Bayern vs. Schalke Schalkes «Hunter» nimmt Bayern ins Visier

Klaas-Jan Huntelaar (Foto)
Will die Torjägerkrone: Klaas-Jan Huntelaar. Bild: dapd

Von Klaus Bergmann und Ulli Brünger
Stürzt Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar den FC Bayern weiter in die Krise? Oder befreit mario Gomez den Rekordmeister? Das Topduell zwischen den wankenden Bayern und Schalke 04 ist auch ein Kräftemessen der besten Stürmer der Liga. Vorteil: Schalke.

Jupp Heynckes sieht nur einen Ausweg aus der alarmierenden Bayern-Krise: Schluss mit den Ego-Trips - und mit Teamgeist im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Schalke (15.30 Uhr/Sky und im news.de-Liveticker) zurück zum Erfolg. «Das 0:1 in Basel war ein Spiel, wo der Letzte aufgerüttelt ist, dass wir jetzt nur noch in eine Richtung gehen können - alle gemeinsam», sagte der Trainer am Freitag. Trotz der «prekären Situation» blickt der 66-Jährige mit trotzigem Optimismus in die Zukunft, das Verfehlen aller Saisonziele «befürchte ich nicht», erklärte er standhaft.

Nach der Hallo-Wach-Rede von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge beim Bankett nach der Champions-League-Niederlage beim FC Basel gab der immer noch «gut» schlafende Trainer ebenfalls die «gemeinsame» Krisenbewältigung als Parole aus. «Die persönlichen Interessen des einzelnen Spielers müssen zurückgestellt werden», forderte Heynckes, der innerbetriebliche Unstimmigkeiten kaum noch verhehlt, sondern sagte: «Ich kann nicht alle internen Vorgänge öffentlich machen.»

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Kabinenstreit zwischen Müller und Badstuber

Als «Verantwortlicher für das Ganze» stellt sich Heynckes der aktuellen Kritik und versucht sich als Krisenmanager zu bewähren. Den Spielern gab er am Freitag erst einmal frei, hauptsächlich zur Regeneration, aber auch, «dass wir uns einen Tag nicht sehen». Jeder einzelne soll für sich zur Besinnung kommen, um dann gegen Schalke wieder «so zu agieren, dass wir wieder als Team herausragen». Einen Schmusekurs untereinander hält Heynckes nicht für erforderlich, einen Kabinenstreit wie zwischen Thomas Müller und Holger Badstuber wegen des Gegentores in Basel bewertet er vielmehr als Lebenszeichen: «Eine gesunde Streitkultur ist ganz wichtig für eine Mannschaft.»

Auch das in der Außenwirkung unprofessionelle Verhalten von Topstar Franck Ribéry nach seiner Auswechslung in Basel versuchte Heynckes herunterzuspielen: «Franck hat mir nicht den Handschlag verweigert, sondern er ist grußlos an mir vorbeigegangen. Liebe Leute, das ist doch etwas, was im Fußball auch passieren kann. Das bewerte ich überhaupt nicht über.» In der Nachbereitung des Spiels sprach er die «Problematik» dennoch vor versammelter Mannschaft an.

Heynckes will weder Taktik noch Aufstellung ändern

Heynckes räumte ungefragt ein, dass man angesichts der blendenden Aussichten nach der Hinrunde womöglich in der Winterpause «ein bisschen sorglos» gewesen sei. «Wir spielen nicht mehr so homogen und selbstverständlich Fußball», beklagte er zum wiederholten Male. Zu einem Spielsystemwechsel oder einem erheblichen Umbau des Teams gegen Schalke tendiert er nicht. Vor allem die königsblaue Offensive um Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar fürchten die Münchner. «Schalke spielt sehr gepflegten, guten Fußball nach vorne. Schalke hat seine Stärken im Angriff», analysierte Heynckes.

Eine Heimniederlage und ein Absturz auf Platz vier würde endgültig Alarmstufe rot in München auslösen. Dass Schalke am Donnerstagabend beim 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen Viktoria Pilsen in der Europa League 120 Minuten schuften musste, könnte hilfreich für die Münchner sein. «Der Sieg bedeutet für das Bayern-Spiel gar nichts. Nur, dass wir eine halbe Stunde Extra-Arbeit geleistet haben», grummelte Schalke-Trainer Huub Stevens nach der Zusatzschicht.

Duell der Bundesligaknipser zwischen Gomez und Huntelaar

Das Regenerationstraining am Freitag verschob der Holländer um zwei Stunden auf zwölf Uhr. Die Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos (Verdacht auf Nasenbeinbruch) und Christian Fuchs (Leistenprobleme) sowie Angreifer Chinedu Obasi (Sprunggelenk) sind angeschlagen. In Topform ist Torjäger Huntelaar, der alle drei Treffer gegen Pilsen erzielte und sich damit prächtig auf das Wettschießen mit Bayern-Angreifer Mario Gomez einstimmte. Mit 18 Treffern führt das Duo die Torschützenliste der Liga gemeinsam an. In allen Wettbewerben liegt Huntelaar allerdings gegen Gomez mit 33 zu 27 Toren vorne.

Ein Kraftproblem befürchtet Huntelaar nicht. «Wir sind fit und haben zwei Tage Zeit, um ruhig zu machen und uns zu erholen», sagte der Holländer. Die Schalker wissen nur nicht so richtig, wie sie die kriselnden Bayern einschätzen sollen: «Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder sind sie verunsichert, oder sie versuchen, mit aller Macht die Wende herbeizuführen», sagte Christoph Metzelder. So oder so: Die Konstellation verspricht eine der interessantesten Partien der Saison.

kru/news.de/dpa

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