Champions League Leverkusen verschenkt den Gruppensieg

Mühsames Remis gegen das Schlusslicht aus Genk: Bayer Leverkusen schrammte im abschließenden Gruppenspiel an einer Blamage vorbei und verschenkte die gute Ausgangsposition fürs Achtelfinale. Nun drohen schwere Gegner wie der FC Barcelona oder Real Madrid.

Sidney Sam (Foto)
Sidney Sam (rechts) hatte am Ende den Siegtreffer auf dem Fuß. Bild: dapd

Bayer Leverkusen hat den Gruppensieg in der Champions League noch aus der Hand gegeben und seine Auswärtsmisere auf großer Bühne fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt kam beim abgeschlagenen Schlusslicht KRC Genk nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und rutschte damit noch auf den zweiten Platz hinter den FC Chelsea ab, der den FC Valencia 3:0 bezwang. Damit droht den Leverkusenern, die seit dem 1. Oktober 2002 auf einen Auswärtssieg in der «Königsklasse» warten, bei der Auslosung am 16. Dezember in Nyon ein Hammerlos a la FC Barcelona oder Real Madrid. Jelle Vossen (30. Minute) brachte die Gastgeber in Führung, die Eren Derdiyok in der 79. Minute ausglich. (Hier lesen Sie den Bericht zur Partie Borussia Dortmund - Olympique Marseille.)

Champions League: BVB doppelt bestraft, Derdiyok rettet Bayer

«Mich ärgert der Verlust von Platz eins», sagte Leverkusens Simon Rolfes dem Pay-TV-Sender Sky. «Wir hatten die Chance auf den Gruppensieg, das wäre wichtig für das Achtelfinale gewesen. Deswegen überwiegt momentan der Ärger.» Derdiyok sah eine «klar dominierende» Bayer-Elf, die nach dem Gegentor durch Vossen «geschockt» war. Am Ende überwog beim Leverkusener Torschützen auch die Enttäuschung. «Schade, dass wir Platz eins verloren haben. Das war unser Ziel nach dieser überragenden Gruppenphase.»

Bayer lange Zeit ohne Durchschlagskraft

Nach der mit 132 Kilometern kürzesten Anreise in der Leverkusener Europacup-Historie waren die Gäste von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, was auch gelang. Bis zum Strafraum kombinierten die Leverkusener vor 21.187 Zuschauern in der Cristal-Arena gefällig, allerdings brachte dies herzlich wenig ein. Vor dem Tor fehlte über weite Strecken die zündende Idee gegen den kompakt stehenden belgischen Meister, der immer wieder mit gefährlichen Kontern seine Nadelstiche setzte. Erst in der zweiten Halbzeit spielte Bayer mit mehr Einsatz und Tempo.

So kam Leverkusen in der ersten Halbzeit nicht zu einer ernsthaften Torchance. In der 7. Minute prüfte Andre Schürrle einmal Genk-Schlussmann Laszlo Köteles, der aber mit dem Schuss keine Probleme hatte. Zuvor war wegen des Ungarn die Partie mit einigen Minuten Verspätung angepfiffen worden. Die schwarze Thermohose unter dem gelben Dress hatte dem Torrichter nicht gefallen, sodass Köteles noch einmal in die Umkleidekabine geschickt worden war.

Eine halbe Stunde lang kontrollierten die Leverkusener - wenngleich ohne Durchschlagskraft - das Spiel, ehe sie kalt erwischt wurden. Nach einer Flanke von Dugary Ndabashinze war Vossen aus kurzer Distanz zur Stelle und sorgte für einen seltenen Jubel der Belgier, die vor dem Spiel noch das ernüchternde Torverhältnis von 1:15 vorzuweisen hatte.

Genk-Fans erweisen verstorbenem Neunjährigen letzte Ehre

Laut war es auch in der neunten Minute des Spiels geworden. Nachdem in den vergangenen Tagen ein neunjähriger Fan des KRC auf tragische Weise gestorben war, gedachten die Zuschauer in jener Spielminute mit Standing Ovations dem Jungen.

Leverkusen zeigte sich von dem Rückstand für einige Minuten geschockt und hatte weitere brenzlige Situationen zu überstehen. Erst traf Fabien Camus aus kurzer Entfernung das Außennetz (33.), dann musste Leno bei einem Kopfball von Jeroen Simaeys sein ganzes Können aufbieten (34.). Auf der Gegenseite klärte anschließend Daniel Pudil in höchster Not vor dem einschussbereiten Lars Bender.

Die gut 1100 mitgereisten Bayer-Fans mussten bis zur 55. Minute warten, ehe die erste Torchance heraussprang. Doch Andre Schürrle scheiterte an Köteles, den Nachschuss setzte Derdiyok knapp über das Tor. Der Schweizer war es auch, der kurz darauf weitere gute Gelegenheiten ausließ (67. und 68.).

Elf Minuten vor dem Ende brachte er dann eine gelungene Bayer-Kombination gekonnt zu Ende: Nach einer Hereingabe von Sidney Sam von rechts verwandelte Derdiyok mit einem trockenen Schuss ins rechte Ecke zum Ausgleich - sein sechstes Tor in den vergangenen vier Pflichtspielen. In den letzten Minuten drängten die Leverkusener mit aller Macht auf den Siegtreffer. Sam (84.) vergab dabei die beste Gelegenheit zum Sieg. Aber ein Last-Minute-Triumph wie am vorletzten Spieltag gegen Chelsea blieb der Bayer-Elf verwehrt.

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phs/news.de/dapd

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