Skispringen Martin Schmitt kämpft gegen drohendes Karriereende

Martin Schmitt kämpft gegen drohendes Karriereende (Foto)
Martin Schmitt kämpft gegen drohendes Karriereende Bild: dpa

Bei den Veranstaltern des Skiflug-Weltcups in Oberstdorf steht Martin Schmitt immer noch hoch im Kurs. Auf riesengroßen Plakaten wird mit dem Konterfei des Publikumslieblings für das Finale der Team Tour an diesem Wochenende geworben.

Oberstdorf (dpa) - Bei den Veranstaltern des Skiflug-Weltcups in Oberstdorf steht Martin Schmitt immer noch hoch im Kurs. Auf riesengroßen Plakaten wird mit dem Konterfei des Publikumslieblings für das Finale der Team Tour an diesem Wochenende geworben.

Doch weder im Allgäu noch bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in der kommenden Woche in Vikersund wird der durch eine hartnäckige Knieverletzung gehandicapte Oldie ins Tal hinab segeln. «Er hat zwei Trainingseinheiten absolviert und die Schmerzen sind wieder stärker geworden. Es hat keinen Sinn, ihn beim Skifliegen einzusetzen», sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Immer mehr stellt sich die Frage: Wird Schmitt überhaupt noch einmal von einer Schanze springen? In diesem Winter kämen nur noch die Weltcups Anfang März in Lahti, Trondheim und Oslo für einen Einsatz infrage. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Schmitt ins DSV-Team zurückkehrt, wird immer geringer. «Langsam wird die Sache für alle nervenaufreibend. Wir werden uns darüber unterhalten, ob es Sinn macht, dass er sich für die restlichen Springen in dieser Saison noch quält», kündigte Schuster ein ernstes Vier-Augen-Gespräch an.

Immerhin gehört Schmitt mit 34 Jahren zu den älteren Semestern im Weltcup und spielt ungeachtet seiner ungebrochenen Popularität bei den Fans längst keine Hauptrolle mehr im deutschen Team. Severin Freund und Richard Freitag, die in Oberstdorf auf eine gelungene WM-Generalprobe hoffen, sind die neuen Schanzenhelden.

Noch viel schwerer wiegt, dass Schmitt auch seinen Platz unter den besten vier deutschen Skispringern verloren hat. Seit 1997 war er an jeder Mannschafts-Medaille bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Winterspielen beteiligt. Nun ist er nur noch ein alternder Ergänzungsspringer, der sportlich kaum vermisst wird. «Er ist momentan definitiv nicht auf dem Stand wie die anderen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er eine Verstärkung sein könnte, ist daher sehr gering», sagte Schuster über Schmitt.

Der versucht mit allen Mitteln, den Lauf der Zeit aufzuhalten, und schiebt die Gedanken an das immer näher rückende Karriereende so weit wie möglich von sich. «Ich fühle mich voll leistungsfähig», erklärte Schmitt Anfang Februar und fügte hinzu: «Ich wünsche mir einen anderen Abschied als mit solch einer Saison mit Rückschlägen und Verletzungen.»

Das ist bei einem Sportler, der viermal Weltmeister wurde, Olympia-Gold gewann und einmal das Aushängeschild seiner Sportart war, nachvollziehbar. Einen Bonus für seine Verdienste um das deutsche Skispringen kann Schmitt allerdings nicht erwarten - und tut dies auch nicht. «Wenn sich herausstellt, dass das Knie den Anforderungen nicht standhält, muss ich Konsequenzen ziehen», äußerte er unlängst vage Rücktrittsgedanken.

Noch will sich Schmitt mit dem drohenden Abgang durch die Hintertür nicht abfinden. «Die Motivation ist da, der Spaß an der Sache auch», betonte er. Sein vorerst letzter Auftritt beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee, als er das Finale verpasste und aus dem Team flog, wäre als Schlusspunkt seiner Erfolgskarriere auch denkbar ungeeignet. Und so flüchtet sich Schmitt in Durchhalteparolen: «Ich bin mir sicher, dass wir das in den Griff bekommen und ich mit Freude zurückkehre.» Zu wünschen wäre es dem tadellosen Sportsmann allemal, daran glauben tut kaum noch jemand.

news.de/dpa

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