Fußball Suizidprävention: zu viele Details im Fall Rafati

Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention hat das Verhalten des Fußballs und der Medien im Fall Babak Rafati als «im Großen und Ganzen angemessen» bezeichnet. Dies sagte Georg Fiedler (Hamburg), stellvertretender Vorsitzender der DGS, der Nachrichtenagentur dpa.

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Suizidprävention: zu viele Details im Fall Rafati Bild: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention hat das Verhalten des Fußballs und der Medien im Fall Babak Rafati als «im Großen und Ganzen angemessen» bezeichnet. Dies sagte Georg Fiedler (Hamburg), stellvertretender Vorsitzender der DGS, der Nachrichtenagentur dpa.

Er kritisierte jedoch, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger Details vom Selbsttötungsversuch des Schiedsrichters aus Hannover genannt hatte. «Ich würde Sie bitten, mir Einzelheiten zu ersparen. Richtig ist, dass er in der Badewanne lag und natürlich auch viel Blut zu sehen war», hatte Zwanziger bei seinem Pressekonferenz nach dem abgesagten Bundesliga-Spiel 1. FC Köln - FSV Mainz 05 erklärt. «Ich glaube, man muss nicht sagen, wie es jemand gemacht hat», sagte Fiedler. Es gebe zwar keine konkrete Untersuchungen, aber es bestehe die Wahrscheinlichkeit von Nachahmungstätern in solchen Fällen.

Die DGS empfiehlt grundsätzlich auch den Medien, Ort und Methode eines Suizids oder Suizidversuchs nicht detailliert zu beschreiben. Zwischen 100 000 und 150 000 Personen versuchen in Deutschland nach DGS-Angaben im Jahr, sich das Leben zu nehmen. So gesehen sei es gar nicht überraschend, dass es auch mal eine prominente Person sei.

Bei der öffentlichen Ursachenforschung für Rafatis Verzweiflungstat stellt sich nach Ansicht Fiedlers die Frage: «Ob uns das überhaupt etwas angeht?» Der Fußball müsse in einer Welt des Männlichkeitskults, die sehr leistungsorientiert sei und kaum Schwächen zulassen würde, ein Klima schaffen, «wo man frühzeitig über Probleme reden kann. Die müssen nicht mal unbedingt mit dem Fußball zu tun haben.» Bei Rafati sei es am besten, «ihn jetzt nicht unter Druck zu setzen».

news.de/dpa

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