Fußball Bayer ohne Illusionen: Weiterkommen nur mit Wunder

Bayer ohne Illusionen: Weiterkommen nur mit Wunder (Foto)
Bayer ohne Illusionen: Weiterkommen nur mit Wunder Bild: dpa

Nach dem 1:3 gegen den FC Barcelona steht Bayer Leverkusen vor dem Abschied von der Champions-League-Bühne - und vor dem Endspurt um einen neuen Europacupplatz. Bayer-Coach Dutt glaubt an die Zukunft seiner Werkself.

Leverkusen (dpa) - Nach dem 1:3 gegen den FC Barcelona steht Bayer Leverkusen vor dem Abschied von der Champions-League-Bühne - und vor dem Endspurt um einen neuen Europacupplatz. Bayer-Coach Dutt glaubt an die Zukunft seiner Werkself.

Kapitän Simon Rolfes staunte noch lange nach dem Abpfiff über die genialen Ballwirbel der Weltauswahl des FC Barcelona. «So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Wenn wir den Ball erobert haben, sind die schon wieder erholt gewesen», sagte der 30 Jahre alte Nationalspieler nach der Entzauberung im Achtelfinale der Champions League beeindruckt. «Ohne Neid muss man anerkennen: Barcelona ist eine Klasse für sich.»

Den Traum von einer Sensation und dem Weiterkommen hegt beim deutschen Fußball-Vizemeister vor dem Rückspiel am 7. März keiner mehr. «Es ist wie beim Lotto spielen gehen: Die gleiche Wahrscheinlichkeit», meinte Stefan Reinartz, der mit einem Schnitzer das erste Gegentor von Alexis Sánchez (41. Minute) eingeleitet hatte. «Das wäre ein Weltwunder», pflichtete ihm Michal Kadlec bei.

«Wenn man 1:3 gegen Barcelona verliert, ist es nicht unbedingt realistisch, dass man weiterkommt», befand Bayer-Trainer Robin Dutt, der pflichtgemäß jedoch anfügte: «Aber es ist kein Freundschaftsspiel, und man hat im Fußball schon alles erlebt.»

Fehlgeschlagen sind gegen den viermaligen Champions-League-Sieger seine beiden taktischen Marschrouten: Das verzweifelte Catenaccio in der ersten Halbzeit und der halbherzige Wagemut in der zweiten. «Die Crux ist: Spielst du sehr defensiv und lässt kaum Chancen, sieht es langweilig aus», sagte Dutt. «Riskierst du mehr, haben alle im Stadion mehr Spaß - auch Barcelona, weil es mehr Torchancen hat.»

Kein gutes Haar ließ die spanische Zeitung «El Periódico de Catalunya» an Dutts Strategie vor der Pause. «Die Leverkusener waren schon als Verlierer aus der Kabine gekommen. Sie hatten bereits vor dem Anpfiff akzeptiert, dass sie gegen den Titelverteidiger keine Chance haben würden», kommentierte das Blatt die «ultradefensive Taktik mit zehn Abwehrspielern».

Selbst nach dem 1:1 durch Kadlec (52.) keimte bei den Bayer-Profis nur ganz kurz Hoffnung auf. Denn drei Minuten später nutzte Sánchez die erste Gelegenheit zu seinem zweiten Treffer. Kein Glück hatten die Leverkusener, als Gonzalo Castro in der 64. Minute nur den Pfosten traf. «Dann hätten wir Barcelona noch mal eine Abwehrschlacht liefern können», meinte Dutt. Dafür lieferte Weltfußballer Lionel Messi noch eine weitere Kostprobe seiner unvergleichlichen Fußball-Kunst, erzielte das 3:1 (88.) und damit das 400. Europacup-Tor für Barça.

«Das Team hat bewiesen, dass es im Europacup einen neuen Chip einlegen kann», sagte Messi, dessen Wunderelf in der spanischen Meisterschaft zehn Punkte hinter dem Erzrivalen Real Madrid liegt. «Wir waren in allen Belangen gut», stellte Barcelonas Trainer Josep Guardiola fest und gab sich vor dem Rückspiel nett: «Gegen deutsche Mannschaften muss man auf der Hut sein. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, was wir zu Hause zu erwarten haben.»

Chefcoach Dutt ist davon überzeugt, dass man in Zukunft vom derzeitigen Bundesliga-Sechsten wieder Großes erwarten darf. «Ich weiß, dass wir die richtigen Mosaiksteinchen bewegen», erklärte er, «und wenn alle Mosaiksteinchen dabei sind, wird es eine richtig gute Mannschaft.» Wie weit der Champions-League-Finalist von 2002 momentan noch von einem Spitzenteam entfernt ist, zeigte die spanische Lehrstunde, die eine Kluft im technischen Bereich offenbarte. «Es wird schwer, diese Differenz in diesem Leben noch aufzuholen. Das ist Extraklasse», meinte Dutt.

Was das ungleiche Kräftemessen mit der besten Fußball-Mannschaft der Welt gebracht hat, wird sich in den nächsten Pflichtspielen am Samstag gegen den FC Augsburg und danach beim 1. FC Köln zeigen. «Vielleicht kann sich die Mannschaft den etwas verloren gegangenen Glauben an sich zurückholen», hatte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vor der Partie gesagt. Mittelfeldspieler Reinartz meinte dazu: «Auf jeden Fall nehmen erstmal schwere Beine mit.»

news.de/dpa

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