Fussball Schweizer Liga entzieht Neuchâtel Xamax Lizenz

Der Schweizer Fußball kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach monatelangem Streit um unbezahlte Löhne und Sozialleistungen hat die Swiss Football League (SFL) den Erstligisten Neuchâtel Xamax aus der Axpo Super League ausgeschlossen.

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Schweizer Liga entzieht Neuchâtel Xamax Lizenz Bild: dpa

Berlin (dpa) - Der Schweizer Fußball kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach monatelangem Streit um unbezahlte Löhne und Sozialleistungen hat die Swiss Football League (SFL) den Erstligisten Neuchâtel Xamax aus der Axpo Super League ausgeschlossen.

Die Lizenz sei von der Disziplinarkommission mit sofortiger Wirkung entzogen worden, gab die SFL bekannt. Der Grund: fehlende finanzielle Dokumente und der Verdacht auf Urkundenfälschung. «Der Lizenzentzug ist eine gravierende Maßnahme. Aber unter diesen Umständen war es die einzig mögliche Sanktion», sagte der Präsident der Kommission, Daniele Moro. Vor allem die mögliche Urkundenfälschung habe eine entscheidende Rolle gespielt.

Bereits im Dezember und Anfang Januar waren dem Schweizer Meister von 1987 und 1988 deswegen jeweils vier Punkte abgezogen worden. Der Ausschluss bildet den vorläufigen Tiefpunkt von Neuchâtel Xamax unter Eigentümer Bulat Tschagajew. Der Verein war im Mai vergangenen Jahres von dem Tschetschenen gekauft worden. Der Milliardär gilt als Vertrauter des umstrittenen tschetschenischen Republikchefs Ramsan Kadyrow.

Die Schweizer Super League wird Medienberichten zufolge ihren Spielbetrieb nach der Winterpause am 4. Februar mit neun statt zehn Teams wiederaufnehmen - eine mögliche Beschwerde von Xamax gegen den Entscheid habe keine aufschiebende Wirkung.

Der Lizenzentzug gelte für beide Ligen der Swiss Football League, sagte der SFL Jurist Claudius Schäfer. «Deshalb kann Xamax in der nächsten Saison auch nicht in der Challenge League spielen.» Auch die Möglichkeit auf ein neues Lizenzierungsverfahren im Frühjahr habe der Verein nicht. «Mit dem heutigen Entscheid ist Xamax kein Mitglied mehr der SFL. Es kann somit auch keinen neuen Antrag stellen», sagte Schäfer.

Von der negativen Entwicklung für den Schweizer Fußball könnten vor allem der FC Lausanne-Sport und Sion profitieren - der bisherige Tabellenletzte kämpfte in den vergangenen Monaten selbst mit vielen Problemen: Der Pokalsieger hatte nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt und damit auch für Streit zwischen dem Schweizer Fußballverband (SFV) und dem Weltverband FIFA gesorgt.

Die FIFA hatte darauf gedrängt, dass die entsprechenden Partien als verloren gewertet werden müssten. Ansonsten drohte dem Schweizer Fußball der Ausschluss von der internationalen Bühne. Mit einer drakonischen Strafe beugte sich der SFV dem Willen der FIFA und zog dem FC Sion 36 Punkte ab. Dadurch rutschte Sion vom dritten auf den letzten Tabellenplatz mit fünf Minuszählern ab. Nach dem Lizenzentzug von Xamax verringert sich die Abstiegsgefahr für den FC Sion und auch Lausanne-Sport hat wieder reelle Chancen auf einen Ligaerhalt.

news.de/dpa

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