Pleite beim FC Basel Die Ursachen der Bayern-Krise

Der FC Bayern München spielt sich laut Boss Rummenigge weiter in die «Scheiße». Das 0:1 in der Champions League beim FC Basel offenbarte Defizite, die den Rekordmeister seit Rückrundenbeginn quälen. News.de hilft dem Branchenkrösus bei der Ursachenforschung.

Die Ursachen der Bayern-Krise (Foto)
Frustierte Flügelflitzer: Thomas Müller und Arjen Robben. Der FC Bayern verlor das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Basel. Bild: dpa

Arjen Robben ließ den Kopf hängen und Jerome Boateng stierte ins Leere. Die Stimmung am Aschermittwochabend hätte nicht viel schlechter sein können, als Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge seine obligatorische Rede beim Bankett des FC Bayern hielt. «Ihr müsst jetzt aggressiv spielen, mit der alten Sepp-Herberger-Weisheit ‹Einer für Alle - Alle für Einen›. Gemeinsam lautet die Parole, und hart arbeiten, um aus der Scheiße, in die wir uns in den letzten Wochen reingespielt haben, wieder herauszukommen», diktierte der Vorstandsboss den bedröppelten Spielern ins Hausaufgabenheft. Zuvor soll es in der Bayern-Kabine lautstarke Meinungsverschiedenheiten zwischen den Spielern gegeben haben.

Mit dem 0:1 in Basel im Achtelfinalhinspiel der Champions League (die Partie samt aller Statistiken zum Nachlesen im news.de-Liveticker) kassierte der FC Bayern München die zweite Pleite in der Rückrunde. In den sieben Spielen nach der Winterpause hatte der deutsche Rekordmeister in keiner Partie überzeugt, die drei Siege gegen Wolfsburg, Stuttgart und Kaiserslautern gelangen allesamt gegen schwache Gegner. «Wir müssen uns fragen», dozierte Rummenigge weiter, «was ist eigentlich passiert zwischen Weihnachten und heute?» News.de hilft dem FC Bayern bei der Ursachenforschung.

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Schweinsteiger fehlt

Der erneute Ausfall von Bastian Schweinsteiger ist für den FC Bayern München nicht zu kompensieren. Bereits nachdem «Schweini» in der Hinrunde mit Schlüsselbeinbruch pausieren musste, gab es einen Bruch im Bayern-Spiel. Anders als der talentierte David Alaba, der seine Stärken eher auf dem Flügel hat, Anatolij Timoschtschuk und Luiz Gustavo verkörpert Schweinsteiger auf der wichtigsten Position im modernen Fußball Weltklasse. Schweinsteigers Fähigkeiten, ein Spiel zu lesen und zu lenken, der Mannschaft Rhythmus sowie offensiv wie defensiv Ordnung zu verleihen und dazu noch den entscheidenden Pass spielen zu können, sind nicht ersetzbar. Ein schnelles Umschaltspiel, wie das Dortmund oder Gladbach aktuell perfekt demonstrieren, ist so nicht möglich. Die Flügelspieler Arjen Robben und Franck Ribéry können diesen Mangel im Kombinationsspiel dann maximal durch individuelle Klasse ausgleichen - was beiden jedoch derzeit nicht gelingt.

Moderner Zehner fehlt

Schweinsteigers Fehlen wirkt sich auch auf die Position im Offensivzentrum aus. Toni Kroos oder Thomas Müller werden so nicht ideal in Szene gesetzt, um ihrerseits den finalen Pass in die Spitze spielen zu können oder selbst torgefährlich zu werden. Anders als etwa Borussia Dortmund mit Shinji Kagawa oder Borussia Mönchengladbach mit Juan Arango fehlt den Bayern ein solcher Spielertyp. Und wenn Dirigent Schweinsteiger fehlt, fällt das besonders auf.

Defensivordnung fehlt

Auch die Abwehr, die große Schwäche der Vorsaison, ist in Drucksituationen noch immer nicht stabil genug. In Basel flankierten vier Defensivspieler den zum Sechzehner ziehenden Jacques Zoua, ohne ernsthaft einzugreifen. Dazu rückte Rechtsverteidiger Rafinha aus unerfindlichen Gründen aus der Abwehrreihe heraus und gab so dem Basler Youngster Valentin Stocker genügend Raum, um Manuel Neuer unbedrängt durch die Beine ins Tor zu schießen.

Sturmalternative fehlt

Selbst wenn Mario Gomez mal wie zuletzt schwache Tage erwischt, muss er die Bank nicht fürchten. Wenn sich der Sturmstar mal verletzten sollte, wird es brenzlig für den FCB. Denn das Team von Trainer Jupp Heynckes hat keinen gleichwertigen Ersatz für den Knipser. Weder der wuselige Ivica Olic noch der zu brave Nils Petersen könnten diese Lücke schließen beziehungsweise Druck auf Gomez ausüben. Dass Bayern sich in der Winterpause gegen einen Stürmer-Transfer entschied, könnte sich noch rächen.

Selbstvertrauen fehlt

Es kommt nicht oft vor, dass Bayern München verunsichert ist. Doch aktuell ist das Selbstvertrauen der Münchner so groß wie die Chancen von Lothar Matthäus auf einen Job in der Bundesliga. Dabei ist das Mia-san-mia-Selbstverständnis der zwölfte Feldspieler des Rekordmeisters. Deshalb forderten Jupp Heynckes, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge eifrig ein schnelles Erfolgserlebnis ein. Am besten bereits gegen den FC Schalke am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und im news.de-Liveticker).

kru/phs/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Suffolk Theshama
  • Kommentar 1
  • 23.02.2012 18:31

Heynkes wird die Koffer packen muessen. Freundschaftsdienste sind selten produktiv. Deshalb ein Fehler des Managers. Ich frage mich, woher kommt das Vertrauen in Trainer wie Vogts, Klinsmann und auch Loewe. Noch schlimmer ist die Frauennationalmannschaft bedient worden.

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