Powetkin kurz vor K.O. Huck scheitert trotz bravourösem Fight

Marco Huck gegen Alexander Powetkin (Foto)
Marco Huck attackiert Alexander Powetkin. Trotz guter Leistung verlor der Deutsche knapp nach Punkten. Bild: dapd

Von Andreas Hardt
Der Berliner Marco Huck ist beim Versuch gescheitert, als erster Deutscher seit Max Schmeling Box-Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Der 27-Jährige unterlag dem Russen Alexander Powetkin nach Punkten. Das Publikum quittierte das Urteil mit Pfiffen.

Huck unterlag in seinem ersten Schwergewichtskampf am Samstagabend in Stuttgart Titelverteidiger Alexander Powetkin (Russland) trotz einer bravourösen Leistung nach zwölf Runden nach Punkten. Die Punktrichter werteten 114:114, 116:113, 116:112 für den Russen. Huck konnte nach einer grandiosen Leistung den Ring mit erhobenem Haupt verlassen.

Nach seiner zweiten Niederlage im 37. Kampf bleibt er WBO-Weltmeister im Cruisergewicht. Der 32 Jahre alte Powetkin blieb auch in seinem 24. Kampf ungeschlagen. «Viele haben mich als Gewinner gesehen», sagte Huck nach dem Kampf, «der Typ konnte am Ende nicht mehr stehen.»

Max Schmeling war zwischen 1930 und 1932 der allgemein anerkannte Weltmeister. Inzwischen gibt es vier anerkannte Weltverbände mit eigenen Champions, zudem führt die WBA auch noch Wladimir Klitschko als «Super-Champion», sodass Powetkin eigentlich ein Weltmeister «zweiter Klasse» ist. Vor Huck hatten Karl Mildenberger, Axel Schulz, Willi Fischer und Luan Krasniqi vergebens versucht, in Schmelings Fußstapfen zu treten.

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Beide Kämpfer mit atemberaubendem Tempo

Der Kampf begann von der ersten Runde an mit hohem Tempo. Kein Abtasten, kein Abwarten. Wie angekündigt attackierte der Herausforderer mit hohem Tempo und teilweise wilden Schlägen. Powetkin boxte technisch sauberer und hatte ebenfalls klare Treffer. Die ersten vier Runden brachten ein atemberaubendes Tempo für Schwergewichtler, verliefen aber ausgeglichen. Mit zunehmender Kampfdauer aber wirkte Huck wesentlich frischer. In der siebten Runde wackelte der Titelverteidiger, konnte sich aber in die Pause retten.

«Der Ringrichter ist nie gegen Powetkins Abducken eingeschritten», beschwerte sich Hucks Coach Ulli Wegner. Nach der neunten Runde aber kam Powetkin wieder stärker auf. Sein Trainer Alexander Simin redete auf ihn ein, die Rechte des Russen kam wieder öfter durch. In der zehnten Runde hatte Huck einen Cut unter dem linken Auge, eine Runde später blutete er auch unterhalb des rechten Auges stark. In der letzten Runde mobilisierte der Berliner noch einmal alle Kräfte, zu Boden schicken konnte er Powetkin aber nicht mehr. Trotzdem wurde er von den Fans frenetisch gefeiert.

Am Ring schaute sich der britische Skandalboxer Dereck Chisora den Kampf an. Der Londoner versuchte damit Werbung für sich als ein künftiger Gegner des neuen Weltmeisters zu machen. Er wurde allerdings von Teilen der 7.000 Zuschauern ausgebuht. In der letzten Woche hatte der Londoner nach seiner Niederlage im Kampf um die WBC-WM gegen Witali Klitschko für einen Eklat gesorgt, als er sich auf der Pressekonferenz in München eine Schlägerei mit Ex-Weltmeister David Haye lieferte. Schon zuvor beim Wiegen hatte er Klitschko geohrfeigt. Am 14. März will der britische Verband über eine mögliche Sperre entscheiden, gegen Chisora ermittelt außerdem die Münchner Staatsanwaltschaft wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Handgemenge auf den Rängen

Die Stimmung in der ausverkauften Halle war schon vor dem Kampf aufgeladen. Powetkin hatte zahlreiche russische Fans mobilisiert, die den Olympiasieger von 2004 lautstark anfeuerten und Huck bei dessen Einmarsch gnadenlos auspfiffen. Der Berliner hatte jedoch die Mehrheit der Fans hinter sich und wurde frenetisch gefeiert, als er den Ring betrat. Vor der vierten Runde kam es sogar zu einem Handgemenge im Publikum, das die Ordner aber schnell schlichten konnten.

Der in Serbien geborene Huck, der seit 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, hatte erstmals öffentlich den Kampf mit Powetkin im Dezember 2011 in Helsinki gefordert. Promoter Sauerland-Event nutzte seine Beziehungen zur WBA, die einen WM-Kampf des Cruisergewichtlers sanktionierte. Der Champion muss nun als nächstes seinen Titel gegen Pflichtherausforderer Hasim Rahman verteidigen. 2013 ist ein Duell mit «Super-Champion» Klitschko vorgesehen.

wam/news.de/dapd

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