Stefan Kießling exklusiv Ist Leverkusen noch ein Titelkandidat?

Der Vizemeister ist in der Liga nur noch Mittelmaß. Mit news.de spricht Bayer-Stürmer Stefan Kießling über die Krise, Michael Ballack und die Nationalelf. Außerdem verrät der Hobbykoch, wie er sich vom Fußball ablenkt und was ihn zum Lachen bringt.

Stefan Kießling (Foto)
Stefan Kießling spielt seit 2006 für Bayer Leverkusen. Bild: dpa

Stefan, wer kocht bei Ihnen zu Hause öfter? Ihre Frau oder Sie?

Stefan Kießling: (lacht) Ganz klar meine Frau! Nach dem Training will man sich nicht immer noch zwei Stunden in die Küche stellen. Aber zwei bis dreimal im Monat bin ich dran. Und dann ist das Ganze etwas ausführlicher.

Auf Ihrer Webseite und auf Facebook haben Sie sogar Fotos von selbst kreierten Gerichten hochgeladen. Das sieht richtig gut aus. Wo haben Sie das gelernt?

Kießling: Das habe ich mir alles selbst beigebracht. Man holt sich natürlich Tipps aus Kochbüchern oder von Mutti, aber ansonsten experimentiere ich da auch gerne. In der Jugend habe ich mal ein Praktikum als Koch gemacht. Aber viel gelernt habe ich da nicht. Damals musste ich hauptsächlich Kartoffeln schälen und Salat waschen.

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Warum ist aus der Karriere als Koch dann nichts geworden?

Kießling: Ich hätte in einem Fünf-Sterne-Hotel eine Lehre machen können. Aber dann hätte ich mit dem Fußballspielen zurückstecken müssen, und das war für mich schon damals undenkbar. Und damit war das Thema für mich dann gegessen - im wahrsten Sinne der Wortes (lacht).

Im Internet gibt es Bilder von Ihnen beim Klettern, Golf oder Tischtennis. Gibt es da noch verborgene Talente?

Kießling: Nein, aber ich bin Profisportler. Und da fallen einem andere Sportarten auch leichter und man lernt schnell dazu. Ich spiele zum Beispiel auch gerne Basketball. Und ich finde es auch wichtig, dass man sich vom Fußballalltag ablenkt.

So wie jetzt? Mit Leverkusen läuft es in der Bundesliga ja bislang alles andere als rund.

Kießling: Wir haben dafür selbst noch keine Lösung parat. Bislang hat uns unsere Spielstärke immer stark gemacht. Wir haben immer schnell nach vorne gespielt und viele Torchancen kreiert. Und das hat in dieser Saison einfach noch nicht gut funktioniert. Daran müssen wir arbeiten.

Auffällig waren auch die Probleme in der Defensive - vor allem nach einer Führung. Gegen Hamburg gaben Sie zuletzt ein 2:0 aus der Hand. Im Pokal gegen Dresden wurde ein 3:0 noch verspielt.

Kießling: Was soll man dazu sagen? Solche Dinge dürfen nicht passieren, aber das sind Geschichten, die der Fußball schreibt. Leider hat es uns in dieser Saison ein paar Mal erwischt. Wir sind eine junge Truppe und müssen einfach aus diesen Fehlern lernen.

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Im rheinischen Derby gegen Köln gab es ein 1:4, gegen die Bayern ein 0:3. Dabei sind das doch zwei der wichtigsten Spiele in der Saison. Da müsste die Motivation doch eigentlich riesig sein?

Kießling: (lacht) Eigentlich schon. Das Köln-Spiel war unterirdisch. Und so eine Derbypleite verarbeitet man auch nicht so schnell. Wenn man dann eine Woche später nach München kommt und nach fünf Minuten ein Tor kassiert, ist das für eine Mannschaft nicht einfach. Darum war die Niederlage gegen die Bayern sicherlich auch eine Folge der Pleite gegen Köln.

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Als Ziel hat Trainer Robin Dutt vor der Saison mindestens Platz zwei ausgegeben. Aktuell stehen Sie auf Platz acht. Ist Bayer Leverkusen noch ein Titelkandidat?

Kießling: Wir dürfen den Titel nicht aus den Augen verlieren, aber unser Mindestziel ist, uns erneut für das internationale Geschäft zu qualifizieren. Selbst das wird ein hartes Stück Arbeit und wir müssen dafür jetzt endlich konstant Punkte holen.

Heute Abend haben Sie in Kaiserslautern die nächste Chance dazu.

Kießling: Am Freitagabend auf dem Betzenberg anzutreten, ist nicht leicht. Aber wir müssen jetzt nur noch auf Sieg spielen, um oben dran zu bleiben.

Ganz oben stehen die Bayern, die in dieser Saison fast übermächtig wirken. Muss man diesmal einfach anerkennen, dass sie die beste Mannschaft der Liga haben?

Kießling: Man muss anerkennen, dass sie eine richtig gute Truppe haben und dass sie das bislang richtig gut ausgenutzt haben. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Champions League. Aber ich würde die Meisterschale jetzt noch nicht nach München schicken.

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