Ailton, Matthäus & Co. Verirrt im Dschungel der Peinlichkeit

Ailton (Foto)
«Ailton isse frei! Ailton isse Mensch, nich Robo.» Bild: RTL

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Maradona, Paul Gascoigne und Ailton: Es ist für viele Fußballpromis schwer, die Zeit nach der aktiven Karriere sinnvoll zu gestalten. Das Dschungelcamp ist nur eine unwürdige Variante. News.de zeigt Ex-Profis, die ihren guten Ruf mit dem Karriereende abgaben.

Es ist nicht leicht, als Fußballprofi in Würde zu altern. Denn was hat das Berufsleben für einen zu bieten, dem auf dem Fußballplatz einst Zehntausende zu Füßen lagen? Der in einem Monat viel mehr verdient hat, als Normalsterbliche im ganzen Jahr? Der das Rampenlicht angezogen hat wie die Motten das Licht?

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Prominente Ex-Profis für die kein Platz mehr im Fußballgeschäft ist - als Trainer, Manager oder Spielervermittler -, begeben sich oft auf mediales Glatteis. Einstige Stars wie Bodo Illgner oder Thomas Berthold fristen ihr Dasein als Privatiers. Kicker, die die verdienten Millionen weniger clever angelegt haben oder denen das Leben im Ruhestand schlicht zu langweilig ist, müssen sich wie die Weltmeister «Icke» Häßler oder Pierre Littbarski mit mickrigen Positionen in der dritten Reihe begnügen. Und andere, wie Eike Immel oder Ailton, entscheiden sich, am Dschungelcamp teilzunehmen. Mit der Naivität eines Fünfjährigen gab der einstige Torschützenkönig der Bundesliga vor seinem Auftritt im geschlossenen RTL-Vollzug zu Protokoll: «Mein Berater hat gesagt, das wäre ein Spaß für Ailton.» Na wenn der das sagt ...

Maradona, & Co.
Die peinlichsten Fußballpromis

Zwar hangelte sich der einstige «Kugelblitz» bislang so würdevoll wie nur irgend möglich durch das skurrile Theater. Von einer nächtlichen Pinkelaktion einmal abgesehen. Am elften Tag jedoch gingen auch dem Bremer Volkshelden die Sicherungen durch. Weil er gemeinsam mit Erotikmodel Micaela in einer Höhle die Nacht verbringen und dabei eine Kerze am Brennen halten sollte, schimpfte der Kultkicker wie einst nach einer falschen Schiedsrichterentscheidung. Vor allem auf Sender RTL: «Die wollen große Show machen, aber haben keine Ahnung. Das ist langweilig, die Leute brauchen Spaß!» Immer wieder bemühte er dabei sein deutsches Lieblingswort («sheise») und war kurz davor aufzugeben: «Ailton isse frei! Ailton isse Mensch, nich Robo», zeterte der Brasilianer. Und: «Körper geht noch, mental geht nicht mehr.»

Doch statt dem unwürdigen Schauspiel ein Ende zu bereiten, kämpfte sich Ailton - wohl der Gage wegen - schlecht gelaunt durch die Nacht. Er, der für viele Fans von Werder Bremen noch immer unsterblich ist, stand hilflos in seinem Verließ und schaute einer Kerze beim Niederbrennen zu. Und ein Millionenpublikum amüsierte sich. Klaus Allofs, Ailtons früherer Boss bei Werder Bremen, sagte der Welt: «Ich habe mich in der Vergangenheit schon für Menschen geschämt, die in dieser Sendung auftraten, die ich gar nicht kenne. Und jetzt muss ich das wahrscheinlich für einen tun, den ich gut kenne.» Wenigstens trage sein Ex-Stürmer im Camp kein Werder-Trikot ...

Immel: «Ich fand die nächste Staffel total doof»

Dschungelcamp 2012
Das harte Leben im Urwald

Ex-Profi Eike Immel, der seine Fußballmillionen verspekulierte und verprasste und 2008 ebenfalls verarmt ins Dschungelcamp gelockt wurde, würde heute bei dem Kakerlaken-Theater nicht noch einmal mitspielen. «Ich habe mir dann die nächste Staffel angesehen und fand sie total doof. Da kommen zehn Verlierertypen hin und glauben, sie wären der Nabel der Welt», sagte der frühere Nationaltorhüter. Doch wer einmal seine Würde verkauft hat, bekommt sie so schnell nicht zurück.

Immel etwa wird im öffentlichen Gedächtnis immer als mittelloser Dschungelbewohner gespeichert bleiben. Ailton wird Immels Schicksal teilen. Dabei hat sein Berater doch gesagt, dass Dschungel «isse große Spaß für Ailton». «Ich drücke ihm die Daumen, dass es ihm gut geht und das er die Zeit nach seiner Karriere vernünftig meistert», sagte Allofs. Es ist eben nicht leicht, als Fußballprofi in Würde zu altern.

Micaela Schäfer
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beu/news.de

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