Schwere Randale Über 70 Tote bei Fußball-Krieg in Ägypten

Schwere Randale in Ägypten (Foto)
Die Spieler von Al-Ahli rennen um ihr Leben. Bild: dapd

Tödliche Hetzjagd: Nach dem 3:1-Sieg ihres Teams stürmten gewaltbereite Fans des Klubs Al-Masri das Spielfeld. Mindestens 71 Menschen erstickten, wurden totgetrampelt oder erstochen. Offenbar war das Fußball-Massaker geplant.

Schreckliches Fußballdrama mit vielen Toten in Ägypten: Bei Stadionkrawallen sind in Nordägypten am Mittwochabend mindestens 71 Menschen getötet und fast 250 weitere verletzt worden. Fans hatten nach dem Abpfiff eines Erstligaspiels in der am Mittelmeer gelegenen Stadt Port Said den Platz gestürmt. Einige warfen mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen. Spieler und Anhänger des Gästeklubs aus Kairo flüchteten in Panik. Viele Menschen wurden totgetrampelt oder erdrückt. FifaDie Fifa ist der Weltfußballverband. Ausgesprochen bedeutet die Abkürzung: Fédération Internationale de Football Association, also Internationale Föderation des Verbandsfußballs. Mehr als 200 nationale Verbände sind Mitglied der Fifa, die 1904 in Paris gegründet wurde und ihren Sitz heute in Zürich hat. Die Fifa veranstaltet unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaft und bestimmt über das weltweit gültige Fußball-Regelwerk. -Präsident Sepp Blatter zeigte sich entsetzt. Es sei «ein schwarzer Tag für den Fußball».

Massenpanik und Randale
Todesfalle Stadion
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Das Spiel in Port Said war bereits vor Beginn von regionalen Zeitungen als «Treffen der Vergeltung» bezeichnet worden. Die Ausschreitungen begannen unmittelbar, nachdem das Spiel zwischen den Teams Al-Masri und Al-Ahli beim Stand von 3:1 abgepfiffen worden war. Al-Ahli zählt zu den bekanntesten und wichtigsten Fußballvereinen in Ägypten und war lange Zeit ungeschlagen.

Bereits während des Spiels hatten Fans des Gästeteams Al-Ahli mit provozierenden Plakaten die Zuschauer des heimischen Vereins Al-Masri gegen sich aufgebracht. Nach dem 3:1-Sieg gegen den Tabellenführer und Erzrivalen der ägyptischen Premier League stürmten die Al-Masri-Anhänger Sekunden nach dem Abpfiff das Spielfeld.

Fans wurden erstickt und erstochen

Fanrandale in Ägypten
Mörderische Hetzjagd auf Spieler, Fans und Polizei
Video: youtube

Nach Angaben von Augenzeugen sahen die Sicherheitskräfte der dann folgenden Gewalt nahezu tatenlos zu. Auch einige Spieler wurden offenbar verletzt, obwohl die Mannschaften schnell in die Kabinen gebracht wurden. Unter den Toten waren nach offiziellen Angaben aber auch mehrere Sicherheitskräfte.

Örtliche Rettungskräfte sprachen zunächst von bis zu 1000 Verletzten. Das Innenministerium erklärte später jedoch, es seien 248 Menschen verwundet worden. Die Zahl der Toten lag nach offiziellen Angaben am Abend bei 74. Später wurde die Zahl auf 71 korrigiert. Der Sender Al Arabija hatte am späten Abend sogar von 77 Toten gesprochen. Die meisten von ihnen seien an Kopfverletzungen und Erstickungen gestorben, sagte Hesham Sheiha vom ägyptischen Gesundheitsministerium.

Zeugen zufolge sind auch zahlreiche Fußballfans erstochen worden, während andere auf der Flucht in einem schmalen Korridor erstickten. Dorthin hätten sie sich vor rivalisierenden Fans geflüchtet, die mit Messern, Knüppeln und Steinen bewaffnet waren, hieß es. Im Inneren des langen Korridors seien sie stecken geblieben und erstickt, berichtete Ahmed Ghaffar, einer der Fans des Kairoer Fußballvereins Al-Ahli. Die Staatsanwaltschaft ordnete sofortige Ermittlungen an. Zudem wird sich das Parlament in einer Sondersitzung mit den Krawallen befassen.

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mary
  • Kommentar 3
  • 02.02.2012 14:07

Hier ging es nicht um das eigentliche Fussball. Dies war eine geplante Aktion,es muss geklaert werden wer diese Drahtzieher sind. Wo war die Security und die Polizei, verschwunden? Warum waren die Ausgaenge gesperrt? Warum wurden die Zugaenge zum Spielfeld geoeffnet? Klar spielt Geld eine Rolle, nur die frage wessen Geld oder wer hat fuer dieses bezahlt und sich bezahlen lassen! Die Aegypter sind alle geschockt ueber diese Brutalitaet. Auf alle Faelle sind vorlaeufig alle Fussballspiele abgesagt in Aegypten. Es ist entsetzlich was passiert ist, es muss aufgeklaert werden egal wessen Kopf rollt

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  • Magnus Metz
  • Kommentar 2
  • 02.02.2012 14:03

Schließe mich der Meinung von Frank Benzing an. Sport, bei dem Menschen getötet werden, muss gesetzlich verboten werden.

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  • Frank Benzing
  • Kommentar 1
  • 02.02.2012 13:32

Da kann es nur eine Reaktion geben: sofortiger Ausschluss des verantwortlichen Vereines aus dem Spielbetrieb. Zwangsabstieg um mindestens 4 Ligen, eine Geldstrafe in nicht unerheblicher Höhe. Sollte der ägyptische Verband dem nicht nachkommen, so sollte das Land auf Jahre international gesperrt werden. Und hier wurde mit Plan vorgegangen und das ist ohne Mitwirkung des Vereines nicht möglich.Somit muss der Verein härtest möglich bestraft werden!!!! Auch muss der Verein dazu verpflichtet werden, die Vorkommnisse aufzuklären !

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