Formel 1 in Sao Paolo Sand in Vettels Getriebe

Sebastian Vettel (Foto)
Sebastian Vettel (links) musste erstmals seinem Teamkollegen Mark Webber den Vorrang lassen. Bild: dapd

Statt das Dutzend voll machen zu können, musste sich Vettel frustriert mit Rang zwei begnügen. Der Doppel-Weltmeister musste wegen Problemen mit der Schaltung seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber kampflos passieren lassen. McLaren-Pilot Jenson Button sicherte sich durch Platz drei den Vize-Titel.

Im Ziel jubelte Webber über seinen ersten Erfolg zum Abschluss eines langen Formel-1-Jahres. Für Vettel endete das 19. Rennen mit einer weiteren Enttäuschung. Zwar blieb dem Überflieger ein Blitz-K.o. wie vor zwei Wochen in Abu Dhabi erspart, als ein Hinterreifen schon in der ersten Runde geplatzt war, aber der Traum vom zweiten Sieg im Autodromo José Carlos Pace platzte ebenfalls früh. Da Vettel seinen zweiten WM-Titel schon in Japan perfekt gemacht hatte, blieben die beiden technischen Defekte zum Saisonabschluss aber ohne gravierende Auswirkung.

«Das fühlt sich sehr gut an. Es wäre zwar schön gewesen, es mit Sebastian auf der Strecke auszutragen. Aber der Sieg ist sehr wichtig für mich», sagte Webber. Vettel fand Platz zwei zwar «sehr schade. Aber Mark hat den Sieg verdient. Ich würde das jetzt nicht Pech nennen», sagte Vettel, der aus der Red-Bull-Box schon früh die Anweisung erhielt, die Gänge früher hochzuschalten. «Ich habe trotzdem versucht, mein Bestes zu geben. Insgesamt hatten wir eine überragende Saison. Es wäre nicht angemessen, wenn ich mich jetzt ärgern würde.»

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Für Webber war der erste Erfolg seit dem 1. August 2010 in Ungarn eine Befreiung. Es war sein insgesamt siebter Sieg im 176. Grand Prix. Der Australier gewann nach 71 Runden (305,909 Kilometer) mit 16,983 Sekunden Vorsprung vor Vettel. Der Spanier Fernando Alonso belegte im Ferrari den vierten Rang. Champion Vettel schloss die Saison mit 392 Punkten souverän vor den Verfolgern ab. Der WM-Zweite Button (270) hielt Webber (258) auf Distanz.

Perfekter Start

Der neue Pole-Rekordhalter Vettel nutzte seine 15. Bestzeit dieser Saison perfekt und setzte sich gleich von seinem Stallgefährten Webber ab. Die Konkurrenten der anderen Teams fuhren auf dem 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs schon früh chancenlos hinterher. Alles sah nach dem zwölften Sieg des 24-Jährigen aus, aber dann machten ihm die Getriebeprobleme einen dicken Strich durch die Rechnung. «Ich fühle mich wie Ayrton Senna 1991», klagte Vettel per Boxenfunk. Der 1994 tödlich verunglückte dreifache Champion aus Brasilien hatte damals bei seinem Heimrennen ein vergleichbares Problem. Allerdings gewann Senna und wurde nach der Zieldurchfahrt ohnmächtig.

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Nach 14 Umläufen wurde Vettel um ein paar Zehntelsekunden langsamer. Bis zur 30. Runde konnte sich der Weltmeister trotz dieses technischen Problems noch an der Spitze halten, dann musste er Webber kampflos passieren lassen. Red Bull hatte Vettel per Boxenfunk immer wieder darauf hingewiesen, beim Schalten aufzupassen. «Wenn ich jede Runde den Schaltmodus ändere, werde ich hinter ihn zurückfallen», wehrte sich Vettel auch verbal gegen den Verlust der Führung.

Harte Worte von Glock

Aber der Zeitverlust war auf Distanz gesehen einfach zu groß: Der Australier konnte schließlich locker vorbei. Vettel fuhr auch danach weiter volles Tempo, so dass die Teamstrategen ihn erneut aufforderten: «Sebastian, wir haben ein echtes Getriebeproblem. Sei vorsichtig.». Schließlich ging es um die Absicherung des dritten Doppelerfolges in 2011.

Für Michael Schumacher war das Rennen im Prinzip schon nach zehn Runden gelaufen. Beim Überholen des auf Rang neun vor ihm liegenden Bruno Senna schlitzte sich der Rekord-Weltmeister am Flügel des Lotus-Renault einen Hinterreifen an seinem Silberpfeil auf. Der Mercedes-Pilot musste unplanmäßig früh zum Wechseln an die Box zurückschleichen. Dass der Brasilianer für sein zu frühes Einscheren ein Durchfahrtsstrafe erhielt, nutzte Schumacher nichts. Am Schluss wurde er nur 15.

Nico Rosberg hatte erneut die Nase vor seinem Teamkollegen. Der Wiesbadener belegte den siebten Platz. Er blieb damit auch in der Gesamtwertung als WM-Siebter vor Schumacher (Achter). Zweitbester Deutscher in Brasilien war indes Adrian Sutil. Der Force-India-Fahrer überzeugte auf Rang sechs.

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Der als Letzter gestartete Timo Glock schied in der 24. Runde als erster Fahrer aus. Die Mechaniker hatten ein Hinterrad nicht richtig festgeschraubt, so dass er seinen Marussia-Virgin in der Auslaufzone abstellen musste. «Wir haben in dieser Saison schon ein paar Boxenstopps verhauen. Da muss sich das Team auf den Arsch setzen», grantelte Glock.

hem/cvd/news.de/dpa/dapd

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