EM-Auslosung Deutschland erwischt die härteste Gruppe

Gleich zum EM-Auftakt geht's gegen Ronaldo, Robben und Co: Deutschland ist mit den Gegnern Portugal, Niederlande und Dänemark in der schwierigsten Vorrundengruppen gelandet. Bundestrainer Joachim Löw bleibt trotzdem optimistisch.

Die Trainer der Mannschaften der EM-Gruppe B (Foto)
Joachim Löw (links) und die DFB-Elf haben eine schwierige Gruppe erwischt. Neben ihm stehen die Trainer der gegnerischen Mannschaften: Morton Olson (Dänemark), Paulo Bento (Portugal) und Bert van Marwijk (Niederlande). Bild: dpa

Reisestress und schwere Gegner: Für Joachim Löws junge Titeljäger wird die EM-Mission schon in der Vorrunde zur Schwerstarbeit. Losfee Marco van Basten bescherte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Auslosung am Freitag in Kiew sein Heimatland Niederlande, Dänemark und Portugal als Gegner in der Gruppe B beim Turnier im Sommer 2012 in Polen und der Ukraine.

«Ich glaube, dass es wahrscheinlich die stärkste Gruppe ist, die interessanteste und auch die ausgeglichenste. Wir können uns auf interessante Duelle freuen», sagte Bundestrainer Löw. Bange machen gilt für den DFB-Chefcoach nicht: «Ich habe hier keine Angst. Vor dem Turnier wird viel diskutiert und gesprochen. Am Ende weiß man ganz genau, dass nur derjenige den Titel gewinnen kann, der die beste Form hat», betonte Löw.

Fußball-EM 2012: Diese Gegner drohen Deutschland

Portugal macht den Anfang

Der EM-Startschuss für den Weg zum ersehnten ersten Titel seit 1996 fällt für Kapitän Philipp Lahm und Co. am 9. Juni (20.45 Uhr) in Lwiw mit einem echten Härtetest gegen Portugal. Vier Tage später kommt es in Charkow (20.45 Uhr) zum Klassiker gegen den Erzrivalen Niederlande, bevor am 17. Juni (20.45 Uhr) gegen Dänemark die Vorrunde abgeschlossen wird.

Sichtlich angespannt verfolgte Löw - elegant gekleidet in dunklem Anzug und blauem Hemd - in der vierten Reihe des Kunstpalasts Ukraina die Zeremonie auf seinem türkisfarbenen Polsterstuhl und kaute immer wieder an seinem Stift. Neben ihm Oliver Bierhoff und Hansi Flick. Auf der pompös in lila dekorierten Bühne wurden die EM-Fakten geschaffen. Und die konnten dem DFB-Trio nicht gefallen.

Nicht nur führte das Los in die schwerste EM-Gruppe mit Duellen gegen europäische Superstars wie Portugals Cristiano Ronaldo oder die Holländer Arjen Robben, Wesley Sneijder. Zudem stehen für die Deutschen drei kräftezehrende Reisen aus dem Quartier an der polnischen Ostseeküste in die mehrere Flugstunden entfernten ukrainischen Spielorte Lwiw und Charkow an.

Durchatmen im Viertelfinale

Der Weg zum Finale am 1. Juli in Kiew könnte nach einer erfolgreich überstandenen Vorrunde immerhin leichtere Hürden aufweisen. Im Viertelfinale hieße der Gegner Co-Gastgeber Polen, Griechenland, Russland oder Tschechien, die die leichteste Gruppe A bilden. Das Eröffnungsspiel am 8. Juni bestreiten Polen und 2004-Champion Griechenland in Warschau.

Ein Duell mit dem großen Rivalen Spanien ist für Deutschland erst im Halbfinale möglich. Werden beide Topteams Gruppenerster wäre der Welt- und Europameister sogar erst im Endspiel möglicher Kontrahent. Lohn für den Gruppensieg wären kürzere Reisen in Viertel- und Halbfinale nach Danzig und Warschau. Der Titelverteidiger Spanien hat es in der ebenfalls attraktiven Gruppe C mit Italien, Irland und Kroatien zu tun. Die Gruppe D bilden Co-Gastgeber Ukraine, Schweden, Frankreich und England.

Gegner in guter Erinnerung

Das Auftaktrio weckt für das Löw-Team derzeit durchaus positive Erinnerungen. Die Niederlande wurde erst vor gut zwei Wochen in Hamburg beim 3:0 spielend leicht in die Schranken gewiesen. Portugal wurde sowohl bei der WM 2006 (3:1) als auch im EM-Viertelfinale 2008 (3:2) bezwungen. Ausgerechnet der vermeintlich leichteste Gegner Dänemark bereitete Deutschland bei großen Turnieren traditionell Probleme - zuletzt bei der EM-Finalniederlage 1992 in Schweden (0:2).

189 Tage vor dem Eröffnungsspiel bekam die DFB-Auswahl schon Lob von allen Seiten. Vicente del Bosque bezeichnete sie als «gestandene Mannschaft». «Als Sportler wollen sie es uns bestimmt zeigen», sagte der Trainer Spaniens. Auch Uefa-Präsident Michel Platini hat höchsten Respekt. «Deutschland hat eine tolle junge Mannschaft beisammen - eine Generation für die Zukunft», sagte der Franzose.

Spätestens am 4. Juni wird der deutsche EM-Tross in sein Luxus-Quartier Dwór Oliwski zwischen den Toren Danzigs und des Seebads Sopot einziehen. Fünf Tage vor dem ersten Turnierspiel verlangt die Europäische Fußball-Union Uefa die Ankunft aller EM-Teilnehmer.

Generalprobe in Leipzig

Wenige Stunden vor der Auslosung hatte der DFB verkündet, dass die Generalprobe zwischen dem 1. und 5. Juni in Leipzig stattfinden wird. Zuvor steht auch noch ein Auswärts-Testländerspiel - vermutlich während des Trainingslagers in Südfrankreich (19. - 31. Mai) - an. Dort will Löw seinem Kader die EM-Reife einverleiben. Während der Bundesliga-Saison ist nur noch ein Testspiel gegen Frankreich am 29. Februar in Bremen terminiert.

Schon am Samstag will sich Löw mit den Gruppengegnern zusammensetzen um organisatorische Details zu klären. Mit seinem Stab wird sich der Chefcoach dann intensiv auf die Suche nach den letzten beiden Testgegnern machen, die der Spielphilosophie des straken EM-Gegnertrios möglichst ähneln soll.

hem/cvd/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mal Langsam
  • Kommentar 2
  • 05.12.2011 04:38

Spiele werden leider nicht nur auf dem Rasen entschieden.Im Bermudadreieck von Frankreich, Spanien und Italien sind schon mache Titel versunken,-denn bei 12 gegen 11 haben Deutschland und Holland in jüngster Zeit Schiffbruch erlitten.

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  • HHA
  • Kommentar 1
  • 03.12.2011 10:15

Lieber gleich zu Beginn harte Gegner als zum Schluss. Da kommt erst gar keine Müdigkeit auf und alles was danach kommt schlägt man erst recht.

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