Rallye Monte Carlo Zwischen Ritterschlag und Abwrackprämie

Ralle Monte Carlo (Foto)
Gefährlich, unberechenbar und skandalös. Gerade deswegen ist die «Monte» die wichtigste Rallye im WM-Kalender. Bild: ddp images

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Wild, spektakulär, skandalös: Die Rallye Monte Carlo ist die Urmutter des Driftsports und die härteste Prüfung im WM-Kalender. Kein Wunder, dass aktuelle und einstige Fahrer wie Walter Röhrl eine Hassliebe für sie empfinden. News.de erklärt die Faszination «Monte».

Die bekannteste Rallye der Welt meldet sich 2012 eindrucksvoll zurück. Pünktlich zur 80. Auflage feiert die unberechenbarste aller Rallyes nach drei Jahren Abwesenheit von der Weltmeisterschaft ihr Comeback in der Königsklasse.

Und wie es sich für eine Königin ziemt, natürlich pompös und ziemlich zickig: Anders als alle restlichen WM-Rallyes bricht die «Monte», wie sie liebevoll genannt wird, aus dem üblichen Format aus und verfolgt ein Konzept, das eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist. Statt den üblichen drei Etappen gibt es 18 Wertungsprüfungen über fünf Tage verteilt. Mit insgesamt 433 Wertungskilometern ist es der längste WM-Lauf seit zehn Jahren.

Reifenpoker wird zum russischen Roulette

Rallye Monte Carlo
Die Zicke im Driftsport
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Die Überlänge macht den Rallye-Piloten weniger zu schaffen. Es ist vielmehr das Unberechenbare, das den Teams in den Seealpen den Angstschweiß auf die Stirn treiben wird. Konkret: Es ist das Glücksspiel mit den Reifen, das schnell zum Russisch Roulette ausarten kann. Denn anders als im normalen Reglement gibt es bei der «Monte» nicht die Option «Superrally». Das heißt: Bist du einmal von der Strecke, dann ist das Rennen auch beendet. Bisher gab es für die Teams nach einem Ausfall die Möglichkeit, die kommende Tagesetappe wieder zu bestreiten - aber mit fünf Minuten Zeitstrafe im Gepäck.

Kein Wunder, dass die besten Quertreiber der Welt mit gemischten Gefühlen auf die Traditionsrallye blicken. Bei Finnlands Überflieger Mikko Hirvonen, «Monte»-Sieger 2010, ist es eine Hassliebe. «Im Vorfeld freue ich mich immer sehr darauf, aber wenn ich da bin, gefällt mir die ‹Monte› weniger gut», erklärte der Vizeweltmeister.

Das liegt auch daran, dass die Straßenverhältnisse sehr schnell wechseln können. Umso wichtiger sind die richtigen Pneus am Rallyeboliden. «Wenn du Pech hast, greifst du daneben und die ganze Rallye ist futsch. Trocken, nass, Eis und Schnee: Das alles kann auf einer Prüfung passieren», sagt Hirvonen respektvoll.

Demzufolge ist neben der Leistung des Rallyeteams auch die Arbeit der sogenannten Eisspione entscheidend, die vorab die Strecke abfahren und die richtige Reifenwahl beeinflussen. Auch hier wieder die Superlative. Bei keiner anderen Rallye stellt Michelin als Einheitshersteller so viele verschiedene Pneus zur Verfügung: harte und weiche Slicks sowie Regen- und auch Spikesreifen.

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