusener Defensivabteilung wirkungslos verpufften, offenbarte einen nicht für möglich gehaltenen Klassenunterschied.

Was sich wohl der verletzte Michael Ballack angesichts der epochalen Pleite denkt? Noch nie hat Leverkusen in einem Europapokalspiel höher verloren. Nur der 1. FC Köln fing sich in der deutschen Europapokal-Historie beim 1:8 beim FC Dundee 1962 eine noch deutlichere Klatsche ein.

Völler: «Sie spielen immer so, sie hauen jedem die Hucke voll»

Nun wird darüber diskutiert, ob Dutts Taktik, im Nou Camp mit Offensivfußball bestehen zu wollen, nicht mutig, sondern vermessen war. «Nach dem 1:3 im Hinspiel wollten wir Barcelona einen offenen Schlagabtausch liefern, was ein Risiko war. In der zweiten Halbzeit haben wir zu offen gespielt», kritisierte auch Rudi Völler.  Hätte Robin Dutt zur Halbzeit also das Risiko minimieren müssen, um sich mit einem würdigen Resultat aus Barcelona zu verabschieden? Stattdessen suchte er mit seinem Team das Heil in der Offensive und wurde bitter bestraft.

Statt kompakt mit elf Spielern in der eigenen Hälfte zu stehen, um dann gelegentliche Konter zu fahren, lud die aufgerückte Bayer-Abwehr Barca zum Toreschießen ein. Mit einem einzigen Pass überwanden Xavi & Co. mehrfach mühelos die Defensive und schickten Messi sowie Youngster Cristian Tello auf die Reise. «Sie spielen immer so, sie hauen jedem die Hucke voll», tröstete sich Rudi Völler. Doch sieben Tore schießt auch der FC Barcelona nicht jeden Tag.

Was meinen Sie: Hätte Leverkusen nach dem 0:2-Halbzeitstand mit elf Spielern in der eigenen Hälfte verteidigen sollen und auf gelegentliche Konter hoffen, um eine derartige Blamage zu vermeiden? Diskutieren Sie mit - in der Kommentarbox weiter unten.

Die Pleite in Barcelona samt aller Statistiken zum Nachlesen im news.de-Liveticker

jag/news.de

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