Basketball NBA vor Zeitenwende: Nowitzki gegen die Jungen

Die nordamerikanische Basketballwelt steht vor einer Zeitenwende. Dirk Nowitzki kennt bereits das Gefühl des mangelnden Respekts für seine Dallas Mavericks, vor der verkürzten Saison fehlen aber auch die weiteren Dominatoren der jüngsten NBA-Ära ganz oben auf den Favoritenzetteln.

NBA vor Zeitenwende: Nowitzki gegen die Jungen (Foto)
NBA vor Zeitenwende: Nowitzki gegen die Jungen Bild: dpa

Dallas (dpa) - Die nordamerikanische Basketballwelt steht vor einer Zeitenwende. Dirk Nowitzki kennt bereits das Gefühl des mangelnden Respekts für seine Dallas Mavericks, vor der verkürzten Saison fehlen aber auch die weiteren Dominatoren der jüngsten NBA-Ära ganz oben auf den Favoritenzetteln.

13 Jahre lang gaben die Texaner im Westen gemeinsam mit den San Antonio Spurs und den Los Angeles Lakers um ihren alternden Superstar Kobe Bryant (33 Jahre) den Ton an, nun gelten ausgerechnet Lakers' Stadtrivalen, die Clippers, nach der Verpflichtung von Olympiasieger Chris Paul neben den aufstrebenden Oklahoma City Thunder mit Kevin Durant (23) bei Experten als hippstes Team der Stunde.

«Die Clippers haben sich gut verstärkt», sagte Nowitzki (33) und bekannte vor dem Saisonauftakt gegen die Miami Heat am ersten Weihnachtstag gelassen die eigene Außenseiterrolle: «Viele trauen uns den erneuten Titel nicht zu, aber letztes Jahr waren wir ja auch keine Meisterschaftsfavoriten.»

Den Auftaktgegner wertet nicht nur der deutsche Sportler des Jahres als «Topfavorit». Auch nach ihrer Finalpleite gegen die «Mavs» gehört die Superstar-Combo aus Florida auch zum engsten Anwärterkreis. «Wenn wir dieses Jahr keine Championship holen, dann ist das Jahr kaputt», tönte Guard Dwyane Wade gewohnt selbstbewusst.

In der nach dem zweitlängsten Arbeitskampf der NBA-Geschichte komprimierten regulären Saison mit 66 Spielen in nur 124 Tagen dürfte das Trio Wade (29), LeBron James (26) und Chris Bosh (27) von seiner körperlichen Frische profitieren. Zwar fehlt den Heat immer noch ein adäquater Center, doch nach einem Jahr Gewöhnungsphase steht ein Scheitern auch für James nicht mehr zur Debatte. «Wir sind nicht zusammengekommen, um in die Playoffs zu kommen oder eine Serie zu gewinnen», kündigte der zweimalige wertvollste Spieler (MVP) für die Wiedergutmachungstour im zweiten Jahr nach seinem Wechsel an, «wir sind hier um die NBA-Finals zu gewinnen.»

Während bei Miami als einzigem Topteam alle wichtigen Spieler in der Blüte ihres Schaffens stehen, drängt bereits die nächste Generation nach. Im Osten wollen die Bulls um Aufbau Derrick Rose (23), vergangene Saison zum jüngsten MVP der Historie gewählt, erstmals seit Jordans Zeiten wieder in die Finals.

Angeführt von Point Guard Paul (26) produzierten Blake Griffin (22) und DeAndre Jordan (23) für die Clippers bereits bei den Testsiegen über den Stadtrivalen krachende Dunks am Fließband und streben den erstmaligen Machtwechsel im Lakers-Land an. «Die Clippers sind jetzt ein ernsthafter Mitbewerber um den Titel im Westen», hatte Lakers-Legende Magic Johnson anerkennend festgestellt.

Wie für die Spurs mit Tim Duncan (35), dem dominierenden Big Man der vergangenen Dekade, ist das Titelfenster für das Trio Kevin Garnett (35), Ray Allen (36) und Paul Pierce (34) bei den Boston Celtics höchstens noch spaltbreit geöffnet. Doch kampflos wollen die alten Herren der Jugend das Scheinwerferlicht auf der großen Bühne nicht überlassen. «Sie können uns unsere Hintern küssen», zürnte Nowitzkis Teamkollege Shawn Marion (33) vor dem Auftakt gegen die Medien, «wir sind an dem Punkt, wo uns jeder übersieht und nur über andere spricht. Das macht mich sauer.»

Marion-Story

Media Day der Heat

news.de/dpa

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