Transferkrösus BVB «Reus entspricht unserem Beuteschema»

Der BVB hat mit Marco Reus nicht nur einen Transfercoup gelandet. Vielmehr ist der spektakuläre Wechsel eine Kampfansage in Richtung München im Rennen um die begehrtesten Talente des deutschen Fußballs.

Marco Reus (Foto)
Der zweitteuerste Transfer der Dortmunder Klubgeschichte: Marco Reus. Bild: dpa

Sieben Jahre nach dem drohenden Finanzkollaps hat Borussia Dortmund seine Bescheidenheit auf dem Transfermarkt abgelegt und Rekordmeister Bayern München den Kampf angesagt. Mit der Verpflichtung von Shooting-Star Marco Reus für 17,1 Millionen Euro tätigte der BVB den zweitteuersten Transfer der Vereinsgeschichte nach Marcio Amoroso (25 Millionen) und ließ damit dem ebenfalls interessierten Rivalen aus München das Nachsehen. Ein Risiko sehen die Dortmunder Verantwortlichen nicht. «Wir lehnen uns weit aus dem Fenster. Aber wir sind sicher, dass er unser Spiel bereichern wird», sagte BVB-Manager Michael Zorc.

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Inspiriert durch die Mehreinnahmen aus der Champions League hat der Bundesliga-Titelverteidiger die Gelegenheit beim Schopf gepackt. «Wir waren uns einig, dass wir irgendwann etwas Großes machen werden», sagte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Rückkehr des Hochgeschwindigkeit-Fußballers, der als B-Jugendlicher 2006 in Dortmund vom Hof gejagt wurde, beschert dem BVB mit den Jungstars Reus und Mario Götze das wohl interessanteste Mittelfeld der Liga.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte: «Marco Reus entspricht exakt unserem Beuteschema. Es handelt sich um einen extrem jungen Spieler mit 22 Jahren, Nationalspieler, der im Kicker momentan in der Rangliste auf Position eins geführt wird. Der Mehrwert ist, dass wir glauben, dass er es für uns die nächsten Jahre noch etwas wahrscheinlicher macht, unsere Ziele zu erreichen.»

Watzke: «Junge Spieler haben das Gefühl, beim BVB gut aufgehoben zu sein»

Dass der von vielen Klubs umworbene Götze mit dem prominenten Neuzugang aus Mönchengladbach ein geniales Duo bilden wird, gilt in Dortmund als sicher. «Alle, die glauben, dass wir jetzt Mario Götze verkaufen, muss ich enttäuschen. Marco und Mario werden ab dem kommenden Sommer gemeinsam für uns spielen», sagte Watzke. «Ohne Wenn und Aber. Darüber gibt es überhaupt keine Diskussion.» Der BVB-Boss betonte nicht ohne Stolz, dass Reus viele Angebote hatte und beim BVB nun auf «viel Geld verzichtet».

Mit dem torgefährlichen Offensivspieler kann der Dortmunder Angriffsfußball noch spektakulärer werden. «Reus ist ein Spieler, der auf dem Platz den Unterschied machen kann. Er ist unser absoluter Wunschspieler», sagte Zorc. Auch Präsident Reinhard Rauball ist überzeugt davon, dass der spektakuläre Neuzugang eine wesentliche Bereicherung ist. Mit dem Transfer wolle man aber die Konkurrenz nicht beeindrucken. «Auch nicht Bayern München», sagte der BVB-Präsident.

Den Vorteil, den sich der BVB ganz offensichtlich vor allem bei jungen deutschen Spielern erarbeitet hat, erklärt Watzkoe so: «Es ist offensichtlich so, dass besonders junge Spieler das Gefühl haben, bei Borussia Dortmund besonders gut aufgehoben zu sein. Dass der Trainer sie noch besser macht, dass sie bei uns auch den Schutz genießen. Wir sind sehr familiär in der Art, wie wir die Dinge handhaben. Wenn es bei uns Krach gibt, dann nur intern.»

Heynckes: «Ich habe damit gerechnet»

Beim Tabellenführer aus München hat man den Transfer gelassen aufgenommen. «Ich habe damit gerechnet», sagte Trainer Jupp Heynckes der Münchner Tageszeitung tz. Nach Meinung von Heynckes seien zwei Faktoren für Dortmund und gegen München bei dem Transfer ausschlaggebend gewesen. «Erstens kann der FC Bayern Reus bei dem riesigen Konkurrenzkampf hier keine Stammplatz-Garantie geben. Und zweitens wohnen ja seine Eltern in Dortmund», sagte der Bayern-Coach.

Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger sieht im BVB auch zukünftig einen sehr starken Gegner. «Ich glaube schon, dass Dortmund der stärkste Konkurrent sein wird für uns in den nächsten Jahren. Aber letztlich wird Bayern München immer eine qualitativ bessere Mannschaft haben.»

Der finanzielle Kraftakt der Dortmunder bedeutet auf der anderen Seite auch eine Kostenersparnis: Der BVB wird sich von Profis trennen müssen. Florian Kringe und Mohamed Zidan sind zwei Kandidaten, zudem ist auch der Verbleib von Torjäger Lucas Barrios fraglich. Diese Personalie könnte sich im Trainingslager in La Manga klären. Mit einstündiger Verspätung brach die BVB-Delegation am Donnerstagmorgen nach Spanien auf, wo im einwöchigen Trainingslager drei Testspiele gegen Standard Lüttich, den RSC Anderlecht und den FC Elche anstehen.

kru/iwi/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Wetcake24
  • Kommentar 1
  • 06.01.2012 21:19

Haha wies aussieht fehlt nur noch marin bei brussia ;)

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