Magdalena Neuner «Es gibt keine Steigerung mehr»

Neuner traeumt von WM-Gold und deutscher Hymne in Ruhpolding (Foto)
Die Medaillensammlerin: Magdalena Neuner denkt an ihr Karriereende. Bild: dapd

Von Sandra Degenhardt
Vor dem Saisonstart im norwegischen Östersund am Wochenende ist Magdalena Neuner wieder die Gejagte. Im Interview spricht die Rekord-Weltmeisterin über Motivation, ihren Mentaltrainer, die Heim-WM in Ruhpolding und Abschiedsgedanken.

Wie immer ist Neuner trotz der hohen Erwartungen entspannt und locker. «Ich möchte gerne Weltmeisterin im eigenen Land werden, ganz oben stehen und die deutsche Hymne hören. Aber ich habe keinen Druck oder irgendwas», sagte die Wallgauerin. Zudem kokettierte sie wieder mit einem frühen Karriereende: «Es gibt noch ein Leben nach dem Biathlon - und das will ich auch genießen.»

Magdalena, Sie sind mit gerade mal 24 Jahren bereits ein alter Hase im Biathlon-Zirkus, haben alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Kribbelt es dennoch vor dem Saisonstart? Sind Sie aufgeregt?

Magdalena Neuner: Aufgeregt bin ich nicht, ich sage mal eher in freudiger Erwartung. Wenn ich das erste Mal wieder am Start stehe, weiß ich genau, dass ich ein Kribbeln im Bauch haben werde. Ich freue mich einfach drauf, dass es wieder richtig losgeht.

Wintersport
Sexy im Schnee

Nach den Olympischen Spielen 2010 hatten Sie Motivationsprobleme. War es schwer für Sie, sich nach der sensationellen WM mit fünf Medaillen erneut zu motivieren?

Neuner: Nein, überhaupt nicht. Bei Olympia war es nicht wegen der Erfolge, dass ich Motivationsprobleme hatte. Das ganze Olympia-Jahr fordert so viel von einem ab und gerade private Dinge muss man hinten anstellen. Da hatte ich danach einfach das Bedürfnis, mehr für mich zu machen. Danach habe ich nie Probleme gehabt, mich zu motivieren.

Sie gehen in diesem Jahr in der Vorbereitung eigene Wege, machen viel allein in ihrer Heimat und lassen Mannschaftslehrgänge aus. Warum?

Neuner: Ich bin in den letzten Jahren im Finnland-Lehrgang in Muonio immer krank geworden und musste den Saisonstart in Östersund auslassen. Und irgendwann muss man die Konsequenz daraus ziehen. Ich hätte zwar dort optimale Trainingsbedingungen. Aber ich weiß, dass ich daheim genauso gut trainieren kann und hoffe, dass ich gesundbleibe. Es geht einfach darum, dass ich endlich mal wieder zum Saisonauftakt in Östersund dabei bin.

Haben Sie keine Angst, dass manche das als Sonderbehandlung und Alleingang interpretieren?

Neuner: Niemand hat gesagt, du musst auf jeden Fall mit nach Finnland gehen, weil jeder gesehen hat, dass das für mich auch vom Kopf her schwierig ist, da hinzufahren und zu wissen, dass ich dort immer krank geworden bin. Wir haben darüber gesprochen, auch in der Mannschaft. Und es hat jeder verstanden. Ich meine, ich war immer diejenige, die krank geworden ist und, ganz ehrlich, die anderen haben auch keine Lust drauf, jemanden dabei zu haben, der krank ist. Es hat keinen gegeben, der gesagt hat, dass es nicht okay ist.

Haben Sie spezielle Akzente in Ihrem Training gesetzt oder etwas im Vergleich zu den Vorjahren verändert?

Magdalena Neuner
Sexy und erfolgreich

Neuner: «Nein, man kann ja Biathlon nicht neu erfinden. Ich bin einfach mehr in Wallgau gewesen, habe ein bisschen mehr Normalität genossen, und das war auch positiv fürs Training. Ich habe die Zeit für mich optimal genutzt, habe mir ein paar Freiräume genommen. Und ich habe sehr gut trainiert und fühle mich gut.

Man sagt, es ist schwerer, oben zu bleiben als nach oben zu kommen. Wie schaffen Sie es, immer wieder den hohen Erwartungen gerecht zu werden und dem Druck standzuhalten?

Neuner: Ich kann eigentlich gar nicht sagen, wie es ist, nicht erfolgreich zu sein. Bis jetzt habe ich immer gute Jahre gehabt, von daher toi, toi, toi. Ich habe keine Angst davor, dass es mal anders sein könnte. Ich weiß, was ich kann. Am Ende habe ich es immer selbst in der Hand. Wenn ich alles richtig mache und immer gut trainiere und vom Kopf her gut drauf, weiß ich, was ich für ein Potenzial habe.

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