Volleyball-Männer Neuanfang nach Napoleon

DVV-Männer (Foto)
Neuer Elan: Stefan Hübner (rechts) soll die DVV-Männer zu Olympia führen. Bild: dpa

Mit einer Trainertroika zu Olympia: Nach der Entmachtung des bisherigen Bundestrainers Raul Lozano soll ein Dreierteam um den verletzten Spieler Stefan Hübner das deutsche Volleyball-Nationalteam nach London führen.

Die Stimmung ist wieder besser unter Deutschlands besten Volleyballern, doch Unsicherheit und Ungewissheit sind vor dem Neuanfang nach wie vor groß. Nach der Entmachtung von «Napoleon» Raul Lozano soll ein Trainertrio das Nationalteam zum Erfolg bei der Vor-Olympia-Qualifikation in dieser Woche in Frankreich führen. Nach dem Härtetest soll bis Jahresende eine Entscheidung über die endgültige Besetzung des Bundestrainer-Postens fallen.

«Nach dem Turnier werden wir uns im Dezember intensiv mit der Trainer-Frage beschäftigen und eine Entscheidung treffen. Wir sind dabei gedanklich völlig offen», sagte DVV-Sportdirektor Günter Hamel. Das Interims-Team mit Stewart Bernard, Co-Trainer Ralph Bergmann und dem derzeit verletzten Führungsspieler Stefan Hübner hat dabei durchaus Chancen, zur Dauerlösung zu werden. Freilich nur, wenn das Team eine deutliche Steigerung zum EM-Debakel unter Lozano zeigt.

«Natürlich ist diese ganze Trainer-Diskussion nicht spurlos an der Truppe vorbeigegangen, aber die Rückmeldungen nach dem Neustart sind gut. Wir erwarten vor allem, dass sie wieder als Mannschaft auftreten und eine klare Zielorientierung zeigen», sagte Hamel vor den Vorrundenspielen gegen Frankreich (Donnerstag) und Griechenland (Freitag). Es wäre zwar schön, wenn das Team um Starangreifer Georg Grozer das Turnier gewinnen könnte - und damit das Ticket für das europäische Olympia-Qualifikationsturnier vom 8. bis 13. Mai 2012 in Sofia lösen würde.

DVV-Sportdirektor: «Die Bundestrainerstelle ist begehrt»

Für den DVV hat das jedoch nicht Priorität eins, schließlich ist die Chance auf das London-Ticket beim Heimturnier vom 8. bis 10. Juni 2012 in Berlin ohnehin größer. Für dieses Turnier sucht Günter Hamel nach der perfekten Lösung auf der Bank - und hat dabei verschiedenste Möglichkeiten im Blick. Schließlich stapeln sich schon jetzt die unaufgefordert eingegangenen Bewerbungen in der Geschäftsstelle in Frankfurt/Main. «Die Bundestrainerstelle in Deutschland ist eine begehrte Stelle. Da sind auch prominente Leute aus dem Ausland dabei», sagt Hamel.

Neben dem Interims-Trio ist ein Trainer aus dem europäischen Ausland für den starken Mann im DVV genauso denkbar wie zum Beispiel Stelian Moculescu. Der Trainer des Serienmeisters VfB Friedrichshafen hatte das deutsche Team nach jahrelanger Aufbauarbeit 2008 zu Olympia geführt, übrigens mit dem jetzigen Interimschef Bernard als Assistenten. Nach der Enttäuschung von Peking übergab Moculescu an den Argentinier Lozano - einem körperlich kleinen Mann mit napoleonischem Selbstbewusstsein.

Nach dem desaströsen 15. Platz von 16 Teams bei der Europameisterschaft musste der eigensinnige Trainer, der auch nach drei Jahren als DVV-Coach kaum deutsch sprach, gehen. Nun streitet sich der DVV mit Lozano über die finanziellen Modalitäten der Trennung. «Die Sache wird uns Geld kosten und unsere Möglichkeiten einschränken», sagt Hamel.

kru/beu/news.de/dapd

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