Arthur Abraham Neustart gegen Trucker aus Buenos Aires

Zuletzt wurde er selbst von seinem Trainer Ulli Wegner als Feigling verspottet, nun gibt Boxer Arthur Abraham sein Comeback. Seine wohl letzte Chance, um noch einmal um den WM-Titel zu kämpfen.

Arthur Abraham (Foto)
Seine letzte Chance: Arthur Abraham will sich gegen seinen argentinischen Gegner rehabilitieren. Bild: dapd

Vor großen Titelkämpfen üben sich die Beteiligten beim Boxen meist darin, von «alles oder nichts», «Ehre» und von «letzten Chancen» zu sprechen. Wenn Arthur Abraham bei seinem Comeback am Samstag in Offenburg (22.45 Uhr/ARD) gegen Pablo Farias in den Ring steigt, geht es für den ehemaligen Mittelgewichts-Weltmeister zwar nicht um einen Titel. Und dennoch behauptet auch Abraham: «Es geht um alles oder nichts.» Und in seinem Fall trifft das sogar zu. Denn nur bei einem Sieg kann er sich Hoffnungen auf einen erneuten Titelkampf im Supermittelgewicht machen. «Er hat keine andere Chance mehr», sagt auch Trainer Ulli Wegner. Eine Niederlage wäre wohl das Ende von Abrahams Box-Karriere.

Abrahams Ziel ist ein WM-Kampf am Ende des Jahres in Berlin

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Die Laufbahn von Abraham verlief lange mustergültig. Er konnte zehnmal seinen Weltmeistertitel der International Boxing Federation (IBFIBF steht für International Boxing Federation und ist eine von vier Boxorganisationen. ) verteidigen. Doch der Aufstieg in die höhere Gewichtsklasse führte zum Bruch. Im «Super-Six»-Turnier der weltweit besten sechs Supermittelgewichtler verlor er drei von vier Kämpfen. Seine ersten drei Niederlagen als Profi überhaupt. Nahezu kampflos ergab er sich im Halbfinale des Turniers dem späteren Gesamtsieger Andre Ward im Halbfinale. «Es ärgert mich sehr, dass ich so passiv geboxt habe und taktische Fehler gemacht habe. Das wird mir nicht mehr passieren», sagt der 31-Jährige vor dem Kampf gegen den in Europa nahezu unbekannten Argentinier Farias.

«Das Ziel ist, dass wir Ende des Jahres um die Weltmeisterschaft boxen, in Berlin. Deswegen kämpfen wir nun auch gegen starke Leute», sagt Abraham über seinen Gegner. Der 24 Jahre alte Farias, ein Lastwagenfahrer aus Buenos Aires, hat elf seiner 19 gewonnenen Kämpfe durch K.o. entscheiden können. Wie gut er wirklich ist, lässt sich indes nur schwer sagen. Er hat stets in der argentinischen Heimat gegen in Europa unbekannte Gegner gekämpft, zuletzt unterlag er aufgrund einer Disqualifikation. «Wir werden die Menschen in Deutschland überraschen», sagt Farias.

Er hat sich zwei Monate auf den Kampf vorbereitet. Auch für Farias führt der Weg zu einem WM-Titelkampf nur über einen Sieg vor den 4.000 Zuschauern in Offenburg. «Das ist das Ziel», sagt Farias, der dahin möchte, wo Abraham bereits einmal war: an die Spitze. «Pablo kommt von ganz unten und hat hart gearbeitet. Wir sind gekommen, um unsere Chance zu nutzen», sagt Trainer und Vater Oscar.

Wegner schließt Rückkehr Abrahams ins Mittelgewicht aus

Die Beziehung zwischen Abraham und Trainer Ulli Wegner hatte zuletzt unter den schlechten Auftritten des gebürtigen Armeniers im Supermittelgewicht arg gelitten. Wegner bemängelte Abrahams Einstellung, hatte in einer Ringpause bei der Niederlage gegen Carl Forch im Rahmen des «Super-Six» gar gesagt: «Es ist eine Schande, was du hier ablieferst. Du bist richtig feige.»

Mittlerweile haben die zwei wieder zueinander gefunden und Wegner beschwört die erfolgreiche Vergangenheit: «Wir haben eine tolle Zeit zusammen gehabt, er hat tolle Leistungen gezeigt. Das andere werden wir alles vergessen machen», sagt der 69-Jährige. «Irgendwo muss der Trainer auch einen Fehler gemacht haben», sagt Wegner. Beide hätten eine sehr unterschiedliche Lebensführung, aber ein gemeinsames Ziel: den WM-Titel im Supermittelgewicht. «Eine Rückkehr in das Mittelgewicht wird es nicht geben», sagt Wegner.

Abraham muss gewinnen, auch um sich vor Wegner zu rehabilitieren: «Es ist einfach seine Pflicht, mit einer guten Leistung aufzuwarten», sagt Wegner. Daher gehen die Kämpfer am Sonnabend auch über die WM-Distanz von zwölf Runden. «Wir müssen uns die Träume hart erarbeiten», sagt Wegner. Abraham steht vor dem wohl wichtigsten Kampf seiner Karriere. «Wir müssen das Jahr mit einem Sieg beginnen und mit einem Sieg beenden», sagt er. Dann am liebsten mit einem Titelkampf in seiner Berliner Wahlheimat.

kru/phs/cvd/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinz.
  • Kommentar 1
  • 15.01.2012 18:46

Wenn das ein Cambacke war dann prost malzeit wenn Arthur Abracham auf Word trifft! Wenn der Arthur so weiter boxt dann muss er wohl eher "Abdanken" als Weltmeister in 2012 zu werden!!

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