Olympia Olympia mit Goldkoloss, Paddel-Mama, Super-Britta

Pechvögel, Goldfavoriten - und eine junge Mama: Bei Olympia in Peking erklang dank ihnen 16 mal die deutsche Hymne und auch in London wollen die Olympiasieger aus China wieder für Erfolge sorgen.

Olympia mit Goldkoloss, Paddel-Mama, Super-Britta (Foto)
Olympia mit Goldkoloss, Paddel-Mama, Super-Britta Bild: dpa

München (dpa) - Pechvögel, Goldfavoriten - und eine junge Mama: Bei Olympia in Peking erklang dank ihnen 16 mal die deutsche Hymne und auch in London wollen die Olympiasieger aus China wieder für Erfolge sorgen.

Die einen arbeiten dafür fieberhaft am Comeback, die anderen kopieren ihre Olympia-Pläne von 2008 für die Titelverteidigung. Rund 200 Tage Vorbereitungszeit bleiben den Helden aus dem August 2008, als Gewichtheber Matthias Steiner & Co. für Gänsehaut bei den Fans sorgten. Längst aber nicht alle Starttickets sind gelöst.

Goldkoloss Steiner, dessen tragische Lebensgeschichte mit dem Tod seiner Frau Susann die Menschen bei den Olympischen Spielen in Peking bewegte, muss auf dem Weg nach London wieder einmal sein großes Kämpferherz zeigen. Nach dem Einriss der Quadrizepssehne im linken Bein fand die WM im November in Paris ohne ihn statt, die Olympia-Teilnahme aber «ist sehr realistisch», betonte Steiner. «Das ist eine echte Herausforderung für mich.»

Auch Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte nach Peking mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen - und dann ging der erste internationale Langbahn-Wettkampf, die WM im Sommer 2011 in Shanghai, in die Hose. Fluchtartig und enttäuscht verließ sie drei Jahre nach dem Gold-Coup China, empfand «Peinlichkeit, Schwäche und Scham». Jetzt ist sie wieder auf Kurs, zuletzt holte sie dreimal Gold bei der Kurzbahn-EM in Stettin. «Wenn ich gesund durchkomme, kann ich wieder die Super-Britta werden», hatte sie ihren Weg für London abgesteckt.

Fußballer und Basketballer sind bei Olympia nicht dabei, dafür wollen die Hockey-Jungs wieder für eine Medaille sorgen. In Peking tanzten sie auf Tischen und Bänken im Deutschen Haus und auch in London ist der Europameister Mitfavorit. «Wir wissen, dass ein Olympiasieg von vielen Faktoren abhängt. Ziel ist aber natürlich eine Medaille, ganz klar», sagte Trainer Markus Weise.

Fest eingerechnet werden Goldmedaillen von den deutschen Kanuten. Andreas Ihle/Martin Hollstein paddelten im Kajak-Zweier über 1000 Meter in den Folgejahren wiederholt wie in den Goldtagen aus dem Shunyi-Park - und bei den Damen ist der Vierer seit Olympia 1996 ohnehin eine Bank. Ob nach dem Rücktritt von Peking-Olympiasiegerin Fanny Fischer deren Tante, Rekord-Olympionikin Birgit Fischer, den Platz im Boot einnimmt, bleibt abzuwarten. Sie verfolgt jedenfalls einen Rückkehr-Plan. Nach der Geburt ihres Sohnes Emil im Sommer 2011 paddelt auch Katrin Wagner-Augustin, in Peking Fahnenträgerin der Schlussfeier, für ihr Comeback im starken Team.

Ähnlich sicher waren einst auch Siege im Dressurviereck, aber dort muss sich die deutsche Equipe anstrengen, um den Anschluss zu finden. Nadine Appelmann und Heike Kemmer, die 2008 zum deutschen Gold-Team gehörten, haben keine passenden Pferde für London. Allein Isabell Werth dürfte aus diesem Trio auch dieses Jahr dabei sein. Bei den Vielseitigkeitsreitern hat Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike nur noch minimale Hoffnung, dass sein Schimmel Marius wieder rechtzeitig in Form kommt, um sich für London zu qualifizieren. Insgesamt aber haben sich die deutschen Vielseitigkeitsreiter in der Weltspitze etabliert. Bei der Heim-EM gewannen sie als Team und holten alle drei Einzelmedaillen.

Bei Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist nach dem Vorrunden-Aus und Platz 126 bei der WM 2011 die London-Teilnahme fraglich. Benjamin Kleibrink, nach Motorradunfall lange ausgefallen, erlebte bei diesen Titelkämpfen im Teamwettbewerb eine Art Wiedergeburt. Er hofft über die Mannschaftswertung auf den Olympiastart 2012.

Slalom-Kanute Alexander Grimm und Judoka Ole Bischof holten die beiden ersten beiden Goldmedaillen in Peking. Auf dem Weg zur Titelverteidigung müssen sie sich erst noch gegen zum Teil sehr starke nationale Konkurrenz durchsetzen.

Getrost vom zweiten Olympia-Gold darf Fünfkämpferin Lena Schöneborn träumen, denn die 25-Jährige hat sich in der Weltspitze festgesetzt. Nach Höhen und Tiefen hat Triathlet Jan Frodeno sein Ticket für 2012 sicher. Um in London Erfolg zu haben, setzt er auf das selbe Programm, das ihn vor Peking so stark machte. Im stolzen Alter von 40 Jahren will es Radsportlerin Sabine Spitz in London noch einmal wissen, allerdings scheinen die Medaillenränge in einiger Entfernung zu liegen. Das Comeback nach zwei Operationen wegen muskulärer Probleme fiel ihr nicht leicht, obwohl es 2010 und 2011 wieder zu nationalen Titeln und zu zwei Vize-Weltmeisterschaften im Mountainbike-Marathon reichte.

news.de/dpa

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