Fußball Dutt: Ballack «kein Hemmschuh bis Saisonende»

Bayer Leverkusens Cheftrainer Robin Dutt ist skeptisch, ob die harsche Zurechtweisung von Mittelfeldstar Michael Ballack durch die Vereinsführung noch eine Wende zum Positiven bringt.

Dutt: Ballack «kein Hemmschuh bis Saisonende» (Foto)
Dutt: Ballack «kein Hemmschuh bis Saisonende» Bild: dpa

Düsseldorf (dpa) - Bayer Leverkusens Cheftrainer Robin Dutt ist skeptisch, ob die harsche Zurechtweisung von Mittelfeldstar Michael Ballack durch die Vereinsführung noch eine Wende zum Positiven bringt.

«Es ist schwer zu bewerten, hilft es oder nicht», sagte der 47-Jährige vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. «Zu glauben, dass es bei der Thematik Michael Ballack ein Rezept gibt - wie es uns die Fachwelt der Fußball-Bundesliga glauben lassen will -, um die Thematik zu beruhigen, das ist ein Trugschluss.»

Allerdings glaubt Dutt nicht, dass die Causa Ballack bis zum Saisonende zum leistungshemmenden Ballast beim Tabellensechsten wird. «Ein Hemmschuh ist es für die Mannschaft nicht, zumindest tritt sie nicht so auf, als wäre sie gehemmt», meinte Dutt. Er fügte an: «Es ist ein Thema, das emotional begleitet und die unerfahrenen Spieler mehr beschäftigt als die erfahrenen.» Nach der provokativen Kritik von Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser («Projekt Ballack gescheitert») hat Dutt den 98-maligen Nationalspieler dreimal auf der Ersatzbank schmoren lassen. Vor der Barcelona-Partie zog er sich eine Wadenzerrung zu, die eine vierwöchige Pause erfordern soll.

Der Trainer-Nachfolger von Jupp Heynckes ist an seiner neuen Wirkungsstätte nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen worden. Spannungen mit der Mannschaft waren nicht zu verbergen. «Es ist richtig, dass wir einen Gewöhnungsprozess durchlaufen mussten», bekannte Dutt. «Aber: Die Betrachtung, was die Auswirkung betrifft, war falsch und wurde der Mannschaft nicht gerecht.»

Der Eindruck, Trainer und Mannschaft arbeiteten gegeneinander «und deshalb können sie nicht miteinander», sei falsch. Die Mannschaft habe sich nie kontraproduktiv verhalten. «Wie die Mannschaft es gemacht hat, sieht man im jetzigen Miteinander», sagte Dutt. «Momentan haben wir eine Zusammenarbeit, die richtig Spaß macht. Ich fühle mich hier rundum wohl und bin fest davon überzeugt, dass wir unsere langfristigen Ziele erreichen werden.»

Dazu zählt er auch die deutsche Meisterschaft. «Dieses Jahr ist es nicht im Bereich des Möglichen, ansonsten ist es absolut möglich», hofft Dutt. Dass es in dieser Saison eher stotternd läuft, begründet er auch mit den langen Verletzungen von Spielern wie Renato Augusto, Tranquillo Barnetta, René Adler oder zuletzt Sidney Sam.

«In der Bundesliga kämpfen wir die komplette Saison um Ruhe und Konstanz», sagte Dutt. «Wir können intern nicht ausblenden, dass es in diesem Jahr durchgängig so viele personelle Ausfälle gab, die diese Ruhe nicht zugelassen haben. Wenn wir das immer wiederholen, wird das nicht besser.»

news.de/dpa

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