Volleyball «Anfang ist gemacht»: Volleyballer mit Neuanfang

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«Anfang ist gemacht»: Volleyballer mit Neuanfang Bild: dpa

Am Ende eines verkorksten vorolympischen Jahres durften sich die deutschen Volleyballer wenigstens über ein kleines Happy-End freuen.

Frankfurt/Main (dpa) - Am Ende eines verkorksten vorolympischen Jahres durften sich die deutschen Volleyballer wenigstens über ein kleines Happy-End freuen.

«Der Anfang ist gemacht. Das war das beste Wochenende in diesem Jahr», sagte Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), nach dem Sieg bei der Vor-Qualifikation für die Sommerspiele 2012 erleichtert. «Es ist ein neuer Schwung da. Das ist endlich ein kleiner Lichtblick.»

Der war nach den düsteren Monaten zuvor auch bitter nötig. Auf der ganzen Linie hatten sich die DVV-Männer bei der EM blamiert - nur Rang 15 war knapp ein Jahr vor London der sportliche Tiefpunkt. Im Team stimmte fast nichts mehr, tief war der Graben zwischen Mannschaft und Bundestrainer Raúl Lozano. Drei Wochen vor dem Vor-Qualifikationsturnier am vergangenen Wochenende zog der Verband die Reißleine, trennte sich vom Argentinier und präsentierte Interimslösung Stewart Bernard.

Unter der Notlösung gab es am Ende einen Turniersieg. 3:0 wurde Belgien im Finale im französischen Tourcoing bezwungen, damit haben die Volleyballer zwei Chancen, sich für Olympia zu qualifizieren. Doch fast so wichtig wie der sportliche Erfolg war die Außenwirkung: «Bei der EM war es eine Ansammlung von Einzelspielern. Nun war es eine Mannschaft, eine Einheit», sagte DVV-Sportdirektor Günter Hamel.

Das Team meisterte auch kritische Momente. Mit einem 2:3 gegen Frankreich starteten die Deutschen, selbst gegen Außenseiter Griechenland lagen sie zunächst hinten. Doch das Team wehrte sich, sammelte mit jedem Punkt mehr Selbstvertrauen und blieb im Finale schließlich erstmals ohne Satzverlust. Nun treten die DVV-Männer im Mai bei der europäischen Olympia-Qualifikation an, einen Monat später gibt es vor heimischem Publikum eine zweite Chance.

Die Interimslösung hat sich - erst einmal - ausgezahlt. «Das Risiko, dass das völlig in die Hose geht, war natürlich da. Aber wir haben richtig gehandelt», freut sich Hamel. Nun muss entschieden werden, ob aus dem Experiment eine dauerhafte Lösung wird - ob der Niederländer Bernard die DVV-Männer zu Olympia führen soll. Eines ist jetzt schon klar: «So wie es am Wochenende gelaufen ist, hat es die Chancen nicht verschlechtert», erklärte Hamel.

news.de/dpa

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