Europa League Hannover als Verlierer im Glück

Lüttich - Hannover (Foto)
Hannovers Christian Pander (links) ist vor Lüttichs William Vainqueur am Ball. Bild: dpa

Klar verloren und trotzdem weiter. Im Europa-League-Gruppenspiel unterlag Hannover 96 auswärts bei Standard Lüttich zwar klar mit 0:2. Eine Runde weiter sind die Niedersachsen dennoch, weil andernorts ein Außenseiter gewann.

Trotz der ersten Niederlage auf internationaler Bühne seit 1992 hat Hannover 96 den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League geschafft. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka verlor zwar beim belgischen Cupsieger Standard Lüttich 0:2 (0:1), profitierte aber vom Patzer des Gruppenrivalen FC Kopenhagen bei Worskla Poltawa. Damit sind die Niedersachsen mit acht Punkten genauso wie Gruppensieger Standard (11 Zähler) nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.

Zum Erreichen der nächsten Runde hat 96 im «Hexenkessel von Lüttich» vor gut 25.000 Zuschauern aber nicht viel beigetragen, stattdessen setzte es durch Tore von Mohamed Tchite (25.) und Gohi Bi Cyriak (59.) die erste Europacup-Niederlage seit dem 15. September 1992 (1:3 im Europapokal der Pokalsieger gegen Werder Bremen). Trotzdem ist das abschließende Spiel gegen Poltawa am 15. Dezember bedeutungslos geworden, da auch der Gruppensieg für Hannover nicht mehr zu schaffen ist.

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Slomkas Elf mit schwacher Vorstellung

Im 30. Europacupspiel der Vereinsgeschichte lieferte die Hannoveraner über weite Strecken eine schwache Vorstellung ab und machten sich insbesondere in der Defensive das Leben selbst schwer. Aber auch im Spiel nach vorne fehlte wie schon in den letzten Bundesligapartien die Durchschlagskraft, sodass die Slomka-Elf nur selten zu hochkarätigen Torchancen kam.

So waren es die Belgier, die nach gut einer Viertelstunde das Heft in die Hand nahmen und insbesondere durch den brandgefährlichen Tchite für Unruhe im 96-Strafraum sorgten. Der Torjäger war es auch, der nach 25 Minuten den Führungstreffer für «Les Rouches» (Die Roten) erzielte. Nach einer Kopfball-Vorlage von Yoni Buyens, als Hannovers Mohammed Abdellaoue nur halbherzig zum Ball ging, stand Tchite sträflich frei und traf aus gut acht Metern zur Lüttich-Führung.

Dabei hätte Hannover gewarnt sein müssen. Tchite hatte bereits in den vergangenen fünf Pflichtspielen sechs Tore erzielt. Bereits kurz vor dem Gegentreffer hatten die Standard-Fans den Torschrei auf den Lippen, als Geoffrey Bia Mujangi aus spitzem Winkel nur knapp das Tor verfehlte (22.).

Schlaudraff versiebt beste Chance

Nach einer guten halben Stunde fingen sich die Hannoveraner ein wenig und wussten das Spielgeschehen in die Hälfte der Belgier zu verlagern. Dabei hatte Jan Schlaudraff, der erst am Samstag gegen den HSV seine Tor-Misere in der Bundesliga nach 1005 Minuten beendet hatte, die große Chance zum Ausgleich, als er frei auf Standard-Keeper Sinan Bolat zulief. Allerdings war Bolat reaktionsschnell zur Stelle.

Slomka konnte in Lüttich wieder bis auf die Langzeitverletzten seine Bestbesetzung aufs Feld schicken. So rückte im Vergleich zum Hamburg-Spiel der zuletzt gesperrte Lars Stindl für Moritz Stoppelkamp in die Startformation. Stürmer Didier Ya Konan, gegen den HSV ebenfalls noch gesperrt, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Doch auch die komfortable personelle Situation änderte im zweiten Durchgang zunächst wenig am Spielgeschehen. Lüttich machte Druck, der Bundesligist reagierte nur. Daran änderte auch die Einwechslung von Ya Konan nichts. Vielmehr kam es noch schlimmer. In der 59. Minute war Bia Mujangi auf rechts frei durch. Der flinke Mittelfeldspieler ließ mit einem trockenen Schuss Zieler keine Chance. Das erzielte aber Cyriac, der den Ball kurz vor der Linie noch ins Tor spitzelte.

So waren die 1.700 mitgereisten Hannoveraner Fans bedient. Ohnehin hatten sie nicht viel von dem Tag. Die belgische Polizei hatte das Duell als Hochsicherheitsspiel eingestuft und entsprechende Vorkehrungen getroffen. So wurden die 96-Fans erst gar nicht in die Innenstadt von Lüttich gelassen, erst ab 19 Uhr durften die Fanbusse die deutsch-belgische Grenze passieren.

Das Spiel zum Nachlesen im news.de-Liveticker

kru/news.de/dapd

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