Australian Open Baghdatis misshandelt vier Schläger

Rekordverdächtiger Wutausbruch: Weil Tennisprofi Marcos Baghdatis bei den Australian Open unzufrieden mit seiner Leistung war, mussten gleich vier Schläger dafür büßen. Ein Ausraster, der in die Tennishistorie eingehen wird. Aber sehen Sie selbst.

Marcos Baghdatis (Foto)
Was habe ich nur getan? Marcos Baghdatis betrachtet sein zerstörerisches Werk. Bild: dpa

John McEnroe wird vor Neid erblasst sein, wenn er diese Bilder gesehen hat. Denn das einstige «enfant terrible» der Tennisszene ist am Mittwoch von dem Zyprer Marcos Baghdatis deutlich in den Schatten gestellt worden. Bei McEnroe flogen zwar einst ebenfalls die Schläger. Doch so exzessiv wie nun Baghdatis im Zweitrundenmatch der Australian Open gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka lebte der frühere Champion seine Zerstörungswut nie öffentlich aus.

Baghdatis drischt Schläger auf den Boden

Als es für Baghdatis nach zwei verlorenen Durchgängen auch im dritten Satz nicht wie gewünscht läuft, brennen dem 26 Jahre alten Tennisprofi plötzlich die Sicherungen durch. Immer wieder drischt er seinen Schläger auf den Boden. Mit unbewegter Miene gibt der Weltranglisten-44. das Tennisracket einem ehrfürchtig herbeieilendem Balljungen. Doch damit nicht genug.

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Nach einer kurzen Verschnaufpause holt Baghdatis, der stets von einer lautstarken Fangemeinde begleitet wird, den nächsten Schläger aus der Tasche - und zertrümmert ihn mit zwei gezielten Schlägen auf den Boden. Auch die Schläger drei und vier - noch in der Plastikfolie eingepackt - ereilt das gleiche traurige Schicksal.

Ausraster trägt kurz Früchte

Kurzfristig trug der Ausraster des Australian-Open-Finalisten von 2006 übrigens Früchte. Den dritten Satz gewann der zyprische Volksheld mit 7:5, die 1:3-Zweitrundenniederlage (6:7, 4:6, 7:5, 1:6) war dennoch nicht mehr abzuwenden. Oberschiedsrichter Wayne McKewen verhängte gegen Baghdatis eine Strafe in Höhe von 800 Dollar (etwa 620 Euro) wegen «Missbrauchs von Schlägern und Ausrüstung».

Tennis: Baghdatis' Schläger müssen büßen
Video: Screenshot news.de (youtube)

Sehen Sie hier das Video von Baghdatis' Wutausbruch.

kru/phs/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mike
  • Kommentar 2
  • 19.01.2012 18:05
Antwort auf Kommentar 1

Das seh ich nicht so - immerhin wird dieser Schwachkopf im Text als "zyprischer Volksheld" bezeichnet und hat somit auch - wie jeder andere Sportler auch - eine gewisse Vorbildfunktion. Außerdem hat der ja - abgesehen von einer lächerlichen Strafe - keinen Schaden, die Rackets, für die unsereins hunderte Euros zahlen muss, bekommt der umsonst vom Ausstatter. Deshalb gehört hier viel strenger gestraft: Geldstrafen, die wirklich weh tun, oder - wenn eine Verwarnung nichts bringt - die sofortige Strafverifizierung des Satzes bzw. Matches durch den Schiedsrichter!

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  • HAH
  • Kommentar 1
  • 19.01.2012 15:27

Psychischen Stress kann man seid Adam und Eva nur mit einer physischen Aktion abbauen. Beispiele aus dem Alltag: Türen knallen, schreien, Gläser auf Boden oder Wand werfen oder wie beim Tennis den Schläger zerschmettern. Beispiele gibt es da unzählige. Solange es sich diese Gewalt gegen Gegenstände und Einrichtungen die einem selbst gehören richtet, hat man nur selbst den Schaden und eventuell andere die Schadenfreude. Schlimm bzw. böse ist der geistige Stressabbau mit Hilfe von Gewalt gegen Menschen und Tiere.

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